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BLUTENGEL – MISS CONSTRUCTION – AVOID KHARMA

Ort: Bochum - Matrix

Datum: 21.04.2009

Nachdem ich die Ehre hatte, die neue BLUTENGEL-Scheibe zu rezensieren, und sie zunächst nicht so wirklich gelungen fand, wollte ich mir ein zweites Urteil erlauben und mir die neuen Stücke live zu Gemüte führen. Da BUTENGEL bekanntlich sehr gern und viel touren (hab ich zumindest das Gefühl) ließ diese Chance auch nicht lange auf sich warten. So krallte ich mir mitten in der Woche (ja, das Konzert war an einem Dienstag…) einen guten Freund und machte mich mit ihm direkt nach der FH auf den Weg gen Bochum, in meine heißgeliebte Matrix.

Schon allein die Fahrt dahin war ein Erlebnis für sich – warum das so war, hat allerdings wenig mit dem eigentlichen Konzert zu tun. Nur soviel zum schmunzeln und falls uns jemand gesehen haben soll: Mein Begleiter Marcus hätte glatt als Ozzy Double durchgehen können, was allgemein für Erheiterung sorgte – auch vor der Halle, wo schon eine halbe Stunde vor Einlass eine lange Schlange anzutreffen war, vielleicht in der Hoffnung, mal wieder jemanden der Band vor der Show zu Gesicht bekommen, oder auf einer weiteren DVD zu landen (böse Zungen behaupten, ich wäre auf der letzten drauf… gut, dass ich die noch nicht gesehen hab…).

So kam es beim Einlass wieder zu dem üblichen Gedränge – in der Location gibt es ja bekanntlich sehr wenige Plätze in der ersten Reihe. Ich nahm’s gelassen – als Fotografin sollte ich ja eh wieder nach vorn kommen. Schon am Einlass wurde ich aber eines besseren belehrt „Kein Fotograben – heute Pyros!“ – Ja ja ich weiß – BLUTENGEL halt… kenn ich doch schon vom letzten Jahr. Also wieder nur ein paar Songs? – Ne, gar keine! Nicht so begeisterter Gesichtsausdruck meinerseits… wie ich so was hasse… vor allem (und das muss ich einfach mal loswerden): Hallo, was waren das bitte für Baby Pyros??? Und vor allem auch nur bei einem einzigen Song!!! Da ist man mehr gewohnt. Na ja, schmollenderweise hab ich’s dann doch geschafft, mich in eine halbwegs gute Foto Position zu bewegen (Danke noch mal an die lieben Leute in der ersten Reihe, die mir Platz gemacht haben.) Ergebnisse sind nicht so toll wie die vom letzten Jahr, aber immerhin.

Nach dem ganzen Stress ging’s auch sehr bald los. Na ja, nicht ganz pünktlich, aber gut. MISS CONSTRUCTION, ein Pohl Projekt das wohl der Nachfolger von TUMOR sein soll, betraten die Bühne der jetzt schon viel zu heißen Matrix. Mit ihrem Debüt „Kunstprojekt“ kamen die Jungs sehr gut an, so dass ihr „Meister“ Chris Pohl sie direkt mit BLUTENGEL auf Tour nahm, und ich muss sagen, dass es sich wirklich gelohnt hat. Zwar etwas prollig für meinen Geschmack, vor allem, wenn man bedenkt, was der Hauptact BLUTENGEL normalerweise für Fans zu den Konzerten lockt, aber dennoch kam gute Stimmung auf und die Beats flogen einem nur so um die Ohren. Was mich erstmal irritierte – neben „Kunstprojekt“ und dem TERMINAL CHOICE-Cover „Totes Fleisch“ war mir noch der Song „Fuck me too“ bekannt, der von einer Frau gesungen wurde… ich war also erstmal der Annahme, das es sich hier um mindestens eine Frau und einen Mann auf der Bühne handeln müsse… da wurde ich erstmal „enttäuscht“. Gordon von TERMINAL CHOICE und noch zwei weitere mir unbekannte Gestalten betraten die Bühne und weit und breit keine Frau zu sehen… Hmm… Na ja, mal sehen, was das so gibt… Ich meine, „Fuck me too“ aus einem Männer Mund… interessante Vorstellung. Nun ja, von den zwei anderen Personen nahm einer hinter dem Keyboard und der andere hinter dem Schlagzeug Platz… Ok, das Schlagzeug kam eher nur als „Show“ rüber, wenn ihr mich fragt, doch mit „Slaughterhouse“ ging’s dann los. Man muss schon sagen, das Ganze machte recht viel Spaß, es wurde neben eigenen Sachen wie „Fuck U Bitch“ und der „Ballade“ „Lunatic“ auch der schon genannte Coversong von TERMINAL CHOICE „Totes Fleisch“ dargeboten. Alles in allem eine nette Show, die – wie auch nicht anders zu erwarten war – mit „Kunstprodukt“ beendet wurde – aber nichts wirklich besonderes.

Setlist MISS CONSTRUCTION
Slaughterhouse
Fuck U Bitch
Totes Fleisch
Hass und Liebe
Lunatic
Electro Beast
Kunstprodukt

Dann war erstmal wieder Ruhe auf der Bühne – Umbaupause. Die zog sich aber irgendwie sehr, sehr lang. Da schien was im Busch zu sein, soviel war klar. Nach ca. 35 Minuten tat sich dann endlich was: Einer der AVOID KHARMA Jungs betrat die Bühne ganz ohne Intro und ohne alles – was war da los? Jedenfalls nichts Gutes, technische Probleme? Nichts dergleichen – es wurde uns mitgeteilt, dass der Bus letzte Nacht etwas abgefackelt sei, der Sänger aufgrund des Rauchs Probleme mit seiner Stimme habe und sie somit nicht auftreten können. Er bat noch mal um Entschuldigung und überließ den Technikern wieder das Feld, um für BLUTENGEL umzubauen. Mir stellt sich jetzt die Frage, warum man dann erst 35 Minuten für eine Band umbaut, die nun doch nicht auftritt. Die Menge der Enttäuschten Gesichter in der Menge blieb allerdings überschaubar, die meisten waren wohl eher erleichtert, so den letzten Zug noch bekommen zu können.

Somit ging’s also recht schnell mit dem heutigen Headliner BLUTENGEL weiter. Schönes Bühnenbild diesmal – mit Laternen und Eiszapfen. Als das Intro losging, wurden die Laternen von einem Nachtwächter entzündet, bevor es nahtlos zum ersten Song des „Schwarzen Eis“ Albums – „Behind the Mirror“ – überging. Von da an war es eine typische BLUTENGEL Show. Wie Marcus immer so schön zu sagen pflegt „mit Kunstblut und Titten und Ärschen und Feuer“ – ja, auch wenn ich bei dem Kommentar erstmal lachen musste, er hat ja irgendwo recht. Wie schon zu erwarten war, stand das aktuelle Album deutlich im Vordergrund und ich hatte mal die Möglichkeit, mir von der Live-Tauglichkeit der Stücke ein Bild zu machen. Und ich wurde positiv überrascht: Was auf der CD etwas drucklos klang, hatte live einiges mehr zu bieten. Besonders Songs wie „Kind der Nacht“ und „Dancing in the light“ mach(t)en live einiges mehr her. Die Bühnenshow war gut wie immer – und die gesangliche Leistung der BLUTENGEL lies wie immer keine Wünsche offen. Mir kam es etwas komisch vor, dass Constanze diesmal weniger auf der Bühne war als sonst, meistens waren Chris und Uli oder die beiden solo dort oeben. Apropos solo, das von Uli gesungene „Secret Places“ kommt live absolut perfekt – vor allem, wenn die kleine Powerfrau dabei trotz hohen Pfennigabsätzen über die Bühne fegt. Ich wusste übrigens bis zu dem Tag nicht, dass Tänzerin Sonja nicht mehr dabei ist, die beiden neuen im Bunde machen sich allerdings ganz gut.

Mir fehlten an diesem Abend allerdings Songs wie „Seelenschmerz“ oder „Vampire Romance“ – überhaupt gab es fast das komplette „Schwarzes Eis“-Werk zu hören, ein paar Stücke von „Labyrinth“ und wenige alte Klassiker. Schade eigentlich. Ansonsten wie immer eine schöne, runde Show, bei BLUTENGEL krieg man eben was geboten – ob man die Musik nun mag oder nicht ist eh Geschmackssache – mir persönlich hat die Show das neue Album deutlich näher gebracht, so dass es nun auch des öfteren in meinem CD Player rotiert.

Copyright Fotos: Cynthia Theisinger

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