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CALIBAN – HEAVEN SHALL BURN – BLEEDING THROUGH – ALL SHALL PERISH – I KILLED THE PROMQUEEN

Ort: Köln - Live Music Hall

Datum: 17.03.2007

You wont even fit another fan in here with a crowbar…

Schon lange war die LMH ausverkauft und obwohl die Tore sich schon um halb 5 öffneten, stand eine riesige Anzahl Menschen erwartungsvoll vor den selbigen. Jedes CALIBAN-Kind, jedes Emo-Mädel und jeder Metaller, der sich rausreden konnte: „Hey ist mir alles zu Kommerz, aber ich bin ja nur wegen ALL SHALL PERISH hier“ waren angereist. Fix das ASP Merch für die Freunde, die keine Karte bekommen haben, einsacken, und dann war es auch schon fast zu voll, um sich zum Fotograben zu zwängen.

Der Opener I KILLED THE PROMQUEEN setzte die Messlatte schon sehr hoch. Kannte ich die Jungs bislang nur vom Namen, gab es doch sofort richtig guten melodischen Metalcore auf die Ohren. Und wie es sein muss: Auf der rechten Seite der Bühne steht der Gitarrist, der wieder als Blickfang dienen muss. Und wie seine Kollegen Adam von KSE oder Ken von UNEARTH setzte Gitarrist Kev voll auf Posing. Nein er setzte sogar noch einen drauf und stand das gesamte Set nie still; hüpfte, moshte, sprang auf der Bühne herum, als ob er in Flammen stehen würde. Warf die Gitarre um sich und drehte sich, dass es eine wahre Freude war ihn anzugucken. Bemerkenswert war, dass Kev trotzdem jeden Ton traf und die Gitarre immer wieder zum richtigen Zeitpunkt den Weg zurück in seine Hände fand. Songtitel habe ich nicht mehr im Kopf, aber das Set war sehr abwechslungsreich; viel Metal und genügend Beatdowns, um den Pit gleich als erste Band des Abends zu beschäftigen. Stimmung war sofort gut, Sound auch, und wenn das schon der Opener war, wie sollte dann der ganze Abend werden??

Umbauphase ging echt fix, was bei 5 Bands auch zu wünschen war. Und kaum blastete sich ALL SHALL PERISH Drummer Matt auf das Drumset ein, war klar: Jetzt werden andere Seiten aufgezogen… Hell is here!!! In einer Zeit, wo der ganze Metalcore Misch Masch Überhand nimmt, hat sich im Untergrund eine Band in die Herzen vieler gespielt. ALL SHALL PERISH – die CD läuft seit Monaten bei mir rauf und runter und das wird auch so bleiben. Shouter Eddie präsentierte sich mit kurzem Iro und stylischem roten Hemd und mit einer Stimme direkt aus der Apokalypse. Gleich beim Opener „Wage Slaves“ wurde klar gestellt, wer heute Abend an Härte nicht mehr zu überbieten. Der Sound war glasklar wie von CD, aber als Bonus gab es die Power, welche die Band von der Bühne verschoss und die wie der Schweiß schon von der Decke tropfte. Jeder Song saß tight, packte die Fans beim Hals und ließ denselbigen nicht mehr los. Ob nun, „No buisiness on a dead planet“ , „Eradication“ oder mein persönlicher Fave „Day of Justice“: Eddie forderte die Menge zum größten Circlepit auf, den die Live Music Hall je gesehen hatte und prompt reichte dieser auch von den vordersten Reihen bis zum FOH (Mischpult). Letzte Kugel in den Kopf mit „Laid to Rest“ – viele Chancen für die „Violent Dancer“ und dann war der Sturm auf schon vorüber… leider…

Die Halle platzte nun echt aus allen Nähten und ich konnte nicht mal aus dem Fotograben klettern, ohne über Köpfe laufen zu müssen, also gesellte ich mich an die Seite der Bühne zu NEAERA Sänger Benny, Gitarrist Tobi plus Freundin Marie und diversen Caliban Members, um die folgenden Shows zu genießen. BLEEDING THROUGH folgte. Schon heftig, dass die Band schon länger Headliner Status besitzt in Deutschland, aber nunmehr als dritte von 5 Truppen zockt. Allerdings kamen mir die Jungs plus Keyboarderin Marta etwas müde vor. Außer bei Sänger Brandan fiel die Show eher etwas weniger Energie geladen aus. Kein Flip vom Basser Ryan, und auch die anderen Mitglieder der Saiten-Front legten mehr Augenmerk auf ihre Instrumente. So konnte sich Brandan aber voll austoben und zu Songs wie „For Love And Falling“ oder den Klassiker „Love lost in a Hale of Gunfire“ richtig Gas geben. Das Adrenalin stieg ihm wohl zu sehr in den Kopf. Nach einem ironischem Spruch gegen ASP – „Come on we want a bigger Circlepit than this fucking “shitty” band ALL SHALL PERISH.“ – Legte er sich mit einem Tough Guy im Publikum an: “Come on Motherfucker don’t turn your back on me, come on Stage and I knock your teeth down your throat.“ Na ja, vielleicht hatte er auch nur ein schlechten Tag, Zumindest Eddie von ASP ließ sich den Spaß nicht verderben und sprang nur in Boxershorts bekleidet von der Bühne mitten in den Pit. Am Ende gab es dann noch mal „Revenge I seek“ und dann war die Halle erst mal ausgeblutet..

Man kann ja sagen, dass ich immer etwas Pech mit HEAVEN SHALL BURN habe. Vor 1.5 Jahren sah ich sie mit neuem Gitarristen in Bielefeld, dann mit Ersatzdrummer in Oberhausen und nun dachte ich mal, ein fehlerfreies Set genießen zu können aber nicht Matthias nahm den Platz hinter den Toms ein, nein, Norman von FEAR MY THOUGHTS ersetzte ihn diesmal. Egal los ging’s… Die Band führte am Abend den Schachbrettlook ein 😉 Die Jungs waren entweder ganz in schwarz oder ganz in weiß gekleidet. Gitarrist Alexander hat sich inzwischen fest integriert und bangte, was das Zeug hält. Schön zu sehen, dass er und Maik auf Gibson Explorers umgestiegen sind. Gute Wahl Jungs… Sänger Marcus war trotz Erkältung gut drauf, und das sowohl stimmlich wie auch bezüglich der Sprüche. Kleine spontane Setänderungen, die auf die nur eine Probe mit Norman zurück zu führen waren, wurden locker überspielt, dieser vollbrachte insgesamt eine unglaubliche Leistung. Auch so sind Songs wie „Counterweight“, „Voice of the voiceless“ oder The weapon they fear“ eine Macht. Genial auf einer solchen Veranstaltung den anti-myspace-song „mybestfriend.com“ zu spielen, wenn man an jeder Ecke hört… „Hey ich kenne dich von myspace!!!“ Selbst mit Ersatzmusikern sind HSB noch um einiges besser anzuschauen, als die meisten anderen Bands aus der Richtung. War auch höchste Zeit, hatte schon Entzug…

Kommen wir zum Headliner des Abends CALIBAN. Kein cm in der Halle war frei und ich finde es immer wieder unglaublich, welchen Status die Band bei den meisten hat. Dementsprechend wurde auf der Bühne auch aufgefahren: Ein Logo Banner über die komplette Rückwand und mit Leuchtdioden bestückte Logo Ständer vor den Boxen. Sound ins perfekte abgemischt, fetter hab ich die Band noch nicht gesehen. Die Stimmung schwappte von den Fans direkt auf die Truppe über. Die rockte von der ersten Sekunde gleich das Haus. Ich muss ja zugeben, CALIBAN sind nicht gerade meine Lieblings Band aus der Szene, aber an diesen Abend konnte man nicht meckern. Andi hatte die Masse super im Griff und das wurde gleich bei einer riesigen Wall of Death bei „Stigmata“ bewiesen. Gitarrist Denis stellte sein Clean-Vocals Manko nach nur einem Song ab und bei „Nothing stays forever“ klang er sehr sauber und gut. Freut mich, dass er sich doch erheblich weiterentwickelt hat. Auch gut der brandneue Song „I will never let you down“. Dieser ging anfänglich derbst nach vorne, um dann in Breakdowns und ruhigen Parts zu enden. Das verzückte die Fans genauso wie die Message, die die Saitenfront hinten auf ihre Instrumente geklebt hatte, um sie über dem Kopf zuhalten. Kill this Place!!!! Das ließ sich der Pit nicht 2 mal sagen und gab alles, was man noch im Tank hatte. Ohne Zweifel war das der beste Gig den ich von den Jungs bis jetzt gesehen habe, und das waren ja nun einige in den letzten Jahren.

Aus langer Erfahrung wusste ich, dass man bei dieser Menschenmasse endlos lange brauchen würde, um aus der Halle zu kommen und so verschwand ich kurz vor Schluss. Am Eingang stand der leicht genervte MACHINEMADE GOD Gitarrist Sky, der nicht herein gelassen wurde, da die Gästeliste schon weggepackt worden war und auch gutes Zureden von mir konnte den Türsteher nicht erweichen…

Fazit: Was für ein Paket!!! 5 Bands, von denen 4 eigentlich auch alleine als Headliner eine Tour anführen könnten, und das an einem Abend. Sound top, Stimmung top, Hitze und Platzmangel nichts für Weicheier. Dabei muss gesagt werden, dass Benny von NEAERA sich wohl den einen oder anderen Fan in den ersten Reihen gemacht hat, weil er mehr als einmal Wasser verteilte… Schön, wie die Deutsche Metalcore Szene zusammen hält. Daumen hoch!

Copyright Fotos: Christoph Keller

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