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COMEBACK KID – MISERY SIGNALS – ARCHITECTS – BANE – OUTBREAK

Ort: Münster - Sputnikhalle

Datum: 16.04.2009

THROUGH THE NOISE

100 Kilometer Wegstrecke, unfertige Autobahnen und Feierabendverkehr in Münster können uns nicht davon abhalten, geradewegs in Richtung Sputnikhalle zu fahren, um uns dort eine Hardcore/ Metalcore Show der Superlative zu Gemüte zu führen. Zum Tanz geladen hatten COMEBACK KID, im Gepäck MISERY SIGNALS, ARCHITECTS, BANE und OUTBREAK, unterwegs auf ihrer „Through the Noise – Europa Tour“.

Geöffnet wurden die Tore um 19:30, doch trotz des grandiosen Line Ups besiedelten nur relativ wenig Besucher den Konzertsaal der Sputnikhalle. Punkt eins der Tagesordnung waren OUTBREAK. Fünfzehn Minuten Songmaterial hatten die fünf Jungs aus Maine zum Besten zu geben und trotz des geringen Publikumaufkommens, wurde die Kombo in Form von Circle Pits. Stagedivern und diversen Headwalks gewürdigt. So schnell, wie die Jungs die Bühne betraten, verließen sie diese auch wieder.

Setlist OUTBREAK
Down not out
Braindead / Scum
Black Flag
Voices
Infected
You’re a Waste
Anti Social
Motorhead
M.P.
Wasting away
No one Cares

Nach einer kurzen Umbaupause war die Bühne bereit für die Männer um Sänger Aaron Bedard, dem man die 14 Jahre Bandgeschichte ins Gesicht geschrieben sieht, auch bekannt als BANE. Trotz diverser kleiner Pannen, wie z.B. das Reißen der Saite von Gitarrist Zach Jordan, oder das Verlieren des Mikrofon Kabels, lieferten BANE eine 40-Minütige, wenn auch durch die erwähnten technischen Defekte in die Länge gezogene Hardcore Show vom Feinsten ab, so dass sogar vereinzelte COMEBACK KID Musiker, wie z.B. Andrew Neufeld, vor der Bühne einen Platz einnahmen. Damit aber nicht genug, denn auch Benny, seines Zeichens Frontsau des Münsteraner Metal Quintetts NEAERA war im Publikum anzutreffen, genauso wie ein Teil der Band VERSUS THE THRONE (ex BLOOD SPENCER), ebenfalls in Münster beheimatet. Nach einer Diskussion mit einem Fan im Publikum und der nostalgischen Erzählung Aarons über sein allererstes Europa Konzert, welches ebenfalls in Münster stattgefunden hat, räumten BANE die Bühne und hinterließen strahlende Gesichter bei den Fans, für die es bereits jetzt schon ein gelungener Abend war.

Es sollte der erste Metalcore Act des Abends die Bühne betreten, doch stattdessen stürmte ein blonder Mützenträger die Bühne, der sich im Endeffekt als Sänger Sam Carter herausstellte, der sich jedoch schnell von eben jener Kopfbedeckung trennte und als erstes seine Haare zurecht machen musste, bevor er das Mic in die Hand nahm und durch Shouts vom Allerfeinsten klar machte, dass die ARCHITECTS aus Großbritannien dem Publikum nun einheizen wollten. Trotz der erst fünfjährigen Bandgeschichte spielten sich die Jungs gekonnt durch ihr Set, Spielfreude stand jedoch an erster Stelle. Die Fans, die inzwischen zahlreicher vorhanden waren, dankten es ihnen in Form von riesigen Circle Pits und der Ein oder Andere entriss Herrn Carter auch schon mal das Mikrofon, um zu zeigen, dass er die Texte mindestens genauso gut mitschreien kann. Nach einer halben Stunde energiegeladener Show verließ die Fünfer Combo die Bühne und machte Platz für den nächsten Act.

Der letzte Auftritt, bevor COMEBACK KID die Bühne einnehmen sollten, gehörte MISERY SIGNALS, dem wohl melodischsten Act des ganzen Abends. Bis zum ersten Song hatte ich die Befürchtung, nur Stücke vom neuen Album „Controller“ zu hören, doch diese Ängste lösten sich in Luft beziehungsweise eher in metallische Riffs aus Songs wie z.B. „Five Years“, „The Failsafe“ oder „The Year summer ended in June“ auf, die man auf den alten Alben „Mirrors“ und „Of Malice and the Magnum Heart“ findet. Für Fans der neueren Sachen hatte das Quintett auch dafür gesorgt und spielte „Weight of the World“ oder „A certain Death“. Trotz aller Begeisterung meinerseits, bildete sich vor der Bühne eine Gasse von ungefähr zwei Metern, in der nur vereinzelt Menschen das Tanzen anfingen. Direkt vor der Bühne waren die eingefleischten MISERY SIGNALS Fans natürlich auch vertreten und unterstützten Karl Schubach bei seinen Vocals, doch alles in allem muss man sagen, dass die Euphorie sich doch eher in Grenzen hielt, was unter anderem auch dadurch kam, dass sich draußen vor der Halle einige Leute auf ihre „Stars“ wie z.B. BANE oder die ARCHITECTS stürzten, die sich nach ihrem Auftritt an die frische Luft begeben hatten. Nach mehr als einer halben Stunde Musik stimmte man mit „ The Year summer ended in June“ das letzte Stück an, was auch lautstark mitgesungen wurde. Man ließ eine Handvoll zufriedener Fans, mich mit eingeschlossen, zurück und machte Platz für die, weswegen alle den Weg in die Sputnikhalle angetreten haben: COMEBACK KID

So füllte sich der Saal immer mehr und schnell wurde auch klar wieso. Schon nach den ersten paar Shouts aus „Partners in Crime“ war die Stimmung ganz oben, wie man durch die vermehrte Bewegung in der gesamten Halle zu spüren bekam. Die Fans zeigten ihre Textsicherheit und unterstützten Sänger Andrew Neufeld lautstark und mit vollem Einsatz. Schließlich muss man ja unter Beweis stellen, dass man in Münster mindestens genauso gute Stimmung machen kann, wie in Leipzig, wo die Aufnahmen zu der Live DVD „Through the Noise“ entstanden sind. Dies führte zu Circle Pits, Crowd Surfern und Stagedivern der besonderen Art, denn vor der Bühne still zu stehen war unmöglich, da COMEBACK KID einfach mitreißend sind. Andere anwesende Bands sahen dies genauso, da Andrew auch von Ryan O’Connor, dem Frontmann von OUTBREAK, in einem Song unterstützt wurde. Dieses Spektakel ging über 45 Minuten und ergab einen guten Mix aus Songs aller drei Studioalben, bevor es schlussendlich mit einem krönenden Abschluss beendet wurde. Schließlich erklangen die Zeilen „We said, we said we said“, seitens Andrews, die aus dem Publikum durch „This Time was gonna be different“, wie aus einem Mund vervollständigt wurden. Das „Wake the Dead“ folgen würde, war jedem im Saal bekannt. Die Stimmung kochte noch einmal über und einem jeden wurde wieder bewusst, wie grandios COMEBACK KIDs Bühnenpräsenz ist.

Setlist COMEBACK KID
Partners in Crime
Die Tonight
Broadcasting
False Idols Fall
Talk is Cheap
Hailing on me
All in a year
Changing Face
Final Goodbye
The Trouble I Love
Defeated
Out Distance
Wake the Dead

Alles in allem muss man zu dieser Etappe der „Through the Noise Tour“ sagen, dass sich die Anfahrt wirklich gelohnt hat. Münster ist halt mehr als eine Studentenstadt und bei dem Line-Up ist es nicht verwunderlich, dass man auf dem Parkplatz sowohl Herforder- als auch Lipper Nummernschilder sehen konnte, so dass man sagen muss, dass wir nicht zu den einzigen gehörten, die eine weitere Anfahrt in Kauf genommen haben. Sie kommen halt alle, wenn COMEBACK KID zum Tanz laden und wenn man dann auch noch so hochkarätige Bands mit auf Tour nehmen kann, ist es kein Wunder, dass die Sputnikhalle im Endeffekt doch noch gut gefüllt war. Waren OUTBREAK, BANE, ARCHITECTS und MISERY SIGNALS auch noch so gut, wurden sie trotzdem von den Helden des Abends, COMEBACK KID, in Grund und Boden gespielt und ich persönlich muss sagen, dass die fünf Kanadier echt wissen, wie man das Publikum im Griff hat. Einfach eine Show, die ich mir mehr als nur einmal ansehen würde.

Copyright Fotos: Philipp Prüßmeier

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