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BURGFOLK 2014 – TAG 2

Ort: Mülheim – Schloss Broich

Datum: 16.08.2014

Mülheim from west to east Teil 2

Der zweite Teil ist ein langer Festivaltag für die Gäste des BURGFOLK. Bereits zur Mittagsstunde erklangen am Samstag rund um das Schloss Broich die rockigen und mittelalterlichen Klänge. Wegen eines Verkehrsunfalls auf der Autobahn war ich mit einer halben Stunde Verspätung dort eingetroffen und die erste Band hatte schon fünfzehn Minuten zuvor mit ihrem Konzert begonnen. Als ich aus dem Auto ausstieg (wenige Straßen vom Veranstaltungsort entfernt), hörte ich bereits die Drums und die Bässe durch die Straßenzüge Mülheims dröhnen. Kein Wunder.

IMPIUS MUNDI sind schließlich bekannt für ihren harten, krachenden Mittelalterrock mit deutschen Texten. Die metallenen Klänge werden ständig begleitet von Dudelsack und Geige. Als Opener riefen sie bereits zu dieser frühen Stunde die Headbanger unter den zahlreichen Zuschauern auf den Plan. Die Lieder der 2006 gegründeten Formation handeln vom Feiern, der Liebe, der Lebensfreude ebenso wie von Schlachten, Tod und Pest.

Der Reigen wurde nach über einer Stunde mit den IRISH BASTARDS aus Hamburg, die es bereits seit mehr als 15 Jahren gibt, fortgesetzt. Spezialisiert auf Irish-Folkrock mit hohem Tempo liegen sie auf der Schiene von FIDDLERS GREEN oder der Band ähnlichen Namens MR. IRISH BASTARD. Das bedeutet logischerweise auch, dass ihre Musik extrem tanzbar ist. So ließen sich die Fans auf dem Burghof auch nicht lange lumpen und sangen die Songs mit oder tanzten. Die Musiker wussten in all ihrer musikalischen Power die Zuschauer gekonnt in die Show einzubeziehen. Den Spaß und die Freude am Spielen war den Männern auf der Bühne anzumerken.

Eine andere Form des Folk, nämlich die des amerikanischen Country-Rock, brachte Ski King mit seiner Band SKI’S COUNTRY TRASH. Der in Oregon geborene Entertainer ist auch in diversen Soloprojekten unterwegs und hat mit dem dem Country seine musikalischen Wurzeln gefunden. Damit und mit seiner faszinierenden Stimme bewegt er sich etwa in den Fußstapfen von THE BOSS HOSS. Mit viel tanzbarem Schwung bringt er seine eigenen Songs, aber sehr gerne auch immer wieder Coverversionen von JOHNNY CASH, die er auf die ihm eigene Art adaptiert und interpretiert.

Kurz vor halb Fünf betrat eine Formation aus England die Bühne: THE DOLMEN. Das Burgvolk konnte sich eine Stunde lang auf Celtic-Folk vom Feinsten freuen. Schwungvoll, kräftig mit Schlagwerk unterstützt. Frontmann und Gründer Taloch Jameson wechselte gerne zwischen Gitarre, Buzouki, Trommeln und Gesang. Gerade mit den Trommeln wurden die Gäste immer wieder auf einen Rhythmus eingeschworen, bei dem sie sich nicht dem Mittanzen entziehen konnten.

Schließlich stieg eine Band in den Ring bzw. auf die Bühne, auf die viele Leute bereits im Vorfeld neugierig waren: TROLL BENDS FIR. Obwohl einige Gäste die Augen verdrehten (ich weiß bis heute nicht warum), als der Frontmann mitteilte, dass sie aus St. Petersburg stammen, trafen die Musiker voll ins Herz der Festivalbesucher. Ihr Mittelalter-Rock’n’Roll zum Tanzen und Mitmachen heizte die gute Laune nur noch weiter an. Zwar konnten die russisch gesungenen Texte kaum mitgesungen werden, aber das war bei den stampfenden und rollenden Rhythmen auch nicht nötig. Schließlich gab es genügend folkige Klänge mit Allerwelts-Lauten, die in jeder Sprache verstanden und gesungen werden konnten. Diese wurden von den Gästen gerne lauthals mitgejohlt. Begleitet wurden nahezu alle Songs von der Flöte, die immer wieder vom Hintergrund in den Vordergrund wechselte und etwas dominanter als die Geige war. Bei keiner Band wurde so viel nach einer Zugabe gerufen wie bei dieser.

Den Schwung nahmen dann um 19 Uhr INVICTUS auf. Die Nachfolgeband von SCHELMISH trumpfte mit ihrem stampfenden Mittelalterrock und ließ auch den einen oder anderen SCHELMISH-Titel ablaufen. Bei ihren Songs bedienen sie sich allerdings auch anderer musikalischer Genres, bei denen beispielsweise HipHop auch nicht fehlte. Manchmal wurde zwischen den Songs etwas zu viel geschwafelt, aber der darauffolgende ließ das schnell vergessen.

Die diesjährigen Headliner des zweiten Tages waren die bekanntermaßen aus Erlangen stammenden FIDDLER’S GREEN. Sie betraten pünktlich die Bühne, erzeugten riesigen Applaus (wen wundert’s), brachten eine viel besungene Zugabe und waren wirklich ein krönender Abschluss des Tages. In gewohnter Weise holten sie das bereits aufgeheizte Publikum mit ihrem Speedfolk sofort ins Boot. Mit Volldampf und viel quirliger Bewegung auf der Bühne zogen sie die Menschen sofort mit. Professionell trieben sie ihre Spiele mit dem Burgvolk, machten Späße mit ihnen und mit sich selbst, ließen Gassen bilden und die T-Shirts schleudern. Das war Spaß für alle.

Das BURGFOLK 2014 war wieder ein ausgezeichnetes Wochenende. Bis auf zwei Schauer hatte der Wettergott ein Einsehen mit den Bands, den Zuschauern und den Organisatoren. Das nächste Jahr kann kommen. Die ersten Bands haben bereits zugesagt (TANZWUT, VROUDENSPIL, CELTICA, PUNCH’N‘ JUDY sowie RUSSKAJA). Auf weitere dürfen wir uns freuen.

Copyright Fotos: Detlef Knut

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