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BOCHUM TOTAL 2008 – DONNERSTAG

Ort: Bochum

Datum: 03.07.2008

Regen. Damit begann alles. Mit scheinbar nie enden wollendem Regen. Den ganzen Vormittag über sprang ich zwischen diversen Wetter-Webseiten und dem Fenster hin und her doch es sollte nicht besser werden. Die Vorfreude war dennoch groß. Also ging es um 14 Uhr auf, um den Pressepass abzuholen. Dies war schnell erledigt und so nutzte ich die verbleibende Zeit, um mich an den Bühnen schon mal umzuschauen. Langsam füllte sich auch der Platz vor der 1LIVE Bühne und die ersten Fans warteten bereits auf GHOST OF TOM JOAD.

Um 17 Uhr ging es dann endlich los und GOTJ eröffneten offiziell die 1LIVE Bühne. Die drei Münsteraner Henrik, Christoph und Jens heizten das bereits durchnässte Publikum wieder auf und ernteten begeisterten Applaus. Langsam stieg die Stimmung an und der Regen war bald vergessen, da man sich mit dem „nass sein“ mittlerweile abgefunden hatte. Nach diesem Auftakt, der meines Erachtens nicht besser hätte sein können, machte ich mich auf zur RING Bühne, wo EL*KE auf dem Programm standen. Der Platz vor der Bühne füllte sich rasch umso näher der Gig der Berliner Band rückte. Als sie um 18:30 Uhr die Bühne betraten fand man in den ersten Reihen unübersehbar ihre Fans und unter lautem Applaus zogen EL*KE auch mich allmählich in ihren Bann. Der Name war mir natürlich zuvor schon ein Begriff gewesen, live hatte ich sie aber noch nie erleben dürfen. Harter Gitarrensound mit punkigen Texten und einem Hauch von „anders-sein“. Als Fazit kann man nur sagen: Live sind EL*KE auf jeden Fall immer einen Besuch wert und bei der nächsten Gelegenheit wird man mich auf jeden Fall bei einem ihrer Konzerte wieder finden. Songs wie „Adrenalin“ und „Autobahn“ ließen das Publikum rocken, und die erste Single „Aufstand“ konnte kaum besser ankommen.

Als nächstes hieß es schnell zurück zur 1LIVE Bühne, wo BLIND auf dem Programm standen. Zugegeben, mir war die Band bis dahin kein Begriff also musste ich mich einfach mal überraschen lassen. BLIND betraten um 19:30 Uhr eine mittlerweile ebenfalls gut gefüllte Stage und wurden vom Publikum lautstark empfangen. Bereits nach den ersten Tönen von Sänger Steve Joachim und dem alternativen Sound seiner Band Kollegen war ich zugegebenermaßen schwer beeindruckt. Sie präsentierten ihre aktuelle Single „Today I Break Loose“ und diverse andere Songs aus ihrem ebenfalls aktuellen Album. Ein kleiner Patzer von Sänger Steve ließ mich leicht schmunzeln, irgendwie wollte sein Gesang nämlich einfach nicht zu der gespielten Tonart seiner Bandkollegen passen. Aber wie man weiß, passiert das jedem Mal und nach einigen Sekunden hatte er alles wieder unter Kontrolle. BLIND gaben Vollgas auf der Bühne und Steve stellt das unter vollem Körpereinsatz professionell zur Schau. Da lässt man sich doch gern mitreißen und hüpft sich trocken. Die Stunde verging leider wie im Fluge was eigentlich schade war, denn ich hätte gern noch mehr gesehen.

Als BLIND die Bühne verlassen hatten, konnte man den Austausch des Publikums beobachten. Die PANIK Fans erkämpften sich die Plätze in den ersten Reihen und auf der Bühne begann man bereits alles für den Headliner des Tages vorzubereiten. PANIK, die bekanntermaßen zuvor auf den Namen „NEVADA TAN“ gehört hatten, wurden schon sehnsüchtig erwartet und auch wenn die hinteren Reihen lückenhaft blieben, war die Stimmung auf dem Höhepunkt angelangt und auch für mich persönlich waren PANIK das Highlight des Tages. Mit leichter Verspätung betraten die Schleswig-Holsteiner Jungs dann die Bühne. Was sofort auffiel war, dass jemand fehlte. Jan – der DJ – war irgendwie nicht aufzufinden. MC Timo ließ die Zuhörer aber nicht lange im unklaren über sein Verbleiben und bat ihn zu sich auf die Bühne. Die Belustigung stand ihm ins Gesicht geschrieben und er ließ es sich nicht nehmen, diese mit den Fans zu teilen, denn der Grund warum Jan nicht seinen Platz hinter den Turntables einnehmen konnte, war ein defektes Netzteil und ein Ersatzteil hatte man nicht dabei. Allerdings schaffte ein Mitarbeiter bald ein neues heran und PANIK konnte nun doch als komplettes Team die Menge begeistern. Neben ihren Hits „Revolution“ und „Was würdest du tun“ spielten sie so gut wie alle vom Album bekannten Songs mit einer wirklich beeindruckenden Energie. Frank, Timo, Juri, Linke, Jan und David sind trotz ihres jungen Alters keine Newcomer mehr in der Musikszene und ihre Live-Show konnte kaum besser sein, so trieben Timo und Frank dann auch den Mädchen in den ersten Reihen die Tränen in die Augen – manche sogar ins Sani-Zelt. Aufgeblasene Kondome wurden kurzerhand zu Luftballons umfunktioniert, flogen durch die Luft und dienten Timo dann als Bühnenspielzeug. Nach einer Stunde voller Action sollte aber auch der Auftritt von PANIK sein Ende finden, natürlich nicht ohne Zugabe. Man ließ dem Publikum die Option zwischen einem soften und einem harten Song zu wählen und wenn man PANIK auf der Bühne erlebt hatte, war vorauszusehen, dass die Wahl auf den harten Titel fiel. Also gaben die Jungs noch einmal alles und verabschiedeten sich unter lautem Applaus dann wohl verdient von ihren Fans. Kaum hatten sie die Bühne verlassen, sah man auch schon die PANIK-Fans losrennen um an einem der Ausgänge ihre Lieblinge anzutreffen. Einige hatten sicher Glück.

So endete der erste Tag von Bochum Total und ich verließ die immer noch gut gefüllte Innenstadt, um neue Kräfte für den kommenden Tag zu sammeln.

Copyright Fotos: Ramona „Hailie“ Schwarz

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