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BRIGHTER DEATH NOW

Ort: Leipzig WGT Anker

Datum: 26.05.2012

Das Gerücht ging schon länger um, aber seitens der Veranstalter gab es keine konkrete Zusage. Doch schließlich kommt es doch, dass Roger Karmanik, Herz und Hirn der Cold Meat Industry-Familie mit seinem Projekt BRIGHTER DEATH NOW im Anker auf der Bühne steht. Bereits 2003 und 2007 war er zu Gast auf dem WGT, und jedes Mal war es skurril. So waren wir auch dieses Mal gespannt, was sich Herr Karmanik einfallen lassen würde. Schon beim Betreten der Bühne war klar, hier wurde eindeutig zu viel Bier vernichtet. Karmanik soll sich schon Stunden vor dem Konzert die Birne zugeknallt haben, dass er sich letztendlich auch entschied, alleine ohne Gastmusiker, wie den geplanten Thomas Bøjden von DIE WEISSE ROSE, aufzutreten. Die Security war gewarnt und postierte nach und nach 5 Sicherheitskräfte in den Pressegraben. Ob nun Karmanik vor dem Publikum geschützt werden sollte oder andersrum war dabei nicht ganz klar. Denn auch einige Hardcore-Fans gingen gut ab. Der Kollege lieferte jedenfalls ein recht solides Konzert ab, den zig Wasserflaschen sei es gedankt, die er dabei trank. Abgesehen von einigen Hits war es aber recht ruhig gehalten. Zwischen der einen oder anderen Schrei- und Druckpassage gönnte sich Karmanik auch mal eine kleine Auszeit sitzend und sogar liegend am hinteren Bühnenrand, um dann wieder nach vorne zu schießen und auch mal das Publikum anzurotzen. Manch einer schüttelte bei der Darbietung zwar den Kopf, den meisten, inklusive mir, hat‘s aber gefallen. Und mal ehrlich, eine astreine und durchgeschniegelte Performance hat wohl auch keiner erwartet.

Danach ging‘s direkt zum Alternativprogramm des WGT. Was letztes Jahr „Unser Industrie“ in einer alten Fabrikhalle war, ist dieses Jahr „Hoersturz“ im Club 1880. Das unkommerzielle Industrial- und Dark Ambient-Festival ist zwar dieses Mal legal, aber mit dem 1880 wurde wieder eine passende Lokation gefunden. Als wir ankamen, irrten einige Leute auf der Straße herum und fragten sich, ob es überhaupt stattfindet. Es waren zwar schon einige Leute um das Feuer auf dem Hof da, aber noch keine Musik. Das erste Konzert von JANA DARK/ DARKRAD aus Moskau verzögerte sich ganz schön. Als es dann schließlich los ging, war der kleine Kellerraum schon voll mit Leuten und wir konnten nur hören aber nichts sehen. Obwohl wir direkt vom Anker aus hingefahren sind, war Roger Karmanik schon da und hatte auch schon wieder ein Bierchen in der Hand. Die anderen Bands haben wir uns nicht mehr angehört, sondern sind fast alle nach und nach ins Städtische Kaufhaus gezogen, zum „Dunkelromantischen Tanz“, wo aber viel zu wenig Neofolk gespielt wurde. Ein langer und lustiger Abend wurde es aber trotzdem.

Copyright Fotos: Kai-Uve Altermann

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