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BLACK RUST – TOMMY FINKE

Ort: Dortmund - FZW

Datum: 15.04.2011

BLACK RUST hatten zur Record-Release-Party ihren brandneuen Platte „The Gangs Are Gone“ geladen und natürlich waren Familie, Freunde und Fans zahlreich ins Dortmunder FZW geströmt. Sogar der WDR hatte sich angekündigt und interviewte kurz vor 20.00 Uhr noch die fünfköpfige Stammbesetzung der Band aus dem Dreieck Ahlen-Dortmund-Münster mit der starken Affinität zu akustischen Instrumenten, die sich für die Aufmerksamkeit auch gleich mit einem kleinen unplugged-Appetithappen bedankte, bevor es von der Bar ins den kleinen Konzertsaal des FZW ging.

Dort stapelte sich auf der Stage bereits das Equipment – immerhin sollten im Laufe des Abends bis zu neun Personen dort agieren. Den Anfang machte jedoch ein Duo, das mit Akustikgitarre, Mundharmonika und Cello antrat: TOMMY FINKE und sein Gast Daniel Brandl. Im Gepäck hatte der Bochumer Singer/Songwriter Lieder seiner beiden Platten „Poet der Affen“ (2010) und „Repariert, was Euch kaputt macht!“ (2008), mit denen er ohne Eile den musikalischen Reigen eröffnete. Überwiegend in deutscher Sprache vorgetragen, gab es gelegentlich auch englische Textfragmente zu hören, was dazu passte, dass es die aktuelle VÖ als Doppel-CD erschienen ist, welche die Songs sozusagen „zweisprachig“ präsentiert. Nach dem ruhigen Start kam „Kein Tod ist umsonst“ vom Debüt langsam in Fahrt, ehe „Du bist Eis“ vom gleichen Silberling für heftiges Cello-Geschrammel sorgte. Mit „Borderline Betty“ von „Poet der Affen“ ging es nahtlos und flott weiter, bevor „Stop The Clocks“ wieder leisere Töne anschlug. Nur schade, dass die Westfalen wie üblich einen deutlichen Sicherheitsabstand hielten und die Geräuschkulisse im Publikum recht laut war. Deshalb bat Tommy vor „Die Tiere suchen Futter“ wohl auch um Aufmerksamkeit. Immerhin spielt er die Nummer nur selten, da sollte man sich die Gelegenheit nicht entgehen lassen… Nach diesem ruhigen Intermezzo gab „Robert Smith in meiner Kneipe“ wieder Gas und „Eigentlich sind sie als Punkband unterwegs“ ließ die ersten 45 Minuten schließlich knackig enden. Mit dem Hinweis, man spiele auch auf Hochzeiten und einer letzten Verbeugung verabschiedeten sich TOMMY FINKE und Daniel Brandl unter freundlichem Applaus, wobei es mit dem Cellisten später noch ein Wiedersehen geben sollte.

Setlist TOMMY FINKE
Die B-Seite der Single
1000 Meilen
Kein Tod ist umsonst
Es kommt kein Schiff
Du bist Eis
Borderline Betty
Stop The Clocks
Raus aus dieser Stadt
Die Tiere suchen Futter
Robert Smith in meiner Kneipe
Eigentlich sind sie als Punkband unterwegs

Zunächst galt es jedoch schnell noch die BLACK-RUST-Instrumente zu stimmen, damit es schlanke zehn Minuten später schon mit dem Intro vom Titeltrack der heute in die Läden gekommenen zweiten Langrille „The Gangs Are Gone“ weitergehen konnte. Der Fünfer, der an den Percussions wie so oft Unterstützung von Papa Norbert Künne erhalten hatte, ging gleich in die Vollen und auch das Auditorium verlor langsam die Scheu, traute sich näher und wippte zumindest mit Füßen und Köpfen. Vielfach ist bei BLACK RUST natürlich auch einfach zuhören angesagt. So wie beim ruhigen „Bottom of The Glass“ vom 2009er Debüt „Medicine & Metaphors“, das wie das jüngste Baby in Kooperation mit Robin Proper-Sheppard von SOPHIA entstanden ist. Für diesen Track gab’s weibliche Gesangsunterstützung von einer gewissen Katharina, die auch beim wunderbaren „Broken Home“ mit von der Partie war, für das zudem auch Cellist Daniel wieder auf dem Plan erschien, während Multiinstrumentalist Julian Osthues zum Akkordeon griff, das beim folgenden „Waiting“ gegen ein blechernes Blasinstrument getauscht wurde. Nach dem flotten „Rain/Roses“ gab’s mit dem ersten Track, den Sänger und Gitarrist Jonas Künne für das neue Album geschrieben hat, ein sehr getragenes Zwischenspiel, das auf den Namen „From Now On“ hört, ehe er die NEIL-YOUNG-Nummer „Cpt. Kennedy“ allein mit seiner Gitarre performte. Für das grandiose „We Don’t Live Here Anymore“ kehrten die übrigen fünf Protagonisten an ihre Wirkungsstätte zurück und es konnte mit viel Gefühl, Drive und Gebläse weitergehen. Bei „Horizon (How I Hope That You’re Alive)“ gab’s ein Wiedersehen mit Katharina und auch für zusätzliche Gitarrenklänge fand sich noch ein Kollege namens Jan auf der Stage ein, sodass Herr Osthues sich in aller Ausführlichkeit seiner Trompete widmen konnte, während der zweite Julian (Jacobi) seinen Kontrabass zupfte und strich. In Sechser-Besetzung ließen es BLACK RUST dann bei „It’s Alright, Girl (I’m Only Lying)“ und dem „Untitled Folksong“ ordentlich krachen, bevor Daniel und Keyboarder Christoph Seiler den instrumentalen Hintergrund für „Silent Lament“ lieferten. Für dieses sehr getragene Stück legte Jonas sogar für einen Moment seine Langaxt beiseite. Als die übrigen Kollegen wieder auf der Bühne versammelt waren, griff auch er wieder zum Sechssaiter, um gemeinsam für das ganz große Emotions-Finale zu sorgen. Doch das nächste Highlight folgte auf dem Fuße, denn im Anschluss zog es die gesamte Mannschaft ins Publikum, wo BLACK RUST einen Moshpit anzuzetteln gedachten. Tatsächlich wurde daraus eine gelungene unplugged-Darbietung von „Still“, die ein wenig Lagerfeuer-Romantik ins FZW zauberte, wofür Drummer Adrian Hemley seine Schießbude gegen ein ungleich fragileres Xylofon tauschte. Mit „Back To Where I Started“ ging es passenderweise auf die Stage zurück, wo die Kapelle noch mal richtig hinlangte, um das reguläre Set um 22.25 Uhr zu beschließen.

Natürlich durfte ein Zugabenblock nicht fehlen und so legten sie mit dem fantastischen „Everything’s Fading“ gleich einen perlenden Rhythmus nach, ehe eine kommenden B-Seite auf dem Programm stand. „Misplaced And Godforsaken“ war ein knackiger Stomper, der viel Lärm machte und entsprechend nicht unbedingt ins Konzept von „The Gangs Are Gone“ gepasst hätte, zu dieser Stunde jedoch genau das Richtige war. Blieb nur noch „Having Panic About A New World War”, für das noch einmal alle Neune aktiv wurden. Nach einem ruhigen Start, bestach dieser Song mit einem eruptiven Höhepunkt, der das Konzert schließlich um 22.45 Uhr enden ließ, nachdem die Musiker sich ein letztes Mal verneigt hatten und das Outro verklungen war. So sieht ein perfekter Start ins Wochenende aus!

Setlist BLACK RUST
The Gangs Are Gone
These Days
Heartache Now!
Present Nothing, Past Less
Bottom of The Glass
Broken Home
Waiting
Rain/Roses
From Now On
Cpt. Kennedy (NEIL-YOUNG-Cover)
We Don’t Live Here Anymore
Horizon (How I Hope That You’re Alive)
It’s Alright, Girl (I’m Only Lying)
Untitled Folksong
Silent Lament
Still (unplugged)
Back To Where I Started

Everything’s Fading
Misplaced And Godforsaken
Having Panic About A New World War

Copyright Fotos: Ulrike Meyer-Potthoff

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