Konzert Filter

BULLET FOR MY VALENTINE – CALLEJON – COLDRAIN

Ort: Osnabrück - Hyde Park

Datum: 08.02.2014

Anfang Februar gab sich die „Nachwuchs-Generation“ des Metalcores im Hyde-Park in Osnabrück die Ehre. BULLET FOR MY VALENTINE waren im Zuge ihrer Europa-Tournee zu Gast und sollten dabei von WHILE SHE SLEEPS und CALLEJON supportet werden. Es war der erste Auftritt der vier Tage zuvor in Luxemburg gestarteten Tour auf deutschem Boden. Ungewohnt war dabei die Zeit, zu der der Spaß losgehen sollte. So wurden bereits um 17:30 Uhr die Tore geöffnet, da die erste Band schon um 18:30 Uhr die Bühne stürmen sollte. Da mussten sich BFMV fast schon beeilen, waren sie doch um 14:30 Uhr noch im EMP-Store in Lingen zu einer Autogrammstunde zu Gast.

Aber der Zeitplan konnte eingehalten werden. Die erste Band betrat pünktlich die Bretter, die die Welt bedeuten. Jedoch waren dies nicht die Briten WHILE SHE SLEEPS, sondern es eröffneten COLDRAIN. Auch im Netz konnte ich keine Gründe für diesen Wechsel finden, aber geschadet hat es nicht – jedenfalls nicht COLDRAIN und auch nicht dem Publikum. Denn die fünf Jungs aus Japan legten mit ihrem Post-Hardcore gleich richtig gut los und wussten zu begeistern. Zu meiner Überraschung war der ausverkaufte Hyde-Park sogar zu dieser frühen Stunde schon sehr gut gefüllt und der ein oder andere Circle-Pit bildete sich vor der Bühne. Gut so! Im Land der aufgehenden Sonne sind COLDRAIN schon recht bekannt und konnten sogar bereits zwei Songs zu Animes beisteuern. Aber auch für Europa sehe ich ihre Chancen recht gut, da insbesondere Frontman und Texter Masato überzeugte – sowohl als Shouter, als auch bei den klaren Gesangsteilen.

Setlist COLDRAIN
No Escape
The Revelation
Die Tomorrow
Voiceless
The War Is On
Inside Of Me

Weiter ging es nach einer kurzen Umbaupause um 19:15 Uhr mit CALLEJON. Die ebenfalls fünfköpfige Combo, diesmal aus dem Rheinland, muss wohl nicht mehr großartig vorgestellt werden. Schließlich hatten die mit (fast ausschließlich) deutschen Texten agierenden Metaller erst Ende letzten Jahres als Headliner den Rosenhof ausverkauft. Im Gegensatz zu diesem Gig mussten sie im Hyde-Park ihr Bühnenbild natürlich etwas abspecken. So gab es diesmal keinen Folterkeller mit gefesseltem Opfer, sondern man begnügte sich mit aufgestellten Bannern/ Postern. Anscheinend war die Umbaupause jedoch etwas zu kurz, jedenfalls musste gleich zu Beginn während „Atlantis“ noch ein wenig Hand am Schlagzeug angelegt werden. Danach kam es sogar zu einem kompletten Stromausfall auf der Bühne. Dieser überraschte Sänger Bastian Sobtzick so sehr, dass er etwas hilflos wirkte. Gottseidank wurde der Fehler rasch behoben und der restliche Gig blieb von Ausfällen verschont. Weiter ging es dann mit „Lass mich gehen!“, „Blitzkreuz“ und „Zombiefied“. Zu „Snake Mountain“ vom Debut-Album verlangte Bastian schließlich eine „Wall of Death“ – und bekam sie auch! Dieses „Stimmung nach Ansage“ finde ich immer etwas zwiespältig. Und hier war sie sogar überflüssig, da das vornehmlich jüngere Publikum eigentlich die ganze Zeit, wie auch schon bei COLDRAIN, ordentlich abging. Den größten Anteil an der Setlist lieferte also das Album „Blitzkreuz“ aus dem Jahre 2012 – ergänzt durch einige ältere Songs der Vorgänger. Das aktuellste (Cover-)Album „Man spricht deutsch“ ließ man jedoch komplett außen vor.

Setlist CALLEJON
Atlantis
Lass mich gehen!
Blitzkreuz
Zombiefied
Snake Mountain
Sommer, Liebe, Kokain
Kind im Nebel
Porn From Spain 2

Um 20:30 Uhr war es dann endlich soweit und der Hauptact des Abends war an der Reihe. Das walisische Quartett setzt sich (bekanntermaßen) aus Matthew Tuck (Gesang, Gitarre), Michael Paget (Gitarre), Jason James (Bass) und Michael Thomas (Schlagzeug) zusammen. Als Intro verwendete die Band „O Fortuna“ aus Carl Orffs „Carmina Burana“. Und gleich danach ging es mit „Raising Hell“ und „Scream Aim Fire“ in die Vollen! Dabei war der Gesang vielleicht einen Tick zu leise abgemischt. Dieser ging im Gitarren-Gewitter zwar nicht komplett unter, war aber teilweise doch schwer zu verstehen. Weiter ging es mit „Your Betrayal“, „All These Things I Hate“, „4 Words“ und „Temper Temper“. Insgesamt bot die Setlist eine gute Abwechslung aus allen vier Studioalben. Den Song „Last Fight“ begann Matthew alleine als Ballade nur von seiner Gitarre begleitet, bevor die anderen mit einstiegen und ihn gemeinsam zu ende rockten. Nach „Bittersweet Memories“ folgte dann eine klitzekleine Pause, bevor Michael Paget sein Solo darbieten dufte. Dieses ging nahtlos in „Dirty Little Secrets“ über. Das Auditorium war nun bereits seit über 2 Stunden non-stop am Abfeiern und wurde von der Security mit frischem Wasser versorgt, damit es auch das restliche Konzert noch durchhalten konnte. Dennoch kamen auch die Sanitäter immer wieder zum Einsatz. Dabei handelte es sich aber zumeist um kleinere Kreislaufprobleme, die nach einem kurzen Verweilen auf der Trage und einem Schluck Wasser auskuriert werden konnten. On Stage ging es derweil mit einem Medley ihrer EPs weiter (u.a. mit „Hearts Burst Into Fire“), gefolgt von „Waking The Demon“ und „Pleasure & Pain“. Danach war erstmal Schluss, aber das war natürlich noch nicht alles! Nach einer kurzen Erfrischung Backstage spielten sie noch den Motörhead-Klassiker „Ace Of Spades“ (der vielleicht Konzert-Älteste bedankt sich dafür 🙂 ), verabschiedeten sich von ihrem Publikum und entließen es mit „Tears“ pünktlich um 22 Uhr in die Samstag-Nacht. Einen Tadel bekommt jedoch der Busfahrer, der im Anschluss einfach (wegen Überfüllung?) an der Haltestelle vorbei gefahren ist! Wenigstens hat es in der halbstündigen Wartezeit auf den nächsten nicht mehr geregnet…

Fazit: COLDRAIN waren eine überaus positive Überraschung, während CALLEJON mich persönlich jetzt nicht so packen konnten. Aber BULLET FOR MY VALENTINE waren gewohnt klasse und krönten ihren Auftritt mit meinem Highlight des Abends: „Ace Of Spades“!

Setlist BULLET FOR MY VALENTINE:
Intro
Raising Hell
Scream Aim Fire
Your Betrayal
All These Things I Hate
4 Words
Temper Temper
Last Fight
Bittersweet Memories
Dirty Little Secrets
Medley
Waking The Demon
Pleasure & Pain

Ace Of Spades
Tears

Copyright Fotos: Karsten Rzehak

Es ist noch kein Kommentar vorhanden.

Hinterlassen Sie einen Kommentar.

Mehr zu BULLET FOR MY VALENTINE auf terrorverlag.com

Mehr zu CALLEJON auf terrorverlag.com

Mehr zu COLDRAIN auf terrorverlag.com