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BRING ME THE HORIZON – A DAY TO REMEMBER – AUGUST BURNS RED

Ort: Münster - Skater’s Palace

Datum: 28.10.2009

Trotz der Tatsache, dass mein geschätzter Kollege Alex den Termin nicht wahrnehmen konnte, machte ich mich dennoch auf den Weg in die Fahrradfahrer-Stadt Münster, Silvi als würdigen Ersatz mit am Start. Um 18:30 Uhr ging die wilde Fahrt dann auch los und nach einigen Streitigkeiten mit dem Navigationssystem kamen wir schließlich doch am Skater’s Palace an. Nach einer geschätzten Ewigkeit war dann auch in der letzten Ecke ein Parkplatz frei und dem Betreten des Konzertsaales stand nichts mehr im Wege.

Die oben genannten Tatsachen führten aber leider dazu, dass wir verspätet zum Opening Act AUGUST BURNS RED eintrudelten. Jake Luhrs und seine Mannen ballerten gerade „Truth of a Liar“ aus den Boxen und ich dachte mir „sonst war das immer der Opener, vielleicht sind wir doch nicht zu spät“ aber Pustekuchen! Das Quintett aus Lancaster hatte dieses Mal mit „White Washed“ gestartet und dann auch noch „Meddler“, einen meiner absoluten Favoriten vom neuen Album „Constellations“, zum Besten gegeben. Folgen sollten aber noch einige wenige Lieder, zu meiner persönlichen Freude „Back Burner“ mit einem der fettesten, mit bekannten Breakdowns. Zwischenzeitlich sang das Publikum noch ein Ständchen für Matt, dem Mann hinter der Schießbude, der seinen 24sten Geburtstag feierte. Einen grandiosen Abschluss fand man dann noch mit „Composure“ und ein jeder ABR Fan war zufrieden gestellt. Ich kann es gar nicht oft genug sagen, aber die Jungs haben wirklich was auf dem Kasten, legen Spielfreude an den Tag, die man nicht oft sieht und die Show, obwohl man auf jeglichen Schnick Schnack, wie auch zum Beispiel ein Banner (man bedenke das riesige „Constellations“ Teil auf dem Vainstream Rockfest 2009) verzichtet hat. Um 20:30 war Schicht und es ging ans Umbauen.

Die Post-Hardcoreler von A DAY TO REMEMBER sollten den zweiten Slot des Abends belegen, doch während die Roadies noch eifrig dabei waren, die Bühne einzurichten, machte ich einen kurzen Abstecher zum Merchstand. Dort ein wenig Kohle gelassen, sollte das Speltakel dann auch direkt weitergehen. Nach einem eher heroischen Intro feuerte die Truppe um Fronter Jeremy McKinnon mit „Downfall of us all“ das erste Highlight aus den Boxen. Wer den Song kennt, weiß über den „Mitsing Part“ am Anfang bescheid, wie das Publikum, welches übrigens von Anfang an auf der Seite des Quintetts aus Florida war. Man spielte sich durch das „Homesick“ Album, ließ aber auch ältere Stücke ertönen. Die Crowd war völlig außer sich, feierte die Band, wo es nur ging. Manch einem genügte dann das öde Crowdsurfen auch nicht mehr und so kletterte man geradewegs auf einen Stahlträger, der mindestens 3 Meter in der Luft hing und ließ sich zurück ins Publikum fallen. Die Security hatte gut zu tun, auch weil einige wenige jüngere Mädchen zur Seite wegkippten, da die Luft in der Halle auch nicht die beste war. Die Jungs von ADTR spielten einen Knaller nach dem anderen. Neben „My Life for Hire“, „Mister Highway’s thinking about the End“ und „Have faith in me“ spielte man auch Stücke wie „Fast Forward 2012“ und „You should have killed me when you had the Chance“. Überzeugt mich das Quintett auf Platte auch nicht so sehr, muss ich sagen, dass die Live Performance mehr als nur überragend war. Für mich eindeutig das Highlight des Abends.

Das Licht ging wieder an und die Bühne wurde frei geräumt, nur um dann wieder voll gestellt zu werden. Das durchsichtige Drumkit mit der grünen Umrandung wurde auf die Bühne getragen und es war klar, dass BRING ME THE HORIZON die Bühne stürmen würden. Nachdem dann die Mikrophone nach einer gefühlten Ewigkeit fertig getapet waren, ging das Licht um 22:05 Uhr aus und nur der riesige „BMTH“ Schriftzug im Hintergrund wurde beleuchtet. Ob man nun aber auf einem Metalkonzert war oder eine Teenie Rock Größe live zu Gesicht bekommen würde, war fraglich, da die 12 – 15 jährigen Mädels in den ersten paar Reihen los kreischten, als Oli Sykes, der übrigens eine Art ARCHITECTS Kleidchen trug, einen Fuß auf die Bühne setzte. Mit „Chelsea Smile“ eröffnete man sein Gastspiel und ließ die Menge vor der Bühne ein Circle Pit nach dem anderen eröffnen. Auch wenn der Sound anfangs noch ein wenig matschig war, lieferte man doch eine gelungene Show ab. Man rückte die Songs aus dem aktuellen Album „Suicide Season“ in den Vordergrund und hatte nur „Pray for Plagues“ als älteren Track auf der Setliste stehen. Natürlich gab es auch die Songs, zu denen Videos produziert wurden („The Comedown“ und „The Sadness will never end“) auf die Ohren, aber auch solche Stücke wie „Suicide Season“, „Diamonds aren’t forever“ und „No Need For Introductions, I’ve Read About Girls Like You On The Back Of Toilet Doors“, bei dem erst ein junges Mädchen versuchte „and after everything you put me through, I should of fucking pissed on you“ in Olis Mic zu shouten, dabei aber kläglich versagte. Erst ein männlicher Vertreter, der sich extra über den Köpfen des Publikums nach vorn tragen ließ, hatte die Stimme und das Selbstbewusstsein, den Part vernünftig zu “singen“. Um 22:45 Uhr verließen die fünf Herren die Bühne ganz plötzlich und es dauerte mehr als nur einen kurzen Moment, bis die ersten Zugaben Rufe ertönten. BRING ME THE HORIZON sollten aber noch einmal auf die Bühne zurückkehren, um „Football Season’s over“ in einer Electrovariante zu spielen und dafür mindestens 50 Prozent der anwesenden Zuseher auf die Bühne zu holen. Danach sollte dann aber auch Feierabend sein und die Halle leerte sich.

Auf dem Rückweg zum Auto gab es für den Einen oder Anderen dann einen Schock Moment, da die Straße, an der auch wir geparkt hatten, komplett zugeparkt war und der TuS Grün Weiß mit einem Abschleppwagen angerückt war. Also schnell ins Auto und ab in Richtung Heimat. Doch auch der Weg nach Hause sollte nicht so leicht werden. Es gab zwar keinen direkten Polizeikontakt, wie es bei jedem anderen Besuch meinerseits in Münster üblich ist, doch wurde der Weg durch unzählige Schwertransporte auch nicht gerade erleichtert. Lasse ich den Abend aber Revue passieren, weiß ich, dass sich der relativ lange Weg doch wieder gelohnt hat.

Copyright Fotos: Silvi

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