Konzert Filter

CAMPUS FESTIVAL BIELEFELD 2016

Ort: Bielefeld – Campus der Universität

Datum: 23.06.2016

Im Juni 2016 fand an der Universität Bielefeld das zweite Bielefelder Campus Festival statt, und den 18.500 Besuchern wurde ein vielfältiges Programm geboten. Dabei waren u.a.: SPORTFREUNDE STILLER, BOSSE, SDP, FRITTENBUDE, COSBY und MILLIARDEN, deren Konzerte ich an diesem Tag verfolgte. Im Gegensatz zum vergangenen Jahr, war die Veranstaltung nicht ganz ausverkauft. Knapp 1.000 Karten blieben am Ende noch an der Tageskasse liegen. Nichtsdestotrotz sollte diese Zahl natürlich absolut respektabel sein und die Veranstaltung damit auch in diesem Jahr als Erfolg gewertet werden können.

Der Wettergott meinte es gut mit dem Campus Festival. Während der bisherige Sommer größtenteils verregnet und von Unwettern gezeichnet war, erwischte das Campus Festival den heißesten Tag des Jahres. Das Thermometer zeige 36°C an, als ich gegen 16.30 Uhr mein Auto im Uni-Parkhaus abstellte. Gut eingecremt ging es also mit Sonnenbrille auf das Festivalgelände, welches laut Veranstalter deutlich großzügiger ausfallen sollte als im vergangenen Jahr. Da noch nicht so viel los war, konnte ich dieses zunächst einmal problemlos unter die Lupe nehmen. Gerade die Toilettensituation hat sich im Gegensatz zum vorherigen Jahr deutlich verbessert. Als problematisch stellte sich allerdings die Tatsache dar, dass es lediglich links der Bühne einen Eingang zum vorderen Bereich gab, der je nach aktueller Lage für Besucher freigegeben oder „dicht gemacht“ wurde. Folglich drängten sich viele Besucher immer wieder an dieser Stelle, während es auf der anderen Seite größtenteils entspannt blieb. Hier wurde es höchstens vor den zahlreichen Dixi-Klos etwas eng, welche wiederum nur auf dieser Seite standen. Alles in allem also etwas unausgewogen, weshalb die Veranstaltung trotz größerer Fläche leider nicht weniger „wuselig“ war als im vergangenen Jahr. Das sollte gerade für uns Fotografen natürlich eine gewisse Herausforderung darstellen, wenn es mitsamt dem Equipment zwischen den Konzerten zu den anderen Bühnen ging. Als Anregung für den Veranstalter würde zumindest ich mir für das nächste Jahr wünschen, dass die logistische Aufteilung von Eingängen und Toiletten etwas entzerrt wird und man dieses „Dauergetümmel“ damit vermeidet.

Geboten war ein sehr vielfältiges Programm für jeden Geschmack auf insgesamt vier Bühnen. Ich konzentrierte mich dabei auf die beiden Hauptbühnen und begann um 16.30 Uhr mit COSBY aus München auf der Zweiten. Eine junge Indie-Band mit deutlichen Elektropop-Einflüssen, die durchaus zu gefallen wusste. Beeindruckend fand ich dabei die Performance der Frontfrau, die hier ordentlich Energie auf die Bühne brachte. Es folgten FRITTENBUDE auf der großen Hauptbühne, die mit ihrem Auftritt absolut dem Zeitgeist der alternativen jungen Hipster entsprachen und schließlich ihre Fans mit einer Wasserpistole erfrischten.

Für uns Fotografen gab es nun die Gelegenheit, das Festivalgelände vom Gebäude X aus zu fotografieren, welche ich natürlich dankend annahm. Es ergab sich so bereits ein beeindruckendes Bild, wenngleich längst noch nicht alle der 18.500 Besucher auf dem Gelände waren.

Pünktlich um 18 Uhr standen dann MILLIARDEN auf der zweiten Hauptbühne, die durch ihren Hit „Freiheit ist ne Hure“ in dem Kinofilm „Tod den Hippies – es lebe der Punk“ bekannt geworden sind. Heute klangen sie nicht unbedingt wie die Vorzeigepunks schlechthin, sondern eher wie eine Mischung aus rotzigem Punk und straightem Indie-Sound. Vergleichbar vielleicht mit der (leider inzwischen aufgelösten) Band EL*KE.

Mein persönliches Highlight folgte nun mit BOSSE, welcher es wie kein anderer versteht, das Publikum zu begeistern. Auch wenn ich den Aki nun doch schon einige Male live erleben durfte, ist es immer wieder ein Erlebnis, das wahre Glückshormone freisetzt. Ein Höhepunkt seiner Auftritte ist dabei immer der Gang in die Crowd. Für mich an diesem Tag auch fotografisch eine tolle Sache. So suchte sich der Braunschweiger ein Mädel in der ersten Reihe, das ein Bussi von ihm bekommen sollte. Wie es der Zufall so wollte, stand ich zu diesem Zeitpunkt genau daneben im Graben und konnte die Szene somit bestens festhalten. Anschließend folgte sein berühmter Ausflug durch das Publikum, welcher zu Begeisterungsstürmen führte. Einige junge Mädels konnten ihr Glück dabei kaum fassen. Musikalisch bestand die Setlist aus dem bereits bekannte Potpourri seines Schaffens (siehe zuletzt erschienene Livealben) sowie ein paar wenige Songs aus dem aktuellen Album „Engtanz“.

Bevor SDP zur Primetime um 20.15 Uhr die Hauptbühne betraten, gönnte ich mir eine kleine Pause und testete das kulinarische Angebot. SDP hingegen gönnten sich keinerlei Pause. Die beiden Berliner sprangen nach einem Countdown zum Intro auf die Bühne, dass es nur so eine Freude war. Ihr Musikstil ist dabei nur schwer zu beschreiben. Eine Mischung aus Hip-Hop, Punk und allem, was sonst noch Krach macht. Am nächsten kommt das vermutlich dem Sound von DEICHKIND, während es textlich oftmals eher übertrieben derb und kitschig zugeht. Vergleichbar mit den jüngeren Werken von DIE ÄRZTE oder ihren Buddies von TRAILERPARK. Meinen persönlichen Geschmack trifft diese Mischung in der Form dabei nicht wirklich, aber ihre Show beeindruckte mich schon, weshalb es kein Wunder ist, dass sie als absolute „Festivalband“ gelten und sich inzwischen in die Party-Elite hochgearbeitet haben.

Die 10-köpfige Kombo MOOP MAMA finalisierte das Programm auf der zweiten Hauptbühne und überzeugte mich dabei rundum. Viele unterschiedliche Instrumente und musikalische Einflüsse prägen dabei ihren Stil. Ausgelassene Stimmung, Tanzeinlagen und fröhliches Gedränge vor der Bühne waren die Folge. Eine Band, die ich mir gerne mal bei einem Club-Konzert anschauen möchte.

Zum Grande Finale betraten dann schließlich um 22 Uhr die SPORTFREUNDE STILLER die große Hauptbühne. Die Rosenheimer machten es uns Fotografen aufgrund ihrer Bühnenformation nicht ganz einfach, zumal es sich im Graben nun enorm tummelte. Darunter auch einige Leute, die gar nicht fotografierten oder filmten. Beim Publikum kamen sie aber hervorragend an und so gingen spätestens beim zweiten Song „New York, Rio, Rosenheim“ die meisten der 37.000 Hände in die Luft. Highlight des Sets war sicher das umgedichtete „54, 74, 90, 2006“, welches zur WM in Deutschland damals zum Hit avancierte und nun für die aktuell stattfindende EM umgedichtet wurde. Glücklicherweise waren die dunklen Wolken am Festivalgelände vorbeigezogen und brachten zu diesem Zeitpunkt maximal ein laues Lüftchen hervor (welches die meisten aber gern annahmen). Langsam aber sicher kamen die Blitze dann aber doch näher, weshalb ich mich auch bereits frühzeitig auf meinen Weg machte. Aus Sicherheitsgründen verkürzte der Headliner schließlich noch seine Zugaben, weshalb das Konzert ein paar Minuten früher endete.

Das Fazit vom vergangenen Jahr könnte ich problemlos heraussuchen und hier hineinkopieren. So bleibt auch in diesem Jahr festzuhalten, dass das Campus Festival eine absolute Bereicherung für Bielefeld darstellt, was gerade die Studenten sicher auch fortlaufend begeistern und anziehen wird. Als kleiner Kritikpunkt bleibt die logistische Aufteilung des Geländes, welche m.E. Im nächsten Jahr unbedingt verbessert werden sollte. Ansonsten: Weiter so, liebe Veranstalter und Initiatoren!

Copyright Fotos: Sascha Uding

Es ist noch kein Kommentar vorhanden.

Hinterlassen Sie einen Kommentar.

Mehr zu BOSSE auf terrorverlag.com

Mehr zu COSBY auf terrorverlag.com

Mehr zu FRITTENBUDE auf terrorverlag.com

Mehr zu MILLIARDEN auf terrorverlag.com

Mehr zu MOOP MAMA auf terrorverlag.com

Mehr zu SDP auf terrorverlag.com

Mehr zu SPORTFREUNDE STILLER auf terrorverlag.com