Konzert Filter

BETWEEN THE BURIED AND ME – ANIMALS AS LEADERS – DOYLE

Ort: Köln - Underground

Datum: 17.09.2011

Schön war der Abend in Köln, wenn man dann mal endlich den Weg ins Underground gefunden hatte. Irgendwie war die Parkplatz-Situation eher suboptimal durch multiple Veranstaltungen in allen Clubs um und in Ehrenfeld. Somit nach endloser Kurverei die Karre 10 Fußminuten vom Ort des Geschehens geparkt uns natürlich 2/3 der eröffnenden französischen Langeweile verpasst. An letzterer Bemerkung erkennt man, dass dies nicht gerade unwillkommen war. Man mühte sich zwar redlich durch die von mir gesehenen 3 Songs, aber der eh schon durchwachsene erste Eindruck, den ich von den Homepage-Songs und dem lächerlichen Video hatte, wurde eher bestätigt als revidiert. Vom gut gefüllten Auditorium gab‘s dann auch nur Höflichkeitsapplaus, mehr nicht.

Das Wetter war gut, drinnen wie draußen herrschte positive Spannung bei den Hundertschaften (das Event war berechtigterweise ausverkauft), denn die beiden Hauptattraktionen versprachen musikalisch großes Kino. Als erste Vertreter enterten die intrumentalen Djent/ Prog/ Whatever-Götter ANIMALS AS LEADERS die leider zu niedrige Bühne des Underground und schoben ein vertracktes Riff nach dem anderen ins erwartungsvoll lauschende Rund. Sehr cool. Da man sich nicht über Gesang „aufregen“ musste, konnte man die Augen schließen (sehen konnte man leider von hinten/seitlich wegen angesprochener Bühne wenig) und genießen. Sei es nun das grandiose Material der letzten Scheibe oder aber das neue Stück, welches sich nahtlos einfügte und eine weitere tolle Platte erwarten lässt, man ließ sich einfach mitreißen oder mitnehmen, und so verflog die nicht wirklich üppige Spielzeit wie im Zeitraffer.

Was dann nach akzeptabler Umbauzeit aber über Köln hereinbrach, war irgendwie nicht von dieser Welt. BTBAM zerlegten sofort mit dem Opener „Specular Reflection“ die Hütte in brachial klarem Soundgewand. Alsbald kam Bewegung in die Meute, es wurde mitgebrüllt, gebangt und massiv Crowd-gesurft. Womit? Mit Recht! Wenn es eine Combo aus dem Genre wegen ihrer Ausnahmestellung verdient hat, dann BTBAM! Der Aktionsgrad auf und vor der Bühne wurde auch mühelos gehalten, die gesamte Darbietung hindurch. Die Band pumpte routiniert aber sympathisch und mit viel erkennbarer Spielfreude einen Querschnitt ihrer Diskographie durch die P.A. und überzeugte unter anderem mit Songs wie (natürlich) „White Walls“ oder „Prequel to the Sequel“. Abschließend kann man den wüst bejubelten Auftritt nur als Start/ Ziel-Sieg betiteln, denn das war nichts anderes als eine perfekte Präsentation von technisch hochklassigem „was-auch-immer“-Core, wobei besonders die sphärischen und rockigen Passagen live noch besser kamen als die teilweise (Achtung, Kritik!) schon arg gleichformigen Blast-Einschübe. Aber jenes find ich auf Tonträger ja schon ab und an nicht wirklich so toll und ist wirklich jammern auf hohem Niveau…

Kurzum: Einmal (verpasster) Flop, zweimal Über-Top = sehr kurzweiliger Abend. Mehr von solch hoher Qualität bitte!

Es ist noch kein Kommentar vorhanden.

Hinterlassen Sie einen Kommentar.

Mehr zu ANIMALS AS LEADERS auf terrorverlag.com

Mehr zu BETWEEN THE BURIED AND ME auf terrorverlag.com

Mehr zu DOYLE auf terrorverlag.com