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BLOOD SPENCER – TROVER – WABBLEG – REVAGE (MOSH FORCES)

Ort: Herford - Elfenbein

Datum: 15.11.2008

Für nette, kleine aber stets feine Konzertveranstaltungen, gerade auch in Sachen härterer Gitarrenmusik, ist das Herforder „Elfenbein“ mittlerweile zu einer interessanten Adresse geworden. Und so reihte sich in die Liste der vielen, vielen Konzerte am 15.11.2008 auch das „Mosh Forces“ ein.

Den Anfang machte dabei der lokalen Platzhirsch REVAGE. Seit der Gründung vor fünf Jahren und einigen Besetzungsschwierigkeiten haben die vier Herforder es in diesem Jahr endlich geschafft, die erste professionelle EP fertig zu stellen, deren Liedgut natürlich auch live kundgetan werden sollte. Und so präsentierten man sein in Heavy- und Oldschool- ausuferndes Thrashmetal-Gewand vor einer ganz ordentlichen Anzahl an Besuchern, die sich recht schnell dazu ermuntert fühlten, ihre Haare kreisen zu lassen. Nette Soli (wie z.B. in „Dark Saint)“, fixes Drumming und der Konsum von Apfelsaft (welcher vom Publikum mit allerlei „Aaaapfelsaft!!“ und „Apfelsaft ist true!“-Rufen gewürdigt wurde) erzeugten eine ziemlich gute Stimmung, ansonsten wurde allerdings nicht mehr als Standard-Stoff geboten, der weder textlich noch vom Songwriting allgemein her großartige Kreativität aufblitzen lies. Immerhin bewegten sich die Jungs auf der Bühne sehr souverän, spielten weitestgehend sauber und sorgten mit Kompositionen wie „The Leader“ und „Black and White“ für Bewegung. Insofern kam man seiner Aufgabe als Opener schon sehr gut nach.

Diesen mindestens ähnlich gut weiterzuführen versuchten die im Anschluss loslegenden WABBLEG. Zwar führte man stiltechnisch den Abend jetzt in eine andere Richtung, doch die Wirkung blieb die selbe: Auch zu der Punk-Hardcore-Mischung des Trios wurde ziemlich gefeiert. Neben dem von Zeit zu Zeit von den mitgereisten Ochtruper Fans angestimmten Insider-Liedchen über einen Busfahrer wurden natürlich auch „richtige“ Songs gespielt. So startete man mit „Mind your own business“ und zeigte, dass man auch live die (positiv zu sehende) rotzige Attitüde der Songs sehr authentisch herüber zu bringen versteht. Elf stolze Jahre Erfahrung sprechen für sich und lies sich auch bei den weiteren Stücke wie „Paranoia“, „His Horns“, „Denker & Lenker“ und „Voices“ recht gut feststellen, da man sich auch nicht durch diverse Stage Crawler ablenken lies. Vor der Bühne sorgten auch weitere Stücke wie „Before, During, After“, das eingängige „Pick it up“ und „Anger is a strange desire“ für fröhliches Gepoge und auch einen gelungen Stage Dive. Nicht nur an letztgenanntem Titel lässt sich der Einfluss von Bands wie NO FX nun wirklich nicht leugnen und gibt im Zusammenspiel mit der Vorliebe für den Oldschool-Hardcore eine recht gefällige Mischung ab, die live sehr rau, aber ebenso stimmungsvoll vorgetragen wurde. Leider wurde es im laufe des Auftritts langsam wieder leerer, so dass viele das abschließende „Mr. Bigfish“ gar nicht mehr mitbekamen.

Ähnlich verhielt es sich dann auch bei TROVER, deren sehr cooler Mix aus (Nu) Metal, Rock und Hardcore leider nicht mehr allzu viele Verbliebene erreichte. Nach dem Bandtypischen „Are you ready to rumble?”-Ausruf zeigte „The Fight Club“ als Opener dafür dann den noch Anwesenden umso deutlicher, dass es an diesem Abend noch einiges zu rocken geben sollte. Die Stimmung dazu war jedenfalls gut, so sang man gemeinschaftlich ein fröhliches „Ein leben lang – die selbe Unterhose an“. Der Fünfer aus Espelkamp-Alt, der phasenweise ein wenig an die leider nicht mehr aktiven, aber in OWL durchaus bekannten FLUID ENC. erinnerte, lieferte eine gute Show, das Posing und die Handgriffe saßen, während man munter „Broken Dreams“, „Another Victim“ und „Count to Death“ aus den Boxen schallen lies. Diese geben im kleinen Elfenbein leider in nicht so ganz viel her, so dass der Sound auch an diesem Abend generell nicht optimal, aber immerhin Zweckdienlich war. Das dachten sich auch die fleißigen und heiteren Bewegungskünstler vor der Bühne, die sich gerne mal dazu entschlossen, sich der Sache noch etwas mehr zu nähern. Soll heißen: Kurzerhand wurde immer mal wieder die Bühne gestürmt, stieg ins Posing der Band mit ein, sang mit ins Mikro und zeigte sich auch ansonsten recht aktiv – zum Leidwesen des Drumsets. Dieses wurde nämlich Opfer eines übereifrigen Besuchers, weswegen „Take no prisoners“ aufgrund einer unglücklichen Landung im genannten Instrument wegen Reparatur-Arbeiten unterbrochen werden musste. Vielleicht denkt man bei so etwas noch einmal ganz anders über den Titel des Liedes. Anschließend konnte es aber dann normal, ohne Schäden und weiterhin recht fröhlich mit „Cold Fire“, „Sally“, „Diary of an escape“ und „Doom“ weiter- und somit auch ein cooler Auftritt zuende gehen.

Dann war es endlich an der Zeit, mein persönliches Highlight an diesem Abend auf der Bühne willkommen zu heißen. Dann nämlich, als BLOOD SPENCER auf den Plan traten. Beehrte man die Region zuletzt zweimal in der Bad Oeynhausener „Druckerei“, schickte man sich diesmal an, Herford beben zu lassen. Die erste Druckwelle setze dann auch nach einem Intro der Opener „A Fire once started“ ein. Direkt wurde mir gleich noch mehr bewusster, warum ich mich so auf diesen Abend gefreut habe: live schmettern BLOOD SPENCER einfach ungeheuer gut! Mit „A Revenge For The One-Eyed Man“ und „The Judas Castigation“ folgten gleich zwei Titel vom neuen Release und durften spätestens jetzt den Letzen davon überzeugt haben, dass die Jungs mal so was von steil gehen. Sauber und druckvoll feuerte man das Liedgut durch den Raum und überzeugte einmal mehr durch eine leidenschaftliche Bühnenpräsenz mit viel Bewegung und Energie. Die versuchte man auch aufs Publikum zu übertragen, welches aber gar nicht groß überredet werden musste, mit ein zu stimmen. Neben der musikalischen Darbietung verstehen es die fünf Münsteraner einfach ausgezeichnet, die Anwesenden zu motivieren. Das Set wurde dann weitergeführt mit „The Ohio Alliance“ und „Straight Across The Eye“, bis dann mit „Our Prophecy“ mein Lieblingsstück des neuen Werkes performt wurde. Und was soll ich sagen, auch dieses kommt live einfach nur derbe! Leider litt das ganze etwas unter den bereits thematisierten Einschränkungen durch die technische Ausstattung des „Elfenbeins“, zu dem zu allem Überfluss sich auch noch ein weiteres Problemchen gesellte: man war zu laut! Die außerhalb der Location zugelassene Dezibel-Zahl wurde überschritten, so dass es von nun an etwas leiser, mitnichten aber weniger eindrucksvoll weiterging. Mit „The Next Step Will Be The Hardest“ hatte man einen ganz neuen Song dabei, der mein Herz noch einmal um ein vielfaches höher schlagen lies. Ab und an verlies man auch den Schauplatz, um ein wenig mehr auf das Publikum zuzugehen, dieses wiederum fühlte sich dann ebenso manches mal Berufen, das Treppchen vor der Bühne zu besteigen. Allen voran einer: REVAGE-Drummer Alex enterte die Stage und stimmte fröhlich ins Headbanging mit ein – und er sollte nicht der einzige bleiben. Es folgte noch „Veil Yourself In Judgement“ und ein weiterer, gelungener Stage Dive eines Zuschauers, bis langsam das Ende des Abends eingeläutet werden sollte. Den würdigen Abschluss bildete natürlich „The Movie“, worauf hin als geforderte Zugabe noch einmal „The Judas Castigation“ folgte, bei dem ich es nun auch nicht mehr einsah, lediglich Fotos zu machen, sondern stattdessen auch endlich fröhlich in die Bewegungsfrohe Menge mit einzusteigen. Herrlich!

So endet also mein kleiner Bericht von einem kleinen, netten Abend, welcher leider besonders zum Ende hin etwas wenig besucht war. Ein gut gemischtes Billing mit ordentlichen bis sehr guten Performances, deren Qualität über den Abend immer mehr zunahm und einen guten Eindruck vom „Mosh Forces“ hinterließt. Möge der Mosh mit euch sein, auch beim nächsten Mal!

Copyright Fotos: Alexander Vogt

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