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BLACKFIELD 2011 – TAG 2

Ort: Gelsenkirchen – Amphitheater

Datum: 26.06.2011

Der Wettergott hatte doch tatsächlich ein Einsehen mit den Schwarzkitteln und schickte nach einem eher verregneten und kalten ersten Tag am Sonntag ganz wie es sich gehört auch die Sonne vorbei, die sich alle Mühe gab, die blassen Gohic-Gesicher und Schultern zu verbrennen. Natürlich gab es auch wieder jede Menge Musik im Amphitheater und auch das eine oder andere Schiff kreuzte an der Bühne, wobei eindeutig mehr private Bötchen unterwegs waren, deren Besatzungen von der Wasserseite aus einen Blick aufs Geschehen zu erhaschen suchtenund sich vermutlich vielfach ob der seltsamen Klänge gewundert haben werden, an was für eine Veranstaltung sie da geraten waren. Es ging am zweiten Tag auf jeden Fall eine Spur härter als am Samstag zur Sache, auch wenn dies beim Opener zunächst noch ein bisschen anders aussah.

BLITZMASCHINE

Gemeinhin geht man ja davon aus, dass es sich bei Newcomer-Bands um Jungspunde handelt, die womöglich noch zur Schule gehen und von der großen Karriere im Musik-Biz träumen. Newcomer sind BLITZMASCHINE zweifelsohne – mit ihrer zweijährigen Bandgeschichte sind sie sogar der jüngste Act des Festivals, Jungspunde sind die Herrschaften allerdings nun wirklich nicht mehr. Man lernte sich im Finanzgeschäft kennen und stellte bald fest, dass man ähnliche musikalische Leidenschaften teilte, die letztlich zu BLITZMASCHINE und dem im März veröffentlichten Debüt „Faustrecht“ führten. EBM für die Mittelschicht nennen die Hamburger ihren Sound und bewegten sich stilistisch damit nicht nur bei ihrem DAF-Cover „Liebe auf den ersten Blick“ ziemlich nahe an den deutschen Electro-Pionieren. Der Gesang klang derweil gern ein wenig böse, während die instrumentale Untermalung eher minimalistisch blieb, aber auch durchaus zum Tanzen einlud, was auch schon bei „Useless Pain“ geschah. „Blondes Mädchen“ lieferte dann bald Stakkato-Sounds, „Do Not“ machte ordentlich Tempo und auch „Kämpfe um mich“ trieb es eifrig nach vorn. Bei „Vorwärts“ war wieder die Nähe zu DAF unüberhörbar, dann war es das auch schon fast mit der ersten Gelegenheit des Tages, den Kreislauf wieder in Schwung zu bringen.

Setlist BLITZMASCHINE
Liebe auf den ersten Blick (DAF-Cover)
Useless Pain
Blondes Mädchen
Do Not
Kämpfe um mich
Vorwärts
?

STAHLMANN

STAHLMANN sind so etwas wie die Blue Man Group der Neuen deutschen Härte. Zumindest machen sie sich die Mühe, ihrem Antlitz vor jedem Auftritt eine Art stählernes Aussehen zu verpassen, um dem Begriff STAHLMANN nicht nur akustisch, sondern auch optisch gerecht zu werden. Bevor es so recht was zu sehen gab, wurde es zunächst aber erst einmal laut, ehe die Göttinger mit straightem NDH-Rock in die Vollen gingen und auf diese Weise „Willkommen“ sagten. Damit waren dann auch garantiert alle wach und konnten bei „Marschieren“ mitklatschen, bevor Sänger Mart ankündigte, dass der Frühschoppen vorbei und ab sofort mitzuarbeiten sei. Gegen diese sonntägliche Extraschicht hatten die Anwesenden aber auch gar nichts und gingen deshalb beim brachialen „Stahlmann“ und dem nicht ganz so heftigen „Kaltes Herz“ durchaus steil. Dass STAHLMANN mit EISBRECHER auf Tour waren, könnte der Grund dafür gewesen sein, dass eine Flasche Jim Beam an das Publikum gereicht wurde. Das macht auch Rampensau Alexx sehr gern, allerdings ist es in Sachen Bühnenpräsenz mit einer Buddel Schnaps noch nicht getan. Wobei die Jungs, die ihre NDH-Formation 2008 aus der Taufe gehoben haben, ihre Sache keineswegs schlecht gemacht haben. Auch ihr bisweilen etwas ruhigeres „Göttin“ kam mit viel Wumms um die Ecke, bevor „Hass mich… lieb mich“ wieder einen Zahn zulegte. Knackig-sehnsüchtig schloss sich „Herzschlag“ an, um schließlich mit dem „Teufel“ Adieu zu sagen.

Setlist STAHLMANN
Willkommen
Marschieren
Stahlmann
Kaltes Herz
Göttin
Hass mich… lieb mich
Herzschlag
Teufel

SONO

SONO sollten ja eigentlich schon 2010 auf der Blackfield-Bühne stehen. Stattdessen standen die Hamburger im Stau und haben ihren eigenen Auftritt verpasst. In diesem Jahr ist das Trio bereits einen Tag früher angereist und starteten seinen zweiten Versuch, der mit „2000 Guns“ eingängig und bassbetont begann. „All Those City Lights“ schloss sich mit viel Drive an, während Sänger und Gitarrist Lennart A. Salomon für das tanzbare „What You Do“ seine Langaxt an die Seite stellte und allein der Kraft seiner Stimme vertraute. Die präsentierte sich warm und einschmeichelt, überhaupt machen SONO Musik, die auch über die schwarzen Grenzen hinweg viel Zuspruch finden sollte. „Blame“ passt genauso gut auf den Dancefloor einer eher unspezifischen Disse und auch „A New Cage“ taugt zur entspannten Untermalung bei den verschiedensten Anlässen. Manchmal ging es bei den unfreiwilligen Staupiloten durchaus auch Richtung Techno und House – man merkte halt deutlich, dass die beiden Keyboarder Florian Sikorski und Martin Weiland auch als Produzenten tätig sind und wissen, was auf der Tanzfläche gewünscht wird. Deshalb ließ es „Better“ auch wieder krachen, bevor „Keep Control“ mit seinen Herzschlag-Beats sogar den Bretzelmann zum Tanzen animierte. Mit dieser Nummer haben sich die Hanseaten übrigens vor nunmehr fast zehn Jahren in den Focus der Öffentlichkeit katapultiert. In Gelsenkirchen haben sie sich mit „Keep Control“ verabschiedet, dürfen aber sicher auch ein weiteres Mal am Rhein-Herne-Kanal aufspielen.

Setlist SONO
2000 Guns
All Those City Lights
What You Do
Blame
A New Cage
?
Better
Keep Control

REAPER

Vasi Vallis scheint ein echter Workoholic zu sein. Mit seinen Projekten NAMNAMBULU und FROZEN PLAZMA nicht ausgelastet, hat er im August 2005 REAPER ins Leben gerufen und produziert auf diese Weise nicht nur härtere Klänge, sondern auch gleich sich selbst auf der Stage. Wo Vallis bei FROZEN PLASMA nämlich noch zurückhaltend an den Keys steht, wurde er mit REAPER zum Derwisch, der reichlich Futter für die Hupfdohlen im Amphitheater mitgebracht hatte. Zunächst einmal enterte allerdings sein rot geschminkter Mann an den Tasten die Bühne, bevor der Chef selbst dann in rot-schwarzer Gesichtsaufmachung der gotischen Gesellschaft seine Aufwartung machte. Irgendwann kam ihm in der strahlenden und schweißtreibenden Nachmittagssonne der Gedanke, dass es wohl nicht so schlau war, sich derart zu bemalen, aber danach fragte vermutlich niemand, es tanzten nämlich alle. Bereits zum Starter „The Devil Is Female” wummerten heftige Tanzrhythmen aus den Boxen und auch „Twisted Trophy Hunter“ setzte auf Full Speed, ehe der krachende Stomper „Execution of Your Mind“ auf das Volk losgelassen wurde. „Robuste Maschine“ ist nach Vasis eigenem Bekunden wahrscheinlich der bekannteste REAPER-Song, weil er nur aus einem Ton besteht, der aber gleich an zwei Synthesizern produziert wurde und zum akustischen Dauerbeschuss des Auditoriums geriet. Für die spanische Version der Single „Dirty Cash“ gab’s einen Kurzbesuch von Javi Ssagittar, der den Track auch auf der 2010 er EP eingesungen hat, ehe es mit „She Is A Devil And A Wore“ noch einmal was von Vali Vallis am Mikro auf die Mütze gab. An dieser Stelle übrigens noch die besten Genesungswünsche an Live-Gitarrist Gorden, der mit einer Lungenentzündung das Bett hüten musste.

Setlist REAPER
The Devil Is Female
Twisted Trophy Hunter
Execution of Your Mind
X-Junkie
Robuste Maschine
Dirty Cash (in der spanischen Variante “Dinero Sucio” feat. Javi Ssagittar)
She Is A Devil And A Wore

A LIFE DIVIDED

Bevor es mit den seit 2003 agierenden A LIFE DIVIDED weitergehen konnte, mussten mal wieder ein paar technische Probleme gelöst werden. Leider sollte es im Laufe des Tages auch noch Probleme geben, für die es dummerweise keine Lösung gab, aber davon später mehr. Die Jungs um EISBRECHER-Member Jürgen Plangger konnten schließlich mit 15 Minuten Verspätung ihre Show beginnen und rockten auch gleich auf das Feinste und mit einer guten Portion Gefühl. Anfang des Jahres ist die dritte Platte „Passengers“ erschienen, die von Noel Pix (Co-Kapitän auf dem EISBRECHER) produziert wurde. Natürlich lag das Hauptaugenmerk auf dieser Scheibe, von der beispielsweise das ebenso emotionale wie treibende „Other Side“ stammte. Auch „Anyone“ ist auf diesem Silberling vertreten und ließ eine volle Breitseite los, während am Himmel gemächlich ein Zeppelin vorbeizog. Die langatmige Ankündigung des nächsten Songs konnte sich Jürgen komplett sparen, denn kaum hatte er mit den ersten erklärenden Worten begonnen, wurde ihm auch schon ein „Sounds Like A Melody“ zugerufen und tatsächlich ging es auch mit einem krachenden Cover des ALPHAVILLE-Evergreens weiter, das sich mit massiven Gitarrenwänden bestens verkaufte. Am Start außerdem das energiegeladenen „Hey You“, bevor zur Single „Heart On Fire“ Lebkuchenherzen verteilt wurden. Diese unterschiedlich gearteten Deputate an die Zuschauerschaft scheinen tatsächlich von EISBRECHER auf die Bands im Umfeld abzufärben.

Setlist A LIFE DIVIDED
?
Words
?
Other Side
Anyone
Sounds Like A Melody (ALPHAVILLE-Cover)
Hey You
Heart On Fire

ASSEMBLAGE 23

Eigentlich waren ASSEMBLAGE 23 gar nicht für das Blackfield 2011 vorgesehen, aber dankenswerterweise sind die Synthie-Pop-Veteranen, die bereits seit 1988 ihre Keyboards unter Strom setzen, für ROTERSAND eingesprungen, die kurzfristig absagen mussten, da Sänger Rascal Nikov an einem verschleppten grippalen Infekt mit Verdacht auf Herzbeteiligung erkrankt war. Auch hier gute Besserung! Nicht nur, dass der in Seattle lebende Tom Shear mit seiner Live-Verstärkung Paul Seegers und Kevin Choby auf die Schnelle verfügbar war, das Bühnen-Equipment war so schnell aufgebaut, dass sogar die Verzögerungen bei A LIFE DIVIDED ruckzuck wieder eingeholt worden waren und eine weitere Tanzstunde pünktlich beginnen konnte. Die nahm dann mit solch bewegungsfreudigen Songs wie „Opened“ oder „Alive“ ihren vergnüglichen Verlauf und fand auch in „Let Me Be Your Armor“ vom 2001er „Addendum“-Album ihre Bestimmung. Zum Schluss gab’s noch „Divide“ auf die Ohren und für ASSEMBLAGE 23 verdienten Applaus für eine gelungene Lehrstunde in Sachen Synthie- und Future Pop.

LETZTE INSTANZ

Jetzt war es an der Zeit, ein wenig mittelalterlichen Glanz im Amphitheater zu versprühen und dafür hatten sich sieben Herrschaften aus Dresden auf den Weg nach Gelsenkirchen gemacht. Die Rede ist von der LETZTEn INSTANZ, die sich selbst als schwarze Rockband betrachtet und ihre Musik Goth’n’Roll nennt. Tatsächlich kommen bei der vor 15 Jahren gegründeten Kapelle auch noch klassische Elemente zum krachenden Rock mit folkigem Einschlag, denn die LETZTE INSTANZ rühmt sich, auch ein Cello und eine Geige ihr Eigen zu nennen,, weshalb auch der große, eiserne Stuhl nicht auf der Stage fehlen durfte, auf dem Benni Cellini mit seinem Streichinstrument Platz zu nehmen pflegt. Die Jungs hielten sich nach dem einleitenden Intro gar nicht erst lange auf und gingen stattdessen gleich mit „Dein Gott“ ans Eingemachte und auch „Neue Helden“ (übrigens die offizielle Hymne der Eishockey U18 WM) ließ es gehörig krachen, bevor bei „Komm!“ das erste Massenhüpfen einsetzte. Ehe die „Flucht ins Glück“ angetreten werden konnte, testete Sänger Holly (wie immer mit blankem Oberkörper), ob sein Auditorium auch schon die magischen Zeichen „L“ und „I“ mit ihren Händen bilden konnte und übte das Ganze in aller Ausführlichkeit und klärte vermittels entsprechend Lautgebung auch das Verhältnis zwischen männlichen und weiblichen Zuschauern. Spätestens beim mitreißenden „Tanz“ fraß das Blackfield dem Fronter aus der Hand und der nächste Kracher „Ohne Dich“ folgte auf dem Fuße. Okay, das Niederknien bei „Der letzte Tag“ ist jetzt nicht ganz so konsequent umgesetzt worden, dafür klappte das Tanzen und Singen der Fans umso besser und auch die Geschlechterspielchen bei „Finsternis“ liefen problemlos und mit dem zu erwartenden Ergebnis ab, wobei der „The Final Countdown“-Violinenpart von Sonnenschein M. Stolz verdientermaßen reichlich Beifall ernten konnte. Emotionaler Höhepunkt war dann aber „Wir sind allein“, bei dem auch auf den Rängen die Arme ausdauernd geschwenkt wurden und das Publikum ohne die Band noch weitergesungen hat und um eine Zugabe bat. Der LETZTEn INSTANZ blieb aus Zeitmangel allerdings nur noch, ein paar Wasserflaschen zu verteilen und sich ein letztes Mal zu verbeugen, dann kehrte nach 45 Minuten erst einmal wieder Ruhe ein.

Setlist LETZTE INSTANZ
Intro
Dein Gott
Neue Helden
Komm!
Der Garten
Flucht ins Glück
Tanz
Ohne Dich
Der letzte Tag
Finsternis
Wir sind allein

COMBICHRIST

Die sollte jedoch nur von kurzer Dauer sein, auch wenn COMBICHRIST als „ruhigster und romantischster Act“ des Tages angekündigt wurde. Daraus wurde natürlich nichts, denn bei den Norwegern um Mastermind Andy LaPlegua steht knallharter Industrial auf dem Plan. Entsprechend brach mit „Shut Up And Swallow” in wahres Inferno los, bei dem Drummer Joe Letzt dazu neigte, sein Drumkit zu zerlegen, sodass permanent an seinem Equipment geschraubt werden musste. Auch „Today I Woke To The Rain of Blood” machte mit Vollgas weiter und brachte das Auditorium langsam aber sicher zur Raserei, bis sich beim druckvollen „Follow The Trail of Blood“ das Amphitheater vollends in einen Hexenkessel verwandelt hatte. Darauf wollten COMBICHRIST dann natürlich gleich noch einen draufsetzen und wurden böse ausgebremst. Die Technik produzierte leider fiese Störgeräusche, die so gar nichts mit Industrial und EBM zu tun hatten. Deshalb kam Andy auch zu dem Schluss, sich gar nicht daran zu erinnern, diesen Song überhaupt geschrieben zu haben. Galgenhumor, der ihm wahrscheinlich zuletzt vergangen ist, denn am Ende mussten die Herrschaften ihren Auftritt abbrechen. Es gab zwar noch Versuche zu improvisieren und auch „Deathbed“ und „Fuck That Shit“ wurden noch zu Gehör gebracht, aber immer wieder tauchten Probleme auf, die schließlich zum finalen Break führten. Die Band war deshalb auch sichtlich genervt, auch wenn Percussionist Trevor Friedrich noch einen Witz machte und fragte, was cool daran sei, in einer Industrialband zu spielen. Seine Antwort: „Nothing!“. Tja, wenn man nicht spielen kann, ist es mit der Coolness ja auch schnell vorbei… Auf jeden Fall war es sehr, sehr schade, dass dieses von vielen mit Spannung erwartete Konzert nicht wie geplant vonstatten gehen konnte. Vielleicht können COMBICHRIST ja im nächsten Jahr noch mal ins Ruhrgebiet kommen. Bei SONO hat’s im zweiten Anlauf ja auch geklappt.

Setlist COMBICHRIST
Shut Up And Swallow
Today I Woke To The Rain of Blood
Follow The Trail of Blood
Deathbed
Fuck That Shit

EISBRECHER

Nachdem Alexx sich am Nachmittag schon mal aufs Gelände gewagt hatte und umgehend von Fans mit Beschlag belegt wurde, mit denen er dann geduldig Fotos machte, war es nun an ihm, seine Entertainer-Qualitäten auf der Bühne unter Beweis zu stellen. EISBRECHER absolvierten heuer ihr Debüt auf dem Blackfield und hatten sich dafür warm angezogen. Allerdings nicht, weil sie mit Publikumsschelte rechneten, sondern weil bei ihnen im letzten Jahr die „Eiszeit“ ausgebrochen ist. Mit dieser vierten Langrille, deren Titeltrack den Abend auch eröffnete, sind die Bayern mal eben bis auf Position 5 der Charts durchmarschiert und somit endgültig ganz oben im deutschen Musikzirkus angekommen. Auf der Stage trennten sie sich dann aber doch schnell wieder von ihren dicken Polarexpeditionsklamotten und rockten stattdessen in leichter Kleidung was das Zeug hielt. Das knackige „Willkommen im Nichts“ wurde deshalb auch mit rasenden Akklamationen bedacht und auch „Angst“ preschte ungebremst nach vorn. Mit „Leider“ schloss sich ein düsterer Rocker erster Güte an und auch das flotte „Heilig“ ließ nichts anbrennen. Außerdem gab’s natürlich wie immer Whiskey für den Checker (lt. Alexx übrigens gut als vorbeugende EHEC-Maßnahme), der sich später spendabel zeigte und die Flasche im Auditorium kreisen ließ. Zuvor kam jedoch die „Schwarze Witwe“, die 2004 auf dem selbstbetitelten Debüt das Licht der Plattenläden erblickt hat und animierte Herrn Wesselsky, sich mit einer Reitgerte leichte Schläge auf den Allerwertesten geben zu lassen. „Die Engel“ stammten vom letzten Studio-Output und zeigten sich gar nicht so zahm wie man es den ätherischen Himmelswesen gemeinhin nachsagt. Auch „Vergissmeinnicht“ vom 2006er „Antikörper“ wollte es wieder wissen, bevor für das rhythmusbetonte „Amok“ vier Ölfässer auf die Stage geschafft wurden, auf welche die Instrumentalfraktion wenig später eindrosch, ehe zu „This is Deutsch“ Gamsbarthut und Strickjanker Alexx’ Jodeleinlage optisch begleiteten. Absoluter Höhepunkt war aber einmal mehr das „Miststück“. Jene Nummer, die Alexx und Noel Pix bereits bei MEGAHERZ verzapft hatten und die sich beide Bands nach der Trennung 2003 teilen. Für diese Granate stieg der charismatische Fronter in den Graben hinab und ließ die Fans singen, die mal aus vollem Herzen ein „Miststück“ raushauen durften. Wie zu Beginn der Show,explodierten an dieser Stelle noch einmal Raketen mit weißen Luftschlangen, dann sollte es das nach 50 Minuten leider auch schon wieder gewesen sein und der glatzköpfige EISBRECHER-Kapitän verließ doch tatsächlich als Erster das Schiff. Seinen groben Schnitzer erkennend, kehrte er jedoch umgehend auf die Bühne zurück, präsentierte quasi als Entschuldigung den Damen noch seinen entblößten Oberkörper, um sich mit den Kollegen zu den Klängen von BONNIE TYLERs „Total Eclipse of My Heart“ unter Verbeugungen zu verabschieden.

Setlist EISBRECHER
Eiszeit
Willkommen im Nichts
Angst
Leider
Heilig
Schwarze Witwe
Die Engel
Vergissmeinnicht
Amok
This is Deutsch
Miststück

SCHANDMAUL

Man soll ja gehen, wenn’s am schönsten ist und für mich hätten SCHANDMAUL nach EISBRECHER kaum noch eine Steigerung bieten können. Außerdem stand nach dem Wochenende in der wunderbaren Festival-Parallelwelt am Montagmorgen wieder der Alltag vor der Tür, weshalb ich mich um kurz nach 21.00 Uhr auf den Nachhauseweg machte. Unser Fotograf zeigte mehr Ausdauer, weshalb wir immerhin noch Fotos liefern können, die verraten, dass Sänger Thomas Lindner am Arm verletzt war. Deshalb waren Gitarre und Percussions für ihn an diesem Abend auch tabu, weshalb er sich wohl mehr auf den Gesang konzentriert haben wird. In 90 Minuten wird da einiges auf dem Programm gestanden haben und es würde mich wundern, wenn die Mittelalter-Folkrocker aus dem Münchner Umland nicht noch das eine oder andere Trinklied zum Besten gegeben haben. Auch Gelegenheiten zum Mitsingen wird es sicherlich noch genügend gegeben haben, bevor um 23.00 Uhr das vierte Blackfield Festival Geschichte war. Auch wenn der Samstag wettertechnisch nur mit Einschränkungen zu genießen war, überzeugten Location und Line Up doch auch 2011 wieder, sodass wir 2012 gern wieder ins Ruhrgebiet kommen, um beim fünften Blackfield mit von der Partie zu sein.

Copyright Fotos: Uli Klenk

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