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BLOODY MARY – MASTERS OF DARK FIRE

Ort: Berlin - Maschinenhaus

Datum: 20.09.2008

Es waren nicht viele, die sich am 20. September im Maschinenhaus der Berliner Kulturbrauerei versammelt hatten. Normalerweise könnte man das als schlechtes Omen betrachten. Ich wähle in diesem Fall lieber zu sagen, dass es nur wenige Auserwählte waren die das Geschick hatten, zur rechten Zeit am rechten Ort zu sein, und somit in den Genuss eines absolut zufriedenstellenden Konzertes kamen.

Den Auftakt gaben MASTERS OF DARK FIRE mit „Garden of Love“. Gleich von Anfang an sorgt die Band für Überraschungen. Sei es mit der sehr gemischten Optik der Musiker oder mit dem traditionellen aber durchaus innovativen, düsteren Rock. Auch die Stimmgewalt und technischen Fähigkeiten von Sänger ASGAR sind wirklich beachtlich. Ebenso interessant die Gitarrenriffs des Gitarristen und Keyboarders FROST. Aber der wahre Blickfang ist die blutjunge Bassistin ToXiCa. So kam es, dass man sich vor einer stilvoll melancholisch beleuchteten Bühne befand und der Blick langsam nach rechts wanderte, wo ein junges Mädchen mit beachtlicher Kontrolle einen Kontrabass bediente, der genauso groß war wie sie selbst. MASTERS OF DARK FIRE sind nun mal eine Band mit Eigenheiten, mit Ecken und Kanten. Genau aus diesen Eigenheiten entsteht ein Zusammenspiel auf der Bühne, das auch diesmal für eine interessante Show sorgte. Während ToXiCa immer wieder zwischen dem Kontrabass und dem E-Bass hin und her wechselte und FROST auch manchmal die Gitarre kurzzeitig gegen das Keyboard eintauschte, wirbelte ASGAR über die Bühne und zog mit seiner hypnotischen Stimme und seiner bescheidenen Art alle in seinen Bann. Es war deutlich zu sehen, dass die wenigen, die gekommen waren, ihren Spaß hatten. Kleine Pannen kamen vor, was kein Wunder war: Der neue Drummer war gerade seit 4 Wochen in der Band. Dafür allerdings litt der CD-Spieler mit dem MODF ihre Samples abspielen hingegen ein wenig an Altersschwäche. All das ändert nichts daran, dass die Stimmung klasse war: Die Show düster, das Publikum angetan, und ich persönlich war extrem positiv überrascht, dass die Truppe dazu fähig ist, ein sehr würdiges Cover der ehrenwerten SISTERS OF MERCY abzuliefern. Auch ihre Version von „Twist in my Sobriety“ ließ sich hören. Dies sollte allerdings nicht die eigenen Songs der Band in den Schatten stellen. Der dunkle melancholische Rock der MASTERS OF DARK FIRE kommt live nämlich ganz ausgezeichnet.

Setlist MASTERS OF DARK FIRE
Garden of Love
When I am dead
Neighbours
Dullahan
First and Last and Always (Cover: SISTERS OF MERCY)
Sundown (Cover: THE CASCADES)
The Pirate
Börgerende
Missing Tears
Twist in my Sobriety (Cover: TANITA TIKARAM)
Hexen 1 x 1 (Cover: THE CASCADES)
City of the Damned

The Pirat
City of the Damned

Als die MASTERS OF DARK FIRE nach zwei Zugaben die Bühne verlassen hatten, folgte eine zum Glück recht kurze Umbaupause. Dann wurde es kurz still, BLOODY MARY betraten die Bühne- und wendeten erst einmal dem Publikum dem Rücken zu. Was dann mit „Velvet“ folgte, war ein für Maschinenhaus-Verhältnisse direkt brachialer und bombastischer Auftakt. Kaum hatten die Jungs sich umgedreht, begannen sie auch schon ordentlich zu rocken. Optik, Auftreten und Sound zeigten von Anfang an: Hier sind echte Rockstars am Werk. Die Show, die BLOODY MARY lieferte,n hätte genauso gut in der Columbia Hall oder der Treptower Arena stattfinden können. Das Kaliber hat auf jeden Fall gestimmt. Die Band hat live all den Stil und die Power, die man sich aus Mailand nur erhoffen kann. Absolut jedes der Bandmitglieder geht auf der Bühne, ab als gäbe es kein Morgen mehr. Die rauchige Stimme und das enorme Charisma von Sänger Aldebran machten den ohnehin schon kernigen Auftritt von BLOODY MARY zu einem echten Erlebnis. Spätestens mit „Cease to burn“ hatten sie das Publikum mitgerissen und es wurde ausgelassen getanzt. Auch die anderen Songs vom Album BLOOD’N’ROLL kamen ausgesprochen gut an. Eine besondere Freude waren natürlich die neuen Titel. Leider war das neue Album noch nicht fertig, und auch wenn mehrere neue Kompositionen gespielt wurden, war das Konzert nicht wie geplant ein Record Release. Aber wenn das bedeutet, dass BLOODY MARY bald wieder nach Berlin kommen werden, kann das nur von Vorteil sein.

Setlist BLOODY MARY
Velvet
Better Down
Drops
Cease to burn
It’s too late
Deathly Gone
Icy Blue
Somebody to Love
Little Sister
Pet Cemetery (Cover: RAMONES)

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