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BURGFOLK 2012 – TAG 1

Ort: Mülheim – Schloss Broich

Datum: 17.08.2012

Diesen Sommer hatte der Wettergott es überaus gut mit dem Burgvolk gemeint und das BURGFOLK-Festival den ganzen Tag mit Sonne beschienen. Zum elften Mal trafen sich die Fans von Mittelalter und Folk (inkl. Rock) auf Schloss Broich in Mülheim an der Ruhr. Die Sonne brannte heiß. Und noch heißer wurden die Pflastersteine, nicht nur von der Sonne, sondern vor allem von den heißen Rhythmen. Das erneut auf zwei Tage angesetzte Festival hatte zeitlich wieder etwas Zuwachs bekommen. Dem Macher Michael Bohnes, der dem Festival von Beginn an die Richtung gibt, hatte dieses Mal eine Party am Abend zuvor ins Programm genommen. Getreu dem Motto „Die Schwarze Flotte, Warm-up Party zum Burgfolk“ stach das Piratenboot am Donnerstagabend um 18 Uhr in den Fluss.

Den Auftakt bildeten um 17:30 Uhr PUNCH’N’JUDY, die passend zum Vorabend die Bühne als Piraten bevölkerten. Sie spielten ihren folkigen Rock teils mit deutschen, teils mit englischen Texten. Im Repertoire auch eine Interpretation eines von OMNIA gecoverten Liedes. Die Spielmannslaune brach bei allen durch und sie schafften es auch, das Publikum mitzureißen, was bei dem heißen Wetter schwer genug war. Mit Akkordeon (Ute), Gitarre (Peter), Bass- und Schlagwerk (Stefan und Vloh) wurde der Frontmann Sascha nicht nur bestens instrumental unterstützt. Alle sprangen und tanzten auf der Bühne, so dass der Boden bebte. Zum Tanzen und Rocken, zum Spaß haben ist die Band immer eine gute Wahl.

Um 18:30 Uhr folgten THE SHANES. Ihr Genre bezeichnen sie als Hard-Polka. Insgesamt ein Mix aus Folk, Rock’n‘Roll und Country. Seit 1991 touren die sechs Männer durch die Lande und bringen ihre schnellen Titel, die das Potenzial zum Herzflimmern haben, unter das Volk. Obwohl sie in ihrem 20. Jahr im Jahre 2010 den Abschied verkündet hatten, gehörte das BURGFOLK nun doch zu den wenigen exklusiven Shows, die sie auch nach der letzten Tour bestreiten sollten. Erfrischend und stimmungsvoll anders und ungewohnt waren die R’n’R- und Country-Elemente, die diese Band präsentierte. Sie, die von der taz als „Motörherad des Folk“ bezeichnet wurden, waren übrigens bereits 2003 zum ersten Mal beim BURGFOLK.

Anschließend ging es um 19:30 Uhr lustig und rockig mit Met und Miezen und des Hauptmanns geiler Haufen weiter. FEUERSCHWANZ bestehen seit acht Jahren, spielen seit vier Jahren in gleicher Besetzung und waren nun zum dritten Mal beim BURGFOLK. Natürlich fehlte die „Metmaschine“ nicht. Die Comedy-Rocker mit ihren lustig-exotischen Namen brachten einen Mix aus den verschiedenen Alben zu Gehör. Ist natürlich nicht schwer, in nahezu jedem Titel einen Hit zu erkennen. Spaß beim Feiern soll erkennbar sein. Und das schaffen sie ohne viel Mühen. Bereits vor ihrem offiziellen Start brachten sie die Fans in Stimmung, indem sie zum gemeinsamen Soundcheck spielten. Das klang schon sehr gut, die Fotografen wurden von der Security in den Graben gelassen. Doch dann brach die Musik ab und die Spielleute verschwanden. Es war ja nur der Soundcheck. Aber die Fans grölten los: „Zugabe, Zugabe, …“. Die Band trieb ihre Spielchen nicht nur auf der Bühne, so ließen sie bei „Hurra Hurra die Pest ist da“ ein Gasse bilden und heizten die Fans stimmungsmäßig gegeneinander auf. Später wurde dann aus den Zuschauern die Fee mit Namen Marcus herausgepickt. Auf der Bühne durfte der Fan dann mit Flügeln auf dem Rücken singen und tanzen. Weil Ende des Monats das sechste Album in den Handel kommt, wurde während des Konzerts das Lied „Das niemals endende Gelage“ vorgestellt, das bereits Lust auf mehr macht. Der Silberling mit dem wohlklingenden Namen „Wallhalligalli“ hebt die Spaßkultur und Feierlaune des Haufens nun eine Ebene höher in die Nähe der Götter. FEUERSCHWANZ steht für satten Rock in mittelalterlichem Gewand und für Klamauk und Freude und deftige Texte.

Headliner am ersten Tag des Festivals waren um 20:45 Uhr SVBWAY TO SALLY. Obwohl auch diese Band bereits zwanzig Jahre auf dem Buckel hat, war sie zum ersten Mal beim BURGFOLK dabei. Nicht nur in der Szene gilt sie als eine der besten Live-Bands. Auch darüber hinaus ist sie als musikalisches Highlight gern gesehen. Ihr Titel „Eisblume“ ist zum Radio-Hit geworden (allerdings in einer gecoverten Version). Dennoch führte es dazu, dass die Spielmannsleute um Eric Fish noch mehr Beachtung fanden. Zu vorgerückter Stunde kam bei der Bühnenshow das Licht hinzu. Neben ihren großen Hits hatten sie die Songs aus dem Album „Schwarz in Schwarz“ dabei, um sie den Fans live zu präsentieren. Doch nicht nur ihre harten und satten Rhythmen oder die zum Träumen einladenden Balladen ließen das Herz der Fans höher schlagen. Die gesamte Performance inklusive Maulorgel und Feuerspeien auf der Bühne waren ein Genuss und bescherten unvergessliche anderthalb Stunden.

Alles in allem brachte der erste Tag ein sehr gelungenes Line-Up. Einen stimmungsvollen Crossover-Mix aus den Genres des Mittelalter-Folks. Die Auftrittszeiten waren noch nie so exakt wie an diesem Tag eingehalten worden. Die Fans hatten ihren Spaß und viel Gelegenheit, an den Merchandising-Ständen mit den Musikern zu schwatzen.

Copyright Fotos: Detlef Knut

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