Konzert Filter

BONAPARTE – TIM FITE

Ort: Berlin – Huxley's Neue Welt

Datum: 30.10.2014

Dem Schlachtruf „Do you wanna party with the BONAPARTE“ folgten an diesem Abend viele Berliner ins Huxley’s, denn die eigenwilligen Künstler luden zu ihrer „Into The Wild“-Tour ein. Dieses Mal waren weniger Mitstreiter des bunten, multikulturellen Musikerzirkus‘ auf der Bühne, dennoch bot die Show wie gewohnt einen schrill-schrägen schönen Overkill für alle Sinne. Buntes Bühnenlicht, zwei Tänzerinnen in skurrilen Phantasiekostümen und ein Tobias Jundt am Mikro, der vor Energie nur so strotzte. Woher nahmen er und seine Mitstreiter nur diese konstante Energie? Während der eineinhalbstündigen Show sprang er, lag zuckend sich wälzend am Boden oder rannte die Bühne entlang. Immer mit im Schlepptau seine Gitarre und sein Mikro.

Reichlich Energie kam aber auch von Seiten des Publikums, so gab es mit „Anti Anti“ zu Beginn bereits eines der unzähligen Highlights an diesem Abend, bei dem die Fans ausgelassen mittanzen. Das Jungvolk hielt sich eher ans Feiern, als an das Verkleiden. Einzig eine junge Frau mit Lichterkettenkopfschmuck erstrahlte in der zweiten Reihe. Obwohl der Merchstand neben CDs und T-shirts auch BONAPARTE-übliche Kopfbedeckungen anbot, fanden weder Hamster, Wolf noch Lamm ihren Platz auf einen Kopf an diesem Abend. Auf der Tribüne und im Rang dominierte die ältere Generation und nur die Viva con Agua-Stände hielten ihre Stellung zwischen den Partywütigen. Zu „My Horse Likes You“ erspähte man in der ersten Reihe dann doch noch als Verkleidung eine Pferdemaske. Dafür verausgabte sich das Publikum dermaßen und verwandelte das Huxley in einen Hochofen, der mit Schweißgeruch durchzogen wurde.

Der Auftritt von BONAPARTE begann mit „Like An Umlaut In English“, wobei die Band durch halbdurchlässige Wände abgeschirmt wurde. Je nach Blickwinkel und Lichteinfall gaben die Wände schemenhaft den Blick auf die Musiker und Tänzer frei oder das Huxley’s mit den Anwesenden spiegelte sich in ihnen. Zu „Anti Anti“ wurden die Teile entfernt und gaben nun den Blick frei auf die Band. Mr Bonaparte an der Gitarre wurde durch den Drummer Moritz Baumgärtner und an den beiden Synthesizern von Uri Gincel unterstützt. Wobei Uri sich besonders locker und cool mit Zigarette im Mundwinkel gab, wenn er nicht gerade Tobias gesanglich unterstützte.

Zu „Me So Selfie“ gab es dann noch weiteren gesanglichen Support von TIM FITE und der erste Crowdsurfer tauchte auf. Eine Flut von derartigen „Sportlern“ blieb der Security an diesem Abend jedoch erspart. So hielten sich die Berlin doch eher ans exzessive Hüpfen und Mitsingen. Endlich war genug Licht auf der Bühne, um TIM FITE zu erkennen. Während seines Auftritts als Solokünstler war die Bühne aufgrund der Projektionen in Dunkelheit getaucht.Dank der Projektion erschien Tim in dreifacher Ausfertigung oder Sexy Leroy gab an die Zuschauer Anweisungen. Die Berliner stiegen sofort in die Mitmach-Animation ein, so ließ sich zu dem Song „iBeenHacked“ ein Besucher in der ersten Reihe seine Nase klauen und bei „Away from the snakes“ ließen sie mit ihren Händen einen Wald wachsen. Zu „Burn it down“ wurde der Refrain beim Erscheinens der Feuerprojektion angestimmt und als Vorgeschmack auf die noch folgenden Show traten die beiden BONAPARTE-Tänzerinnen zu „Big Mac“ auf. Dem Amerikaner gelang es in seinem 30 minütigen Set mit karikaturartigen Tanzeinlagen und Wortwitz auf den Auftritt von BONAPARTE einzustimmen.

Nach „Me So Selfie“ blieb TIM FITE auf der Bühne und wenn er gerade nicht seine Popart-Figuren auf die Leinwand brachte, so reihte er sich in die Performance der Tänzerinnen mit ein. Mit ihren Tanzeinlagen,die von skurril-wild über erotisch mit Busenblitzern gingen, trugen Clea und Kate zum Gelingen des Abends bei. Gezeichnete Kostüme unterstrichen die Performance, so gab es bei „Rave Rave Rave“ Alkohol- und Zigarettenkopfkostüm, Katzenfiguren zu „Out of Control“ und bei der Zugaben „Wrygdwylife?“ wurden Riesenschnuller ins Publikum gereicht und waren nie mehr gesehen.

Musikalische überzeugte auch die Akustikversion von „3 Minutes In The Brain Of Bonaparte“, die durch Jundts Sprechgesang mit spärlicher musikalischer Untermalung getragen wurde. Umso lauter und wilder wurde es bei „Manana Forever“. Begrüßt wurde der Song mit Freudenpfiffen, Konfettiregen und tanzenden Moves von den Fans. Der Song „Quarantine“ schlug in die gleiche Kerbe und die tanzende Masse brachte den Boden des Huxley’s erneut zum Schwingen und Beben. Etwas ruhiger wurde es im Anschluss zu „Riot In My Head“. Jundt sammelte vermutlich noch einmal genug Energie, um sich zu „Into The Wild“ mit einem Kopfsprung ins Publikum zu begeben. Sein purzelbaumartiges Crowdsurfen gab es erneut zu „Too Much“.

Nach dem Abtauchen ins Publikum endete der Auftritt, um nur kurze Zeit später mit einem umfangreichen Zugabenset weiterzugehen. Eröffnet wurde der Nachschlag mit „Do You Want To Party“. Als zu dem Song „If We Lived Here“ erneut die Wände auf die Bühne geschoben wurden, könnte man schlussfolgern, dass die Show nun beendet sei… aber nicht so bei BONAPARTE !
Mit „May The Best Sperm Win“ wurde die zweite Zugabenrunde eingeläutet und nach „Wrygdwylife?“ wartete das Publikum geduldig. Ein letztes Mal enterte die Band die Bühne und gab einen musikalischen Mix der Songs „L’etat C’est Moi“, „Technologija“ und „Gigolo Vagabundo“ zum Besten.

Mit einer Sektdusche endete der Abend und die Bonaparty hatte das Huxleys in einen abgewichsten Musikschuppen verwandelt. Klebriger Boden, Schweißgeruch , nassgeschwitzte Leiber und glückliche Gesichter, die den Abend festhalten wollten. Schnell ein weiteres Selfie der 5er Mädelgruppe und ab ging es nach Hause.

Setlist TIM FITE
iBeenHacked
more clothes
like
Big Mistake
Burn it down
Bic Mac
Away from the snakes

Setlist BONAPARTE
Like An Umlaut In English
1-800
I Wanna Sue Someone
Anti Anti
Me So Selfie feat. Tim Fite
Boycott Everything
Fly A Plane Into Me
Two Girls
Wash Your Thighs
C’Est À Moi Qu’Tu Parles?
3 Minutes In The Brain Of Bonaparte
Computer In Love
Wir Sind Keine Menschen
Out Of Control
Manana Forever
Rave Rave Rave
Quarantine
Riot In My Head
Into The Wild
Too Much

Do You Want To Party
Yes, Dear You’re Right I’m Sorry
My Horse Likes You
If We Lived Here

May The Best Sperm Win
Wrygdwylife?

L’etat C’est Moi/Technologija/Gigolo Vagabundo

Copyright Fotos: Sandra Dürkop

Es ist noch kein Kommentar vorhanden.

Hinterlassen Sie einen Kommentar.

Mehr zu BONAPARTE auf terrorverlag.com

Mehr zu TIM FITE auf terrorverlag.com