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CASTLE ROCK 2010 – TAG 2

Ort: Mülheim - Schloss Broich

Datum: 05.06.2010

Auch wenn sich ein Heimschläfer-Festival nicht hundertprozentig wie ein „richtiges“ anfühlt, so hat es doch Vorteile. Insbesondere ein bequemes Bett und eine heiße Dusche zählen hierzu, weshalb die Terrorabordnung am Samstag erholt und bei bester Laune und Gesundheit an den Ort des Geschehens zurückkehrte. Nach dem lockeren Einstand des Vortages, wurde am heutigen Samstag die Dosis erhöht und wir freuten uns auf sieben Bands, die es samt und sonders für die rund 2.000 Anwesenden krachen lassen wollten.

Den Anfang machten um kurz nach 13.00 Uhr EDEN WEINT IM GRAB, die sich nach dem 2002er Studioprojekt-Solostart nunmehr in Vierer-Formation Dark Metal auf die Fahnen geschrieben haben. Sozusagen als farblichen Kontrast zur düsteren Musik betrat Gründungsmitglied, Programmierer, Gitarrist, Sänger und Live-Bassist Alexander Paul Blake den Ort seines 40-minütigen Auftritts zu einem Intro mit weiß geschminktem Gesicht, während Drummer Zeus X. Machina als Hannibal-Lecter-Lookalike seinen Arbeitsplatz in Beschlag nahm, um gemeinsam mit Tammi und Juuri vermittels „Unter dem Eis“ vom 2008er „Trauermarsch nach Neotopia“ die Schießbude in Betrieb zu setzen und natürlich die Langäxte aufjaulen zu lassen. Dazu gesellte sich genretypischer, böser Gesang und bisweilen auch mal ein wenig Orgelmusik zu krachenden Gitarrenriffs. Jedermanns Geschmack haben EWIG damit wohl nicht treffen können, denn nach ein paar Songs leerte es sich doch deutlich vor der Bühne, was allerdings auch an der heftig brennenden Mittagssonne gelegen haben könnte, welche die blassen Gothics in den Schatten trieb. Für die todessehnsüchtigen Musiker in Aktion dürfte die Lunchtime auch nicht unbedingt die bevorzugte Tageszeit gewesen sein, doch merkte man ihrer Spielfreude davon nichts an, als sie mit „Undine“ einem weiblichen Wassergott aus der griechischen Mythologie mit harten Bandagen huldigten, einen „Blutquell“ mit bitterbösen Riffs und Reimen öffneten oder mit dem großen Prügel-Besteck einen „Krieg im Wunderland“ entfachten. Wer noch nicht ganz wach war, sollte es inzwischen gewesen sein, von den Toten ist meines Wissens jedoch niemand auferstanden.

Auch SEELENZORN aus Darmstadt waren nicht an die Ruhr gekommen, um Gefangene zu nehmen. Das Sextett, das gleich mit drei Sängern angetreten war, verbindet seit 2004 Elektronik mit harten Rock- und Metal-Gitarren, die beim Opener „Töte alles!“ vom gleichnamigen Album aus 2005 auch gleich einen wummernden Sound bot, der allerdings etwas besser hätte abgemischt sein dürfen. Dies besserte sich mit zunehmender Spielzeit und so durften wir dem sehr speziellen Style lauschen, den die drei Vocal-Akrobaten Jens, Lothar und Toni mithilfe der Instrumentalfraktion zauberten. „Eiszeit“ vom 2007er „Gnadenloser Zorn“ wurde ebenso zornig gesungen, die Truppe verstand es jedoch auch, der Mucke einen leicht opernhaften Anstrich zu verpassen, der wie beim ruhigern „Dreh dich um“ durchaus passte. Irgendwie hatte das elektronische „Schwarz brennt das Licht“ sogar etwas vom Hip Hop – Hip Hop in einem ganz besonderen Schwarz… Nicht ganz so düster präsentierte sich „Sexzess“, das stattdessen ins Bein ging, bevor das Auditorium SEELENZORN den Gehorsam versagte. Man kam nämlich nicht der Aufforderung zum Hinsetzen nach, weshalb sich die Hessen kurzerhand selbst auf ihre vier Buchstaben fallen ließen und „Was Du träumst“ zunächst mit halber Leistung fuhren. Auch hier blitzte wieder Tonis tiefer Gesang sehr prägnant durch, bevor es synthetisch weiterging, um schließlich doch wieder den Saiteninstrumenten den Vortritt zu lassen. Es wurde wie bei „Keine Angst“ ausdauernd mitgeklatscht und auch die Damen trauten sich trotz der harten Klänge näher, was vielleicht daran lag, dass Lothar, der seinen Waschbrettbauch im offenen Hemd zur engen Lack- oder Lederhose präsentierte, im Graben auf Tuchfühlung ging, während der zweite SEELENZORN-Adonis Toni sich im dezenten Netzshirt und ähnlichem Beinkleid wie der Kollege eher im Hintergrund hielt.

Setlist SEELENZORN
Töte alles
Eisherz
Dreh dich um
Keine Angst
Schwarz brennt das Licht
Sexzess
Was du träumst

THE VISION BLEAK heißt frei übersetzt „Düstere Aussichten“ und beschreibt schon recht gut, was die Castle-Rock-Gemeinde in den kommenden 45 Minuten erwarten sollte. Die Goth Rocker haben sich anscheinend das Kosmetikköfferchen mit Alexander Paul Blake geteilt, zumindest hatten sie denselben bleichen Teich wie das EWIG-Mastermind, um unter der Melodie einer „Here Comes The Vision Bleak“-Hymne den Anwesenden zunächst einmal ihre Rückseite zu zeigen. Nachdem dann auch Gründungsmitglied Tobias Schönemann (alias Allen B. Konstanz) seine Wirkungsstätte erreicht hatte, durfte das wilde Gebretter umgehend mit „Descend Into Maelstrom“ vom brandaktuellen vierten Longplayer „Set Sail To Mystery“ beginnen. Obwohl es noch helllichter Nachmittag war, läuteten THE VISION BLEAK alsbald mit „Night of The Living Death“ nach vorn treibend die Nacht der lebenden Toten ein, ehe „Carpathia“ vom gleichnamigen 2005er Silberling donnernde Stakkatoschläge in die Menge schickte, denen noch ein wahres Flakfeuer musikalischer Machart folgte. Die bösen Buben machten ordentlich Druck und wussten mit ihrer Darbietung absolut zu gefallen. Inzwischen drehten vor der Stage auch schon die ersten Mähnen ihre Runden, die vermutlich bei „I Dined With The Swans“ eine kleine Pause einlegten, da dieser Nummer ein wenig der Fluss fehlte. Insgesamt jedoch eine überzeugende Vorstellung mit viel Drive und zum Schluss noch einer ausgedehnten Schrammelpassage skandinavischer Färbung, die überdies noch von einigen Geschenken in Form von T-Shirts getoppt wurde, die in hohem Bogen in die Menge flogen.

Auch am zweiten Tag hatte Veranstalter Michael Bohnes, der allenthalben Lob von den Bands für „sein“ Castle Rock erntete, dafür gesorgt, dass auch wenigstens eine Frau am Frontmikro stand. Ganz konkret handelte es sich um KRYPTERIA-Luder Ji-In Cho, die zunächst ihre vier Männer auf die mit allerlei angedeutetem Rosenzierrat verschönerte Bühne schickte, bevor sie selbst im cremefarbenen Brautkleid samt Schleier selbige in Beschlag nahm. Der Schleier war dann beim druckvollen „Shoot Me“ doch wohl schnell im Weg und wurde entsprechend abgelegt – ebenso wie die langen Handschuhe und zum Schluss auch das gesamte Kleid. Da drunter verbargen sich noch ein knappes Top und eine enge Lederhose, doch diese Kleidungsstücke behielt die mandeläugige Deutsche koreanischer Abstammung (vermutlich zum Leidwesen nicht weniger Herren) an. Stattdessen flitzte der dunkelhaarige Wirbelwind über die Stage und übte „Sweet Revenge“, die mit ihren eingängigen Hairspray-Metal-Refrain ein wenig an BON JOVI und Konsorten erinnerte. Dass Ji-In ein bisschen mehr auf dem Kasten hat (und sich vor allem in den letzten Jahren deutlich weiter entwickelt hat) als ihre Geschlechtsgenossin vom Vortag, zeigte ihr Ausflug in den Sopran beim folgenden „Ignition“ und auch das melodiöse „Somebody Save Me“, bei dem auch ein, dem Symphonic Rock geschuldetes, Klavier zu hören war, gab weiter mächtig Gas. Mit Sirenengeheul und Fullspeed machte die liebreizende Rampensau auf ihre Sexy-Tanzeinlagen zu „Scream“ aufmerksam, bevor man den fluffigen Refrain von „Never Say Die“ wieder bestens mitgrölen konnte. Natürlich durfte auch die emotionsgeschwängerte Gitarrennummer nicht fehlen, wobei Fräulein Cho extra noch einmal auf das Video zu „For You I’ll Bring The Devil Down“ hinwies, ehe sie kraftvoll ins Mikro hauchte und seufzte. Mit dem Titelrack ihres letztjährigen Longplayers „My Fatal Kiss“ beschlossen KRYPTERIA bereits nach 35 Minuten ihren energiegeladenen Auftritt kurz und knackig mit einem fetten Solo ihres Bassmanns Frank Stummvoll, nach dem auch Drummer Michael „S.C.“ Kuschnerus noch einmal groß rauskam.

Setlist KRYPTERIA
Shoot Me
Sweet Revenge
Ignition
Somebody Save Me
Scream
Never Say Die
My Fatal Kiss

Nicht minder zackig ließen es MONO INC. aus Hamburg angehen, die beim Castle Rock bereits alte Bekannte sind und Michael Bohnes noch einmal ihren Dank aussprachen, dass er sie auch als unbekannte Kapelle gebucht und an ihren Erfolg beim Publikum geglaubt hat. Daran dürften im zehnten Bandjahr inzwischen keine Zweifel mehr aufkommen. Wer Martin Engler, der seit 2007 den Gesang übernommen und seine Schießbude an Katha Mia abgegeben hat und die Saitenfraktion bestehend aus Carl Fornia (Bass) und Manuel Antoni (Gitarre) schon einmal live erlebt hat, weiß, dass es schweißtreibend in Sachen Dark-/Alternative-Rock zur Sache geht. Deshalb ließen die Jungs und das Mädel es mit „This Is The Day“ auch gleich knallen und auch der Ruhrpott kannte keine Berührungsängste. Als kleinen Ausblick auf die im Herbst erscheinende vierte Langrille stellten MONO INC. schon einmal die neue Single vor, die es ab August zu kaufen geben soll und sich vielversprechend anhörte, ehe die stoische „Gothic Queen“ durch’s Geschehen rumpelte und „Forgiven“ mit massiven Gitarrenwänden Tempo machte, während rotes Licht diabolische Schatten auf das Gesicht von Martin Engler warf, der wie üblich den Kajalstrich etwas überdimensioniert gezogen hatte und sich für den folgenden Song seiner Jacke entledigte und zur Wanderklampfe griff, um sich am ersten Cover zu versuchen. Da nach eigenem Bekunden aufgrund des Sonnenscheins die Ballade ausfiel, traf es stattdessen IGGY POPs „The Passenger“, der zum Geschlechterkampf vermittels Mitsingwettbewerb ausartete. Nachdem die Kollegen vollzählig wieder zurückgekehrt waren, durfte zu „In My Heart“ mit den Füßen gewippt werden, ehe es rhythmusbetont mit zwei Trommelbecken am Bühnenrand weiterging, auf die Martin und Carl einprügelten. Was zunächst ein wenig nach Western klang, war „If I Fail“ vom letzten Album „Voices of Doom“ und wenn MONO INC hier nicht bei „The Unforgiven“ von METALLICA geklaut haben, dann weiß ich es auch nicht. Da die Hymne aber wirklich gut gemacht ist und das Zeug zum Gänsehautgaranten hat, wollen wir mal nicht kleinlich sein. Das Castle Rock war’s auch nicht und hat verdientermaßen kräftig Applaus gespendet, den auch Drummerin Katha Mia für ihr Solo erhielt, für das sie ihre Batterie für einen Moment verließ, um in Front mit nur einer Trommel zu agieren, bevor in Sollstärke das nächste Cover auf der Setlist abzuhaken war. Zum festen Repertoire gehört bei MONO INC. inzwischen der D-A-D-Klassiker „Sleeping My Day Away“, den die Hanseaten in meinen Ohren niemals so gut wie die Dänen hinbekommen werden, an dessen Sound ich mich allerdings auch sehr erfreuen konnte. Mit einem kurzen Hinweis auf das MONO-INC.-Tour-TV, das es unter www.mono-inc.com zu bestaunen gibt, verabschiedeten sich die Düsterrocker, nur um sich noch einmal von den Zugaberufen der offensichtlich begeisterten Anwesenden zurück bitten zu lassen. Man nutzte die Gelegenheit denn auch gleich, um sich sich vor dem „König des Castle Rocks“ zu verneigen, der passenderweise just an einem Fenster Hof hielt, um mit „Get Some Sleep“ nach 75 Minuten einen ekstatischen Schlusspunkt zu setzen.

Setlist MONO INC.
This Is The Day
Temple of The Torn
Neue Single
Gothic Queen
Forgiven
The Passenger (IGGY-POP-Cover)
In My Heart
If I Fail
?
Voices of Doom
My Sick Mind TV
Drum-Solo
Sleeping My Day Away (D-A-D-Cover)

Get Some Sleep

An Schlaf war lange noch nicht zu denken, aber der Abend nahm mit DIARY OF DREAMS eine neue Wendung. Nicht mehr brachiale Langäxte standen im Vordergrund, sondern melancholisch-schöner Elektro-Rock, wie er seit nun mehr als 20 Jahren im Hause Hates produziert wird. Nachdem ich in diesem Jahr schon zwei Mal das Vergnügen im Rahmen des UNHEILIG-Supportes hatte, freute ich mich auf die heutige Freiluft-Gig und ich darf sagen, dass ich in keiner Weise enttäuscht wurde. Adrian Hates hatte angesichts der Temperaturen, die sich auch kurz vor 19.30 Uhr immer noch deutlich jenseits der 20-Grad-Marke bewegten, gegen das obligatorische Jackett entschieden und erklomm so im Hemd gekleidet unter Nebelschwaden gemeinsam mit seiner Band zum „DOD“-Intro die Stage, um mit „The Wedding“ vom 2009er Studio-Output „If“ einen perfekten Einstieg abzuliefern. Die Lichteffekte, die langsam ihre Wirkung entfalten konnten, verstärkten das druckvolle „The Plague“, welches 2007 das Licht der Plattenläden auf „Nekrolog 43“ erblickt hatte, um schließlich mit den hypnotischen Sounds von „Poison Breed“ und flotten Synthies, für die inzwischen Leandra Ophelia Dax (JESUS ON EXTASY) zuständig ist, ins Bein zu gehen. Eifriges Klatschen begleitete „Chemicals“, für dessen kraftvollen Saitensounds ebenso wie bei „Regicide“ neben Langmähne Hates natürlich Irokese Gaun:A verantwortlich zeichnete. Die Saiteninstrumente bekamen beim emotionalen „She And Her Darkness“ Besuch von zarten Klavierakkorden, die den Song zu einer wunderbaren Hymne machten, der umgehend das nicht minder fantastische „Traumtänzer“ folgte. Hier wurde selbstverständlich ausgiebig mitgesungen und auch an Beifall nicht gespart, bevor mit „King of Nowhere“ das Tempo wieder ein wenig anzog und „Soul Stripper“ mit viel Schmackes alle Düster-Elektro-Rock-Register zog. Nach 45 Minuten kündeten DIARY OF DREAMS an dieser Stelle schon das Ende der Dark Wave-/Synthie Rock-Lehrstunde an, legten aber ohne groß überzeugt werden zu müssen mit „A Curse“ und „Kindrom“ fett nach. Bereits zum dritten Mal waren DIARY OF DREAMS zu Gast im alten Schlossgemäuer und ich wüsste nicht, was dagegenspräche, Hates und seine Mannschaft ein weiteres Mal einzuladen. Mir war es wieder ein ausgesprochenes Vergnügen!

Setlist DIARY OF DREAMS
The Wedding
The Plague
Poison Breed
Chemicals
The Chain
Regicide
She And Her Darkness
Traumtänzer
King of Nowhere
Soul Stripper

A Curse
Kindrom

Wie doch die Zeit vergeht! Fast war auch das elfte Castle Rock schon wieder Geschichte, aber bevor es so weit war, stand uns noch die LETZTE INSTANZ bevor, die nicht nur aufgrund ihrer zahlreichen Pyro-Effekte, für welche die Dresdner bekannt sind, einige Feuerwerke zu entfachen gedachten. Bereits beim Opener „Mein Engel“ gab’s die ersten Funkenfontänen und es sollten nicht die einzigen bleiben. So erhoben sich mit viel Wumms die Fäuste der Fans zur „Flucht ins Glück“, während auf der Stage Benni Cellini auf seinem imposanten Stuhl barfuß spielend das E-Cello strich und M. Stolz den Bogen der elektrischen Violine führte, die beide den besonderen Style der LETZTEn INSTANZ ausmachen. Wie sich zeigte, waren viele alte Hasen unter der Zuschauerschaft, die auch das LI-Zeichen mit Daumen und Zeigefingern schon hervorragend beherrschten, weshalb zügig mit „Unerreicht“ und dem Stomper „Maskenball“ aufs Ganze gegangen werden konnte. Hier erhielt Fronter Holly zudem Unterstützung von Holly D. am Mikro, ehe „Kalter Glanz“ mit fetten Streichern und emsigen Hüpfern versehen wurde. Für „Dein Licht“ waren „Feuerzeuge, Handys, Baustrahler, Fackeln, Lagerfeuer“ oder was man sonst als Lichtquelle in den Taschen hatte gefragt. Die Nummer vom 2009er „Schuldig“ geht mit Sicherheit schon jetzt als Gänsehaut-Klassiker in die LETZTE-INSTANZ-Annalen ein. Auch bei den Mittelalter-Folk-Rockern durften die Männer-Frauen-Singspielchen nicht fehlen und es dürfte nicht überraschen, dass die holde Weiblichkeit auch diesen Contest bei „Finsternis“ nicht für sich entscheiden konnte. Vielmehr mussten sich die Damen sogar noch Hollys Häme anhören, rechts und links nicht auseinander halten zu können, weshalb sie kurzerhand den Auftrag bekamen, den Arm beim „anderen links“ in die Höhe zu halten. Da man mit Schlagzeuger-Neuzugang David jetzt den schönsten Drummer der Welt zu den seinen zählt, durfte auch der entsprechende Song der LI-Diskografie nicht fehlen, weshalb mit jeder Menge Emotionen „Das schönste Lied der Welt“ zum Vortrag gebracht wurde, ehe die Aufforderung „Tanz“ zum Völkerhüpfen bei gereckten Armen führte. Lichtgewitter und Streicherexplosionen begleiteten „Ohne Dich“, um schlussendlich in wahren Funkenregen zu enden. Damit wurde zu „Monument der Stille“ übergeleitet, das zunächst nur mit Gesang und Sechssaiter auskam, bis schließlich alle wieder melancholisch-schön ihre Arbeit taten. „Der Garten“ lud nicht nur zum Tanzen ein, nein, er machte auch den Blick auf Hollys Oberkörper frei, der wenig später einen neuen Song mit dem Hinweis ankündigte, der Herbst werde heilig. Wenn das neue Material wird wie die kleine Kostprobe, dann können wir uns auf knackige Drums, mächtige Langäxte und eine gute Portion Rock’N’Roll einstellen. Auf der Zielgeraden angekommen durften die Fans noch einmal lauthals bei „Finsternis“ den „Ohoho“-Chor übernehmen, während auf der Stage erneut Pyro-Fontänen in die Höhe stiegen und sogar aus Geigenbogen und Stuhl die Funken stoben. Mit High Energy setzte „Komm!“ den Reigen fort, bevor das Publikum seinen großen Auftritt bei „Das Stimmlein“ hatte. Schließlich sind die LETZTE-INSTANZ-Mitglieder keine 20 mehr und deshalb braucht die Baggage laut Holly zwischendurch mal eine kleine Verschnaufpause. Zweifelsohne hat’s allen Beteiligten viel Spaß gemacht und so konnte es nach diesem Höhepunkt zum Ende des regulären Sets kommen, für das „Mein Todestag“ ausgewählt wurde, welches viel Dampf machte und mitsamt Fackeln, Funkenregen und Feuerschluckern zum großen Finale geriet.

Damit war’s natürlich noch nicht getan und nachdem sich Holly ein T-Shirt übergezogen hatte, standen „Rapunzel“ und das BLUR-Cover „Song 2“ auf dem Programm. Die LETZTE INSTANZ rockte noch einmal auf das Feinste und beim „Song 2“ nahmen Benni Cellini und M. Stolz schnell noch ein Bad in der Menge, indem sie sich im Crowd Surfen übten. Abermals legte sich ein feuriger Schwall über die Bühne, dem nach Funkenregen und Lichtblitzen ein heftiger Knall und zu guter Letzt noch ein Lied folgten. Für insgesamt 23 Minuten angekündigt, verkürzten die Ostdeutschen schließlich auf zehn, die jedoch mit Mann und Maus abgefeiert wurden. Wem dieser wirklich schöne Abschluss nach 1 ½ Stunden noch nicht reichte, musste sich noch ein paar Minuten gedulden, dann wollte die LETZTE INSTANZ am Merch noch auf ein Bier mit den Fans vorbeischauen.

Setlist LETZTE INSTANZ
Mein Engel
Flucht ins Glück
Unerreicht
Maskenball
Kalter Glanz
Dein Licht
Wann
Das schönste Lied der Welt
Tanz
Ohne dich
Monument der Stille
Der Garten
Neuer Song
Finsternis
Komm!
Das Stimmlein
Mein Todestag

Rapunzel
Song 2 (BLUR-Cover)
Wir sind allein

Gelegenheit, die Bands auch mal abseits der Bühne zu erleben, gab es an den vergangenen zwei Tagen häufiger. Es schien, als fühlten sich wirklich alle , egal ob Musiker, Besucher oder auch die zahlreichen, freundlichen Helfer in der Technik, im Bereich der Security sowie in der Ersten Hilfe und an den verschiedenen Ständen, in der familiären Atmosphäre des Castle Rocks wohl und auch wir kommen im nächsten Jahr gern wieder nach Mülheim. Vorher gibt es übrigens Ende August noch die Chance, das Burg Folk innerhalb den imposanten Außenmauern des Schloss Broich zu erleben. Natürlich wird der Terrorverlag auch von diesem Festival berichten.

Copyright Fotos: Uli Klenk

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