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CORVUS CORAX – CANTUS BURANUS

Ort: Leipzig - Arena

Datum: 27.03.2009

Freitag Abend. Wir schreiben den 27. März des neunten Jahres nach der Jahrtausendwende und CORVUS CORAX laden mit „Cantus Buranus – die Arenaproduktion“ nach Leipzig ein. Der Abend verspricht Großes, denn mit einer völlig neuen Show unter der Regie von Live-Inszenierungsmeister Gert Hof wollen CORVUS CORAX die Arena in Leipzig zum Beben bringen. Aus den Handschriften des Klosters Benediktbeuren haben sich die Burschen die weltlichen Texte ausgewählt und in einer grandiosen Inszenierung vertont. Da darf man ja gespannt sein. Als wir die Arena sichten, bemerken wir als erstes, dass eine riesige Schlange vor dem Eingang fehlt. Nanu? Wo sind denn die ganzen Cantus Buranus Begeisterten? Vielleicht schon in der Halle. Nun gut. Erstaunlicherweise finden sich dann auch viele ältere Gäste unter dem Publikum, so dass wir das Durchschnittsalter erheblich senken. In der bestuhlten Arena, die auf die Hälfte der Größe reduziert wurde, finden auch wir unsere Plätze. Gespannt kann nun der Abend beginnen.

Punkt 20 Uhr ist es soweit. Das Licht erlischt und das Orchester sowie der Chor nehmen ihre Position ein. Mit wehenden Fahnen und einem düsteren Intro betreten die Spielleute von CORVUS CORAX die Bühne. Das bombastische Meisterwerk wird mit „Custodes Sant Raptores“ eröffnet. Der Sound ist unglaublich gut und die Lichtshow erhellt die Arena in einem wahren Glanz. Manneskräftig stehen die Jungs mit ernster Miene und düsteren Blicken auf der Bühne und sind Herrscher über ihre Instrumente. Mit „Miser“ und „De Mundi Stadu“ werden zwei weitere Stücke der Cantus Buranus II – Serie gespielt. Doch was ist heute nur mit Ador vom Venushügel los? Ist er krank oder hat er schlechte Laune? Jedenfalls wirkt der doch sehr muntere Held heute recht abwesend. Bei dem folgenden Stück betritt erstmals Sopranistin Ingeborg Schöpf die Bühne und erhellt unter wedelnden Pfauenfedern „Rustica Puella“. Mit ihrer göttergleichen Stimme verzaubert sie das Publikum. Doch leider geht ihr Organ durch die restliche pompös inszenierte Musik ein wenig unter. Nach „Nummus“ und „Ordu Languet“ ist der erste Akt beendet und die singenden Mönche sowie Spielleute verlassen die Bühne.

Durch einen eingespielten Erzähler wird der zweite Akt mit den Worten: „Die Absinthnacht soll brennen, bis das der Tod uns befreit“ eröffnet und ich bekomme Absinthdurst. In schwarze Kapuzenmäntel gehüllt, betreten Teufel und Co erneut die Bühne. Mit ihnen taucht auch eine riesige leuchtende Kugel auf, welche den Mond symbolisiert (übrigens durch kleine Propeller angetrieben). Sie schwebt über die Köpfe der Zuschauer hinweg, während „Ergo Bibamus“ erschallt. Ingeborg schreitet erneut auf die Bühne und kann das Publikum mit „Quid Agam“ begeistern, während bei „Lingua Mendax“ die große Drehleier ausgepackt wird. Das folgende Lied „Curritur“ lässt nun alle auf ihren Stühlen hin- und herzappeln und falls sich jemand gelangweilt hat, ist er spätestens jetzt wieder wach. Stimmungsvoll erklingen typisch mittelalterliche Klänge, die auch mich nicht ruhig sitzen lassen. Nach „Causa Ludi“ ist nun auch der zweite Akt beendet.

Der Erzähler aus den Boxen verlautet: „Träume aus roten Diamanten wird es scheinen“, die Arena ist in blutrotes Licht getaucht und Trommeln unterstützen die Eröffnung des dritten Aktes. Dieses Mal kommen die Akteure mit Feuerschalen und roten Gewändern. Selbst der Chor erscheint in dunkelrot und stimmt „In Orbem Universum“ an. Zu „Veritas Simplex“ wird der Zuschauer erneut durch Ingeborg verzückt. Abschließend ertönt „Fortuna“ und kann die Meute ein letztes Mal mit einem bombastischen Sound und genial inszenierte Lichteffekte begeistern. Der letzte Akt findet somit ein Ende und tosender Applaus ertönt aus der Arena. Mit „O Varium Vortune“ und „Chou Chou Sheng“ geben CORVUS CORAX noch einmal alles. Selbst auf Adors Lippen ist nun ein Lächeln gezaubert und das Publikum ist außer Rand und Band. Niemand sitzt mehr auf den Stühlen, alles tanzt, klatscht und singt.

So findet ein großartiges Meisterwerk sein Ende. Mit jeder Menge Bombast, einem Orchester und Chor, einer genialen Lichtshow, vieler mittelalterlichen Instrumenten und den sympathischen Musikern wurde jedem Zuschauer einiges geboten. Eine Inszenierung, die sich auf alle Fälle gelohnt hat. In diesem Sinne: Bis zum nächsten Mal.

Intro
Text
Custodes Sant Raptores
Miser
De Mundi Statu
Rustica Puella
Nummus
Ordu Languet

Text 2
Ergo Bibamus
Quid Agam
Lingua Mendax
Curritur
Causa Ludi

Text 3
In Orbem Universum
Veritas Simplex
Fortuna

O Varium Fortune
Chou Chou Sheng

Copyright Fotos: Tine Kersten/ Enrico Ahlig

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