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BOCHUM TOTAL 2008 – SAMSTAG

Ort: Bochum

Datum: 05.07.2008

Strahlender Sonnenschein. Besser konnte der Tag nicht beginnen. Das Wetter ist ja nun mal bei Outdoor-Veranstaltungen immer ein wichtiger Faktor. Um 16:30 Uhr hieß es für mich wieder „auf in die Bochumer Innenstadt“, um pünktlich um 17:00Uhr an der RING Bühne zu sein wo P:LOT den dritten Tag einleiten sollten. Aber wo blieben sie? Die Bühne blieb genau so leer wie der Platz davor. Außer ein paar Leutchen war nicht viel los. Ich wunderte mich zwar darüber, verließ dann aber für kurze Zeit den Platz, um KIND IM MAGEN? Auf der HEINZ Bühne aufzusuchen. Die in Bochum ansässige Punk-Band hatte bereits begonnen. KIM? spielten gerade „Stadt der Winde“, eines meiner Lieblingslieder, als ich ankam. Wie ich es von ihnen gewohnt bin, hatten sie auch diesmal einen engen Draht zum Publikum und gewannen Sympathiepunkte mit „Ruf-Spielchen“. Trip-Tom rief „Es prickelt in Bochum“ und das Publikum antwortete „Ahoi“. Man konnte KIM? Ansehen, wie viel Spaß sie hatten, in ihrer Heimatstadt zu spielen, und so ließen sie es sich nicht nehmen, eine eigenwillige Ankündigung zu machen: „Verratet den DONOTS nicht, wer ihr Bier ausgetrunken hat – oder doch! Die letzte Schlägerei ist für uns ausgegangen“. So feierten KIM? auf der HEINZ Bühne mit ihrem nicht zu überhörendem Street-Team und ihren Fans den Auftakt in den Samstag.

Mich zog es aber wieder zurück zur RING Bühne. Da standen ja noch P:LOT auf dem Programm. Ob sie denn nun endlich da sein würden? Ja! Als ich um ca. 17:25Uhr ankam, hatten sie mit ihrem Set begonnen. Aber wirklich voll war es noch immer nicht. Eigentlich schade. Live sind P:LOT auf jeden Fall einen Besuch wert. Sänger Alex versuchte das Auditorium dennoch für sich zu gewinnen und erntete nach jedem Song dann doch zunehmend Applaus. Mir persönlich hat es sehr viel Spaß gemacht Alex, Ben und Andi zuzuhören und vor allem zuzusehen, hat Schlagzeuger Ben doch eine etwas andere Art sein Instrument zu betätigen. Sagen wir es mal so, er spielt mir vollem Körpereinsatz. Alex erzählte noch kurz die Geschichte von P:LOT: „Man habe Autos verkauft und sei in billigere Wohnungen gezogen, um seinem Traum näher zu kommen. Bochum Total war auch für P:LOT eine Chance, sich den verschiedenen Menschengruppen zu präsentieren und sie haben sicher einige erreicht. Die Single „Zeit Zu Leben“ fand auf jeden Fall eine Menge Gehör. Als Zugabe spielten die Drei „So Oder So“, den Song den Sänger Alex, wie er dem Publikum verriet, für seine Bandkollegen geschrieben hat.

Nach diesem Auftritt zog es mich weiter zur 1LIVE Bühne, wo WAGNER LOVE bereits ihr Publikum mit guter Popmusik begeisterten. Die Frankfurter fanden in den ersten Reihen eine eingeschworene Fangemeinde vor, die sich auch lautstark bemerkbar machte. Da ich ja, wie bereits erwähnt, darauf bedacht war, so gut wie alles zu sehen, machte ich mich wieder auf den Weg zurück zur RING Bühne. Bereits von weitem waren TRUSTGAME zu hören. Die Duisburger hatten das Publikum bereits angezogen und so spielten sie vor einem gut gefüllten Platz. Immer wieder brachten sie ihre Freude zum Ausdruck, wie gut es sich anfühlt, vor so vielen Leuten zu spielen. Und die kamen gut an. TRUSTGAME gewannen schon nach einigen Stücken das Publikum voll und ganz für sich und man kann sagen: Wir hatten alle sehr viel Spaß.

Dann war es 19:00 Uhr. In einer halben Stunde sollten MY BABY WANTS TO EAT YOU PUSSY die 1LIVE Bühne entern. Es war kurz nach 19:00 Uhr als ich dort ankam. Noch genug Zeit, um sich mal in Ruhe das Publikum anzuschauen. Ich entdeckte einige Fan-Shirts, die versuchten sich den Weg in die erste Reihe bahnten. Nach einem kurzen Intro betraten MBWTEYP die Bühne, bzw. nicht ganz. Der Sänger Siggy Has Ardeur ließ bis zu seinem Einsatz auf sich warten. Als er die Stage betrat, brachen die Fans in ohrenbetäubenden Jubel aus. In rotem Frack mit passendem Zylinder stieg er, ohne warm werden zu müssen, sofort voll ein. Man könnte meinen, die Band sei einem Märchenbuch entsprungen, mit einer unglaublichen Energie spiegeln die sechs Paradiesvögel Fröhlichkeit und Fantasie wider. Musikalisch stehen sie ihrem Outfit in nichts nach. Als Sänger Siggy seinen Frack ablegte kreischten die Mädchen und Keyboarder tightENG schien immer für eine Überraschung gut zu sein, entledigte sich doch seines Morgenrockes und sprang, zum Schock der Security, in die Menge. Gemeinsam mit den Fans feierten MBWTEYP ihren dritten Bochum Total Auftritt und verabschiedeten sich mit dem Versprechen, nächstes Jahr wieder zu kommen. Ich persönlich möchte es hoffen. Sänger Siggy nahm sich dann später noch die Zeit ein kurzes Interview zu geben und auch für seine Fans nahm er sich ausreichend Zeit.

Die Zeit des Headliners rückte immer näher. Um 20:45 Uhr sollten die DONOTS spielen. Der Platz vor der 1LIVE Bühne war schon während MY BABY WANTS TO EAT YOU PUSSY überdimensional voll gewesen, voller, als ich das Bochum Total jemals erlebt habe. Es ging nicht mehr vor und nicht mehr zurück, man sah Menschen auf Laternen, auf Ampeln und auf Telefonzellen. Die DONOTS betraten die Bühne und die Menge tobte. Das war Punk-Rock pur. Frontman Ingo brachte sein Publikum zum kochen. Die DONOTS spielten neben den Songs von ihrem aktuellem Album auch Klassiker wie „We’re Not Gonna Take It“, der alle zum Mitgrölen einlud. Bei der aktuellen Single „Stop The Clocks“ zeigten die DONOTS ihre etwas ruhigere Seite, die aber nicht minder gut beim Publikum ankam. Zeitweilig konnte man sogar beobachten, wie Zuschauer Crowdsurften. Die DONOTS rockten mit Bochum und Bochum liebte die DONOTS. Ein erfolgreicher Abschluss von Tag drei für alle Beteiligten. Und um es noch einmal zu wiederholen: So voll war es wirklich noch nie. In der Zeitung lässt sich etwas von 300.000 Besuchern am Samstag lesen. Die Hälfte davon war ganz sicher auch bei den DONOTS noch irgendwo in der Nähe.

Nach diesem Gig leerte es sich nur langsam und die meisten Besucher versammelten sich an den Bierständen um den Abend ausklingen zu lassen. Für mich endete Bochum Total 2008 damit und ich freue mich jetzt schon aufs nächste Jahr.

Copyright Fotos: Ramona „Hailie“ Schwarz

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