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COMBICHRIST – CONTROLLED COLLAPSE

Ort: Hamburg - MS Stubnitz

Datum: 29.07.2015

„Moin Moin“ sagt man in Hamburg, und stilsicher hanseatisch haben COMBICHRIST die MS Stubnitz als ihre Location an diesem Abend ausgewählt. Wer nicht mit dem Auto anreiste, der gelang durch Wind und Nieselregen über die Brücke zu dem Liegeplatz des ehemaligen Kühlschiffs der Hochseefischerei. Die MS Stubnitz begrüßte die Besucher mit ihrem Knarren. Während die Ersten um 19 Uhr das Schiff enterten und über die steile Treppe in das dunkle Schiffsinnere gelangten, fanden auf dem Deck noch Schweißarbeiten statt. Waren die Betätigungen ein Vorbote für die schweißtreibenden EBM Beats, die die Besucher heute erwarten würden?

Die drei unterteilten Bereiche vor der Bühne luden zum Tanzen ein, wobei sich die Fans sofort dicht an dicht in den mittleren Bereich drängten, da nur dieser direkt an die Bühne reichte. Mit der polnischen Vorband CONTROLLED COLLAPSE sollte die EBM Party mit „Change The World“ losgehen, doch leider war die Technik außer Kontrolle und ab „Scream & Shout“ glich der Auftritt eher einem Akustikset , da sich der Mac vom heutigen Abend bereits verabschiedet hatte. Zu Beginn mit Kapuze verdeckt und mit unermüdlicher Energie gab Wojciech einen Song nach dem anderen, während Pauline die Drums bearbeitete und trotz der Umstände legten CONTROLLED COLLAPSE ein knapp 30 minütiges Set hin.

Auf der Bühne wurde mit dem Abbau der Instrumente der Band nun etwas mehr Platz geschaffen. Dagegen wurde es nun davor enger und enger, so dass einige Wenige lieber vom darüber liegenden Deck aus den Auftritt von COMBICHRIST verfolgten. Lag bei CONTROLLED COLLAPSE die Bühne fast nur im Dunkeln, so gab es bei COMBICHRIST gleich zu Beginn eine Menge Nebel und gleißendes Licht im Wechsel mit Dunkelheit. Los ging es mit „We Were Made To Love You“.

Der erste Höhepunkt an diesem Abend war „Can’t Control“, denn zu diesem Song brach in allen drei Abschnitten ekstatisches Tanzen und Mitsingen aus. Die kleine Bühne hatten COMBICHRIST gut für sich aufgeteilt. So blieb die Mitte Andy vorbehalten und nur ab und an huschten Eric 13 und Brent Ashley vorbei. Joe Letz war in die eine hintere Bühnenseite verdammt und mit ihm eine Stagehand als Dauerbetreuung, die den gesamten Abend über die Drumsticks einsammelte und zureichte. Z. Marr am anderen Ende der Bühne hätte mit seinem Keys nicht viel größer sein dürfen, denn die Decke war gefährlich nah. Aber wie sagt man: Platz ist in der kleinsten Bude, und so sprang Andy umher, grinste diabolisch verschmitzt in die erste Reihe und mit „Maggots At The Party“ wurde die heutige Party pogend eingeläutet. Wer nicht tanzte oder pogte, der sang mit. Das Schiffsinnere erinnerte nun eher an einen heiß gelaufenen Schiffsmotor. Wer von oben auf das Publikum schaute, spürtet die aufsteigende Wärme und sah zu „Get Your Body Beat“ die Fans mal rot mal blau erleuchtet vom Bühnenlicht zum Beat zucken und tanzen. Mit „Red“ gab es eine kleine Erholung für die Tanzenden, bis gleich darauf zu „What The Fuck Is Wrong With You“ wieder Alles von ihnen abverlangt wurde. Mit rotem Bühnenlicht und treibenden Beats peitschten COMBICHRIST zu „Love Is A Razorblade“ weiter auf die Anwesenden ein bis Andy sein Mikro auf den Boden warf und den Gig somit beendete.

Auf roten Socken eröffnete Joe das Zugabenset. Den ersten Song hatten COMBICHRIST der Location angepasst und kurzerhand zu „The Ship will Fuck You Up“ umgetextet. Joe zerlegte zu dem Track seine Drums und hielt so die Stagehand auf Trab. Beinahe hätte es an diesem Abend sogar crowdsurfende Drums gegeben, doch die Stagehands waren schneller. Zum Glück, denn so gab es noch „Send To Destroy“. Mit einer Verbeugung und „Retreat Hell“ vom Band endete der Abend und die Besucher wurden vom regennassen Hamburg in Empfang genommen und der auffrischende Wind kühlte die schweiß durchtränkten Körper.

Setlist COMBICHRIST
We Were Made To Love You
Just Like Me
No Redemption
Zombie Fistfight ???
Can’t Control
Throat Full Of Glass
Maggots At The Party
Denial
Retreat Hell
Never Surrender
Blut Royale
Satans Propaganda
Get Your Body Beat
Red
What The Fuck Is Wrong With You
Love Is A Razorblade

This Shit Will Fuck You Up
Send To Destroy

Copyright Fotos: Sandra Dürkop

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