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COMBICHRIST – WILLIAM CONTROL

Ort: Berlin - C-Club

Datum: 27.11.2014

Schnell füllte sich der C-Club in Berlin an diesem Abend, denn bereits eine halbe Stunde nach Einlass sollte der Auftritt von WILLIAM CONTROL beginnen. Nach den akademischen 15 Minuten Wartezeit erklang als Intro „Touch The Hem Of His Garment“ von SAM COOKE und Will Francis betrat in Anzug und mit Zigarette im Mundwinkel die Bühne. WILLIAM CONTROL spielte an diesem Abend das erste Mal in der Hauptstadt, dennoch ist Will kein Unbekannter. Als Leadsänger der Post-Hardcore Band AIDEN war er bereits zu Gast in der Hauptstadt.

Es folgte eine Show mit großen Gesten, diversen Sprüngen und beeindruckenden Mikrofon-Schleuder-Aktionen. Will forderte oft, vielleicht sogar zu oft, Applaus und Yeah-Rufe ein. Er spendete im Gegenzug auch reichlich Applaus an sein Publikum, so kann man es als ein Geben und Nehmen beschreiben. Bei „Adore“ ließ es sich Mr. Control nicht nehmen und forderte die Fans auf, sich vor die Absperrung zu begeben, doch die Security ließ sie nur einen kurzen Moment im Bühnengraben gewähren. Der Synthiepop kam gut bei den Berliner an, so sah man durchgehend im Publikum Kopfwippen während der Songs und auch ohne einer Aufforderung von WILLIAM CONTROL gab es eine Menge Applaus für die Band. Ohrwurmlastig endet der Gig mit „I’m Only Human Sometimes“. Optisch war der Auftritt allemal sehenswert und wie ein Gast treffend bemerkt hatte, erinnert Will an eine US-Ausgabe von Steve Naghavi.

Setlist WILLIAM CONTROL
Intro
All Due Restraint (?)
Beautiful Loser (?)
Strangers
Price We Pay
New World Order
Revelator
Adore
Razors Edge
I’m Only Human Sometimes

Dann gab erst einmal lange… Nichts zu sehen. Das Intro von COMBICHRIST zog sich in die Länge, während die Fans auf eine dunkle Bühne starrten, sich in Gelassenheit übten und auf den Beginn der We-Love-You-Tour warteten. Die ersten Taschenlampen verkündeten leider nicht den Beginn der Show, sondern zeigten den Stagehands nur den Weg. Erst jetzt verteilten sie in völliger Dunkelheit die Gitarren auf der Bühne. Timing ist Alles. Erneuter Taschenlampenschein flackerte auf und unter Publikumsjubel betraten endlich COMBICHRIST zu den Anfangstakten von „ We Were Made To Love You“ die Bühne. Dank der dunklen Bühne kam die rotleuchtende Maske, die Andy zu Beginn trug, sehr gut zur Geltung. Wie sich herausstellte, war sein Gesicht darunter völlig ungeschminkt. Dagegen trumpften die Bandkollegen mit einem Kiss-Look-A-like-Horror-Make up auf, welches im roten Bühnenlicht zu „ Blut Royal“ noch fratzenhafter wurden. Die Vorliebe für Gegenlicht und Dunkelheit dominierte die Show. Kollektives Publikums-Hüpfen gab es zu „Can’t Control“, während Andy rastlos über die Bühne rannte. Schnell hob LaPlegua seine Becher, trank auf Berlin und mit der knappen Ansage: „Do you like to party“ ging es weiter mit „ Maggots At The Party“. Oft entwickelt ein Auftritt COMBICHRIST durch die Interaktion der Bandmitglieder untereinander eine Eigendynamik, die sehr unterhaltsam sein kann. An diesem Abend spielten die Musiker ihr Set routiniert und mit vollem Körpereinsatz. Da Joe mit seinem Drum seitlich zum Publikum saß, konnte man seine großen Bewegungen und Drumsticksakrobatik besonders gut beobachten. Erik 13 stemmte hin und wieder seine Gitarre über seinen Kopf empor und Brent Ashely , der für Abbey Next einsprang, kletterte mit seinem Bass im Schlepptau bei „Denial“ auf die seitlichen Bühnenlautsprecher. Zu „Never Surrender“ gab es ein Gesangswechselspiel zwischen Andy und seinem Publikum. Aufgewärmt sangen die Fans zu „Shut Up And Swallow“ gleich munter den neuen Refrain weiter. Unter erneutem roten Bühnenlicht zuckten bei „Get Your Body Beat“ tanzende Leiber im C-Club. Vollgas gab die Band mit „Love Is A Razorblade“ und auch das Publikum verausgabte sich noch einmal zum letzten Song.

Bevor es die Zugaben gab, übten sich die Berliner wieder in Gelassenheit, starrten in das gleißende blaue Bühnenlicht und ließen den monotonen Sound über sich ergehen. Das Warten unter wenigen Zugaberufen und nur vereinzeltem Klatschen hatte sich gelohnt. COMBICHRIST packten die Akustikgitarre raus. Wie? COMBICHRIST unplugged !!! Doch das Fuck-That-Shit von Andy verhindert das Schlimmste. Thanks God! Kein Akustikset setzte ein, sondern „Fuck That Shit“ gab es mit reichlich Volt auf die Ohren. Zu „Sent To Destroy“ ließ es sich Andy nicht nehmen und winkte das Publikum vor die Absperrung. Ein Händeschütteln an die wenigen Mutigen, die der Aufforderung folgten gab es im Anschluss. Mit Saft auf den Instrumenten endet der Abend, wie es sich für ein EBM Konzert gehört.

Setlist COMBICHRIST
Intro
We Were Made To Love You
Today I Woke To The Rain Of Blood
Blut Royale
This Is My Rifle
Can’t Control
Throat Full Of Glass
Maggots At The Party
Denial
Never Surrender
Shut Up And Swallow
Get Your Body Beat
Love Is A Razorblade

Fuck That Shit
Send To Destroy

Copyright Fotos: Sandra Dürkop

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