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BLOOD RED SHOES – WALLACE VANBORN

Ort: Bielefeld - Kamp

Datum: 03.12.2010

In irgendeinem in der Vergangenheit von mir verfassten Konzertbericht bediente ich mich schon mal der These „Fernsehen macht doof“ von OLIVER KALKOFE und heute muss ich es wieder tun. Diese Aussage muss ich allerdings hier teilweise widerlegen, denn ohne den österreichischen Musikkanal GO TV hätte ich mich bei heftigem Winterwetter heute kaum auf den Weg ins Kamp gemacht. Denn dieser Sender spielt, neben dem üblichen und kaum zu umgehenden Charts Kram, auch sehr gute, talentierte und von der Öffentlichkeit kaum wahrgenommene Indiebands, wie eben BLOOD RED SHOES aus Brighton, England. Ein Bekannter gab mir den Tipp, dass das Duo im Kamp ein Konzert geben würde. Kaum hatte ich den Laden betreten, da merkte ich: das wird voll heute, kein Wunder, eröffnete das Duo einige Shows von MAXIMO PARK und wusste schon dort zu begeistern.

Den Support übernahmen WALLACE VANBORN aus Belgien und beim Opener „Marching Sideways“ merkte man dem Trio noch eine gewisse Nervosität an, aber die legten sie nach dem mehr als wohlwollenden Applaus des Bielefelder Publikums schnell ab und gingen mit „Atom Juggler“ dann auch in die Vollen und bretterten mit ihrem Stoner Rock wild drauf los. Der Funke, den die Crowd gezündet hatte, übertrug sich auf Sylvester Vanborm, Dries Hoof und Ian Clement und man merkte gleich, die Jungs haben Spaß auf der Bühne. Ihr Set bestand hauptsächlich aus Songs von ihrem im November erschienenen Album „Free Blank Shots“ und natürlich wurde auch die Single „Rite Hands“ heftig abgefeiert. Und das ist der Unterschied zwischen dem Auditorium hier und dem ostwestfälischen EBM/ Darkwave Publikum, das nicht sofort jede Vorband akzeptiert, sondern im Gegenteil ignoriert. Davon waren wir heute meilenweit entfernt.

Setlist WALLACE VANBORN (ohne Gewähr)
Marching Sideways
Atom Juggler
The Liar
Shallow
NME Of Serpentine
Rite Hands
Cougars/ Genious
Cowboy Pandas Revenge’s

Nach einer kurzen Umbaupause – viel war ja nicht zu machen, nur Schlagzeug an die rechte Seite gestellt und auf der gegenüberliegenden Seite den Microständer platziert und die Gitarre vorbereitet – betraten Laura-Mary Carter und Steven Ansell die Stage und sie wurden schon beim ersten Ton des Titels „Boring By The Sea“ von den Fans euphorisch empfangen. Steven knüppelte gleich wild auf den Drums drauflos und musste sich nach links zum Publikum drehen um auch seinen Gesangspart wahrzunehmen. Die Anordnung seines Arbeitsplatzes war etwas ungewöhnlich, da er ja keinen direkten Blickkontakt zu den Fans, sondern nur Augen für seine Partnerin hatte, die sich mit ihrer Gitarre mächtig ins Zeug legte. Beide verstehen sich als verkappte Popband und heute prügelten sie ihren rockigen und teilweise auch punkigen Sound durchs Kamp. Die diesjährige Single „Light It Up“ markierte schon mal den ersten Höhepunkt des Abends und wenn ich mir so die auf dem Bühnenboden getapte Setlist anschaue, wird das leider mit 13 Songs auch ein recht kurzer. Das kann doch nicht sein, denn die beiden veröffentlichen schon seit 2005 einige Singles und dieses Jahr ist das mittlerweile das 3. Album „Fire Like This“ erschienen, also Songs genug haben sie doch. Dabei gingen sie äußerst routiniert zu Werke und mit „Heartsink“ wurde nach etwas mehr als einer guten Stunde auch schon das letzte Stück performt. Aber die Meute vor der Bühne hatte noch lange nicht genug und so musste das Duo wieder zurück auf die Bühne. Nur nahm dieses Mal Laura-Mary hinter dem Schlagwerk Platz und Mr. Ansell übernahm den Gitarrenpart: Nach nur einem Song wurde wieder getauscht und die Engländer spielten noch einmal 2 Zugaben, wobei Steven jetzt auf seinem Schlagzeug stand und weiter darauf rumprügelte.

Ein sehr solider Auftritt des Duos, das sich immer wieder den Vergleich mit THE KILLS, THE WHITE STRIPES oder auch mit THE SUBWAYS gefallen lassen muss. Und das kommt auch nicht von ungefähr, denn auch die BLOOD RED SHOES setzen auf den Minimalismus Gitarre/ Drums/ Gesang und basteln daraus Powersongs. Und mit SLEIGH BELLS steht schon die nächste Formation in den Startlöchern die mit ihren synthetisch unterstützten Lo-Fi Indie Pop in diese Liga aufsteigen will. Zu guter letzt bleibt noch die Frage, warum Frl. Carter das ganze Konzert über das Licht von hinten bekam und nur bei den Strobos konnte man für eine Millisekunde einen Blick auf ihr hübsches Äußeres erhaschen. Schade drum.

Setlist BLOOD RED SHOES (ohne Gewähr)
Boring By The Sea
It Is Happening again
Light It Up
You Bring Me Down
Count Me Out
When We Wake
Say Something
Don`t Ask
This Is Not For You
Keeping It Close
Dosen`t Matter Much
I Wish I Was Someone
Heartsink

Zugaben…

Copyright Fotos: Jörg Rambow

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