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BELA B. Y LOS HELMSTEDT – SMOKESTACK LIGHTNIN‘

Ort: Bielefeld - Ringlokschuppen

Datum: 03.12.2009

Mehr als drei Jahre mussten die Ostwestfalen warten, bis sich BELA B. auch mal wieder ohne FARIN und ROD in die Stadt verirrte, die es ja eigentlich gar nicht gibt: Bielefeld. Als Trio mit den ÄRZTEN konnte man mal locker die Seidenstickerhalle ausverkaufen, gemeinsam ziehen die drei die Massen an. Solo sieht das schon etwas anders aus und dass das heutige Konzert im großen Saal des Ringlokschuppens stattfand, freute und wunderte uns sogar ein wenig. Aber als wir die Halle betraten, sahen wir, dass die Bühne etwas vorgezogen, doch der Platz davor auch schon recht gut gefüllt war. Es mögen wohl 1000 bis 1500 Anhänger des „Grafen Rockula“ seinem Ruf gefolgt sein. Direkt vor der Bühne viele Fans, die mindestens die Kinder BELAs sein könnten, weiter hinten war dann doch auch das Alter des Protagonisten auf der Bühne vertreten. Quasi ein Abend für die ganze Rock´n´Roll-Familie.

Zunächst einmal kam BELA B. kurz auf die Bühne, um seinen Support höchstpersönlich anzukündigen. Seine Worte, er sei selbst Fan und freue sich tierisch, dass die Band zugesagt hatte, ihn zu supporten, machte neugierig auf SMOKESTACK LIGHTNIN‘. Und die vier Jungs inklusive Kontrabass, die daraufhin auf die Bühne schlenderten, machten tatsächlich Spaß mit ihrem Country-Rock. Gleich als zweites boten Sie ihren durch eine Radiowerbung bekannt gewordenen Coversong „The unknown stuntman“ dar. Die in den 80ern aufgewachsenen Anwesenden konnten den Titel sofort der alten Serie „Ein Colt für alle Fälle“ zuordnen und freuten sich natürlich ob der etwas anderen Jugenderinnerung. Aber auch beim jüngeren Publikum kam dieser Neo-Country an. Bleibt nur die Frage: warum sind BOSSHOSS bekannter? Nun gut, es fehlten die Feinripp-Unterhemden, aber musikalisch sind sie mindestens auf einer Ebene.

Das war nett für die Einstimmung und unterhielt für eine halbe Stunde auch richtig gut – und so war nach einer mittellangen Umbaupause von weiteren knapp 30 Minuten denn endlich Zeit für BELA B. Superstar. Fast Revue- oder Burlesque-mäßig poste er hinter einer runden Schattenwand am hinteren Ende der Bühne, um selbige dann zu durchspringen und die davor postierte Showtreppe herunter zu schreiten. Herr Felsenheimer, in der Jugend zu oft „Musik ist Trumpf“ mit Harald Juhnke geschaut?;-) Passend dazu sein Outfit: eine silbern glitzernde Bolerojacke, weißes Hemd, roter Bindegurt, schwarze Hose und im Laufe des Abends immer wieder wechselnde Gitarren aus seiner offensichtlich umfangreichen Sammlung. Die Bandkollegen traten allesamt zu Beginn des Sets mit BELA-Masken auf, diese lagen auch der dem zweiten Silberling „Code B“ als Pappimitat bei und hatten schon zu lustigen Fan-Aktionen geführt. Zum zweiten Titel nahm man die Masken allerdings dann ab. Die als so spröde verrufenen Ostwestfalen frassen dem Horrorfilmfan von Anfang an aus der Hand und machten alles mit, was er ihnen befahl. Dabei wurden seine Qualitäten als Entertainer mal wieder unter Beweis gestellt und auch, dass er sich selbst nicht ganz so ernst nimmt, wurde an diesem Abend wieder deutlich. Begrüßte er die Crowd doch mit den Worten: „Vor euch steht der sexiest Mittvierziger ever“. Oder wollte er da einfach im Kreischen der weiblichen Fans baden? Klar war, alle hingen an des Meisters Lippen und obwohl man in Fankreisen gehört hatte, dass der neue Silberling „Code B“ im Ganzen nicht so zündete (sehe ich persönlich anders), sprang live der Funke über. Das liegt am Gesamtpaket: es funktioniert einfach. BELA B. als Sänger, Musiker und Unterhaltungskünstler unterstützt von den bravourösen Los Helmstedt – läuft, wie der Ostwestfale zu sagen pflegt. Dabei fiel auch auf, dass sich BELA, anders als FARIN URLAUB, nicht als Chef aufspielt, sondern sich spielerisch gut in die Combo einfügt. Dass Herr Felsenheimer ein Teamplayer ist, merkt man auch an seinen beiden Soloalben: hier lebt er zwar seine Vorliebe für 50er, 60er-Rock, Country und Rockabilly aus (die Soloalben von FARIN URLAUB erinnern wesentlich mehr an den Sound der ÄRZTE), aber er setzt auch auf interessante Gesangspartner, wie z.B. Charlotte Roche oder Emmanuelle Seigner. Deren Part übernahm live wieder – wie auch schon bei der ersten Tour – Keyboarderin Paule (etwas irritierend, denn einer unser Kater heisst auch Paule). Sehr lasziv und stimmgewaltig unterstützte sie den Meister und sorgte dafür, dass die Augen vieler Männer (und nicht nur der Männer!) sich von BELA abwandten. Das aber nur kurzfristig – schnell waren alle Blicke wieder auf den „Grafen“ himself gerichtet, der selbstverständlich einige Anekdoten aus seinem Musikerleben zum Besten gab.

Leider, leider mussten wir mit Beginn des „Tags mit Schutzumschlag“ aus Krankheitsgründen die Party verlassen, aber der Jubel hallte uns noch lange nach und die Setlist versprach noch weitere 6 Songs.

Setlist BELA B. Y LOS HELMSTEDT (ohne Gewähr)
Rockula
Versuchs doch mal mit mir
Geburtstagsleid
Nein !
Irgendetwas bleibt
Satan, Gott und das Glück
Was ist nur los…?
Der Vampir mit dem Colt
Schwarz/ Weiß
Ninjababypowpow
1. 2. 3.
Liebe und Benzin
Lee Hazelwood und das 1. Lied des Tages
Traumfrau
In diesem Leben nicht
Als wir unsterblich waren
Tag mit Schutzumschlag

Gitarre runter
Zappingsong
Bobotanz

Sie hat was vermisst
Altes Arschloch Liebe

Onenightstand

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