Konzert Filter

COMBICHRIST – FILTER – LORD OF THE LOST – RABIA SORDA

Ort: Hamburg - Große Freiheit 36

Datum: 03.06.2016

Der Abend in Hamburg war nicht nur der Tour-Auftakt in Deutschland, sondern an diesem Tag fand auch die Veröffentlichung des neuen Albums „This Is Where Death Begins“ von COMBICHRIST statt. Der Name der Tour korrelierte nicht wie erwartet mit dem Albumtitel, sondern lief in aller Bescheidenheit unter dem Slogan: „Make Europe Great Again!“ Nicht nur, dass gleich vier Acts am Start waren, so folgte im Anschluss noch um 23 Uhr die Große Schwarze Nacht und bescherte dadurch den Bands einen gewissen Zeitdruck.

Schnell waren die ersten Reihen von hauptsächlich weiblichen LORD OF THE LOST-Fans belegt, und zeitig ging es dann auch schon um 17.30 mit dem Auftritt von RABIA SORDA und ihrer Mischung aus Elektronik-Rock/ Punk los. Auf der Bühne stapelten sich die vier Drumsets der Bands, doch das Trio kam mit dem eingeschränkten Platzangebot zurecht, so dass Sänger Erk (HOCICO) seinem Bewegungsdrang freien Lauf lassen konnte. Da Drummer Maxx seitlich zur Bühne saß, konnte man ihn beim Bearbeiten seines Instrumentes umso besser beobachten. Neben „Deaf“ und „Obey Me“ lud der Song „Die in Berlin“ zum Mitsingen ein – Jubel und Mitklatschen gab es von Seiten des Publikums zu „Out Of Control“. Die Temperaturen waren schon jetzt in die Höhe getrieben, und überall sah man Leute sich Luft zufächeln. Mit der Vorstellung der Musiker und einer kurzen Verbeugung endet dann auch schon nach genau 30 Minuten der Auftritt von RABIA SORDA.

Mittlerweile war die Bude voll und zwischen den LOTL- und COMBICHRIST-Anhängern hatten sich nun ein paar FILTER-Fans eingefunden, die jedoch in der schwarzen Masse untergingen. Mit viel Nebel und großem Pathos legten die Hamburger Jungs mit „The Love Of God“ los. Auf der Bühne gab es fast genauso viel Glitzer wie Nebel, so hatte Chris Harms Glitzer im Gesicht und Gared Dirge stand mit entsprechender Jacke hinter seinen Keys. Von Seiten des Publikums gab es reichlich Mittelfinger zu „Black Lolita“. Das musikalische Gebretter zu „We’re All Created Evil“ wurde mit Hey-Chören der Fans angereichert und zu „Dry The Rain“ wurde erneut lauthals mitgesungen. Optisches Highlight neben dem ganzen Nebel, Glitzer und den Jungs von LOTL war die LED-Gitarre von Chris, die im Takt zu „Six Feet Underground“ aufleuchtete. Als weitere Spielerei zückte Chris im Verlauf der Show noch eine LED Brille. Zu „Sex On Legs“ gab es die obligatorische Bandvorstellung, und mit treibenden Beats und Fäusten gen Himmel kam „Fists Up In The Air“ daher. Bevor der Sambarhythmus zu „La Bomba“ in die Beine ging, gab es das Cover „Everybody“ von den BACKSTREET BOYS, zu dem erstaunlich viele textsicher mitsangen…

Etwas kurios ging es weiter, denn nun lichteten sich unverständlicherweise die Reihen zu dem Auftritt von FILTER, dafür traten die wenigen Fans etwas in den Vordergrund. Musikalisch passte die Rockband nicht ganz in den Abend, was den Publikumsschwund mit Sicherheit begründete. Zum Glück nahm im Lauf des Auftritts der Zuspruch zu, denn FILTER wissen mit Qualität zu überzeugen. Neben Wasser für die Zuschauer gab es beispielsweise „The City Of Blinding Riots“, „Take Me To Heaven“ und „Mother E“ zu hören. FILTER war die Band an diesem Abend, die „mehr“ zu sagen hatte, so wurden politische Statements zu „Nothing In My Hands“ eingestreut und „Welcome To The Fold“ wurde mit den Worten „Fuck Donald Trump“ eingeleitet. Bevor es „Jurassitol“ vom neuen Album „Crazy Eyes“ gab, kämpfte Sänger Richard erst einmal mit dem auf unerklärlicherweise entstanden Mikrofon-Kabelsalat, eine Sache, mit der seine aktiveren Line Up-Kollegen keine Probleme hatten. Interessant war auch das Tablet, welches kaum zu übersehen, mittig auf der Bühne in Augenhöhe platziert war und für Richard als Teleprompter fungierte. Zum Ende des Auftritts sah man das Publikum dann doch noch zu „Pride Flag“ etwas moshen und pogen.

Mit Ende des Auftritts von FILTER wurde es nun erwartungsgemäß wieder voller und „schwärzer“ vor der Bühne, denn nun waren COMBICHRIST an der Reihe. Nach dem Intro legte man mit „Slakt“ vom neuen Album los und bretterte die Setlist runter, es blieb keine Zeit für große Ansagen, noch für Interaktion der Bandmitglieder untereinander noch mit ihren Fans. Ab und an blickte Andy diabolisch schelmisch und fies lächelnd gezielt ins Publikum. Beeindruckend war das Zusammenspiel der beiden Drummer Joe Letz und Nick Rossi. Zusätzlich hatte Joe seinen eigenen Drumstick-Anreicher zur Seite gestellt bekommen. Selbst auf eine Körper-/ Gesichtsbemalung verzichteten COMBICHRIST und überließen dies an diesem Abend lieber RABIA SORDA und LOTL. Mit „Can’t Control“ ließ das erste Highlight nicht lange auf sich warten und „Never Surrender“ lud zum Mitsingen ein. Die treibende Beats zu „Get Your Body Beat“ ließen die Temperaturen in der Großen Freiheit weiter steigen und gemeinsam hüpften Band und Fans zu diesem Song. Munter weitergesprungen wurde zu „Blut Royale“ und ein Meer von Mittelfingern gab es passenderweise zu „Fuck That Shit“ im Anschluss. Mit Massenhüpfen und einem abrupten Ende zu „My Life My Rules“ war der Abend vorbei und ungläubig standen die Fans vor der Bühne, bis das Licht im Saal anging und die Musikbeschallung vom Band einsetzte. Auf der Setlist standen noch „Maggots At The Party“ und „What The Fuck Is Wrong With you“. Papier ist geduldig.

Die geplanten letzten beiden Zugaben hätten dem Set einen runden Abschluss verliehen. Schade. Wer wollte, konnte im Anschluss bei der Großen Schwarzen Nacht weiterfeiern und so den Abend ausklingen lassen.

Setlist COMBICHRIST
Intro
Slakt
Skullcrusher
Can’t Control
Throat Full Of Glass
Exit Eternity
Never Surrender
No Redemption
Zombie Fistfight
Get Your Body Beat
Time Again
Blut Royale
Fuck That Shit
We Are The Plague
My Life My Rules

Copyright Fotos: Sandra Dürkop

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