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BOCHUM TOTAL 2008 – FREITAG

Ort: Bochum

Datum: 04.07.2008

Ein neuer Tag begann und ich war sehr gespannt, ob der Donnerstag noch zu toppen wäre. Das Wetter war zumindest um einiges besser. Punkt 17 Uhr kam dann auch die Sonne raus und es wurde richtig warm – und dann heiß. Und schönes Wetter zieht bekanntlich Menschen an, so war es dann um 17 Uhr auch schon wesentlich voller als den Tag zuvor. Erleichtert, nicht wieder vollkommen durchnässt zu werden, fand ich mich pünktlich zu Beginn an der RING Bühne ein, wo die STOMPIN‘ SOULS aus Stockholm den Freitag des Festivals eröffneten. Die Schweden lieferten eine Mischung aus Garage House und Rock, was beim Publikum recht gut ankam. Die Menge rockte bereits nach den ersten Songs kräftig mit und ich hatte den Eindruck, dass bereits jetzt mehr Bier floss als am Vortag. Um bei dem guten Wetter auch nichts zu verpassen, machte ich mich dann aber nach ein paar Fotos direkt wieder auf zur 1LIVE Bühne, wo mich BAKKUSHAN aus Mannheim mit Deutschem Alternative Pop empfingen. Die Band brachte die Zuschauer mit Songs wie „Springwut“ zum tanzen und natürlich zum springen und sie ließ es sich auch nicht nehmen, ihr eigenes Andenken von diesem Erlebnis mit nach Hause zu nehmen und hielt die tanzende Menge mal kurzerhand auf Video fest.

Auf dem Weg zurück zur RING Bühne fiel schon auf halber Strecke auf, dass es deutlich voller war als noch kurz zuvor. Und deutlich voller heißt auch deutlich voller. Ein Durchkommen war kaum noch möglich, aber irgendwie habe ich es dann doch geschafft und wartete auf die angekündigte Band IRIE RÉVOLTÉS. Eindrucksvoll war bereits das Intro der Combo. Einheitlich mit schwarzen Kapuzenpullis bekleidet stürmten sie die Bühne und forderten „Haut les bras, les rebelles sont là!“ („Hoch die Arme, die Rebellen sind da!“). Bei der schweißtreibende Bühnenshow die im Folgenden geboten wurde und einer Mischung aus Reggae, Ska und Hip Hop blieb dann auch kein Arm unten. Was passt auch besser zusammen als Ska und Summer-Feeling bei gefühlten 30 Grad?! Die neunköpfige Band mischt gesellschaftskritische Texte mit positivem Lebensgefühl und mir persönlich hat es unheimlich viel Spaß gemacht IRIE RÉVOLTÉS zu erleben und jeder Ska-Fan sollte sich das mal gegeben haben.

Die letzten Klänge von IRIE RÉVOLTÉS blieben für mich allerdings ungehört, denn schon ging es wieder durch die überfüllte Fußgängerzone der Bochumer Innenstadt zurück zur 1LIVE Bühne. BELASCO aus London hatte ich fast verpasst, denn wenn man alles sehen will, ist man wirklich nur noch am hin und her rennen – aber man will ja alles sehen, oder? Zwei Songs der Briten konnte ich dann aber erfreulicher Weise doch noch miterleben. Ein wenig erinnerte mich der Sound an PLACEBO, aber Vergleiche zieht man besser vorsichtig, denn die Bühnenshow von BELASCO wies dann doch keine Parallelen mehr auf. Drei nett anzusehende Londoner Jungs präsentierten gute Rockmusik. Leider zu kurz wegen dem schon erwähnten Zeitdruck.

19:30 Uhr – Sonne – immer noch. Und das ist auch gut so, denn auf der RING Bühne erwarteten mich HEY HEY RADIO! Diesmal konnte ich behaupten: „Hab ich schon von gehört“. Aber was dann kam, brachte mir das Staunen ins Gesicht. Ich hatte mich ja schon ein bisschen gewundert als ich den Drumcomputer auf der Bühne entdeckte. Pünktlich auf die Minute stürmten dann fünf, in Tennis-Outfits gekleidete Herren auf die Bühne. Eindrucksvolle Aufmachung, aber Zeit um sich darüber zu wundern blieb kaum, denn der Drumcomputer kam umgehend zu seinem Einsatz. Ich hab’ ja schon einige Techno- bzw. Hardstyle Veranstaltungen mitgemacht – aber dieser Bass stellte so gut wie alles in den Schatten. Rockmusik mit Hardstyle Bass war wie ich zugeben muss eine ganze neue Erfahrung. Frontmann Alex suchte ständig den Kontakt zum Publikum und ließ sich feiern und der Song „Last Black Box“ fand den Weg zu meiner persönlichen Favoriten Liste. Ein Blick auf die Uhr erlaubte mir allerdings nicht die ganze, wirklich experimentelle Show von HEY HEY RADIO! bis zum Ende anzuschauen, denn DÚNÉ aus Dänemark spielten zeitgleich auf der 1LIVE Bühne. Dort angekommen waren die Rufe nach dem 19 jährigen Sänger Matthias Kolstrup nicht zu überhören. Mit schwarzem Sakko und blonden Locken brachte er seine weiblichen Fans zur Ekstase, nicht weniger als er erreichte Keyboarderin Cicilie die Herzen des männlichen Publikums. Die noch recht jungen Dänen gaben alles. Showtechnisch ließe man nichts aus – nicht mal das hochklettern an der Bühnenwand. Und nach insgesamt einer Stunde verabschiedeten sich DÙNÈ auch schon wieder von ihren Fans.

Erneut konnte man den fliegenden Wechsel in den ersten Reihen verfolgen. Die STANFOUR-Fans machten sich bereit für den Headliner des heutigen Abends. STANFOUR von der Insel Föhr. Oder doch Los Angeles? Wie mir Sänger Konstantin später im Interview verriet, lebten er und sein Bruder Alex eine Zeit lang in L.A. und so klingt auch ihre Musik, wovon ich mich um 20:45 Uhr unter einem tosenden Empfangsapplaus selbst überzeugen konnte. Konstantin, Eike, Christian, Alex und Paul spielten etwas über eine Stunde eine Mischung aus American Highschool Punk und Pop-Rock. Kreischende Mädchen und ein fast schon überfüllter Platz vor der 1LIVE Bühne sprachen da für sich. Das Publikum war bis ins letzte begeistert und somit war es wohl eine sehr gute Wahl STANFOUR als Headliner auftreten zu lassen. Als Konstantin den Hit „For All Lovers“ anstimmte, stieg die Menge sofort mit ein und das Publikum begleitete größtenteils jede Silbe. Den von den Zuhörern schon heiß ersehnten Song „Do It All“ hoben sich STANFOUR für die Zugabe auf und beendeten damit einen gelungen Auftritt. Die Fans waren überglücklich als sich die Jungs nachträglich noch Zeit für Autogramme und Fotos nahmen. Das letzte was ich an diesem Abend von Bochum Total sah war, dass Gitarrist Christian sich mit einigen Auserwählten aufmachte um den Abend ausklingen zu lassen. Alles in allem also ein gelungener zweiter Tag, bei dem auf jeden Fall für jeden etwas dabei war.

Copyright Fotos: Ramona „Hailie“ Schwarz

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