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COVENANT – BLUTZUKKER

Ort: Duisburg - Pulp

Datum: 20.04.2008

Das einzige COVENANT-Club Konzert in NRW? Keine Frage, das durfte sich der Terrorverlag nicht entgehen lassen, zumal das sympathische Trio immer für einen unvergesslichen Abend gut ist. So machten wir uns um 18 Uhr auf den Weg Richtung Ruhrgebiet (Rheinland?), quälten uns durch die Baustellen am Kamener Kreuz und nicht gerade gut beleumundete Duisburger Stadtteile, bevor wir uns das erste Mal im Duisburger Pulp befanden. Den ganzen Tag über hatte es schon schwarze Veranstaltungen gegeben, so etwa eine Gothika-Modemesse, doch wir wollten uns ganz allein auf die Musik konzentrieren. Erst am Vortag war bekannt geworden, dass es mit den Krefeldern BLUTZUKKER auch noch einen Support geben würde, was im Grunde genommen ja eine nette Ergänzung ist. Leider spielten diese schon etwas eher als avisiert, so dass die Herrschaften bei unserem Eintreffen in der „Grotte“ bereits mitten in ihrem halbstündigen Set waren. Der Saal war proppevoll, doch um es diplomatisch auszudrücken: Allzu viel neue Freunde dürften sich Ben und Co. nicht gemacht haben. So sympathisch und bemüht die Blutsauger auch rüberkamen, der Dark Vampir Electro war möglicherweise für die meisten Anwesenden etwas stumpf und uninspiriert. Aber man muss der Truppe zu Gute halten, dass sie ihre letzte Veröffentlichung „Digital Blood“ gratis ins Netz gestellt hat, der Titeltrack wurde dann auch präsentiert neben beispielsweise „Mörderherz“. Zeitweilig gesellte sich weiblicher Gesang hinzu, der zwar professionell aber etwas asynchron hinsichtlich der Beats war. Mit Anstand verabschiedete man sich gegen 20 30 und wünschte allen Besuchern noch viel Spaß beim Hauptact.
(TK)

Eine gute halbe Stunde sollte dieser noch auf sich warten lassen, Zeit für einen geselligen Plausch, ehe es nach einem kurzen Intro nun mit „Monochrome“ so richtig losgehen sollte. Die drei Herren wie gewohnt stilsicher gekleidet, da hatte sich so mancher Fan aus Sympathiebekundung auch in seinen feinen Zwirn geworfen. Doch bügelfrisch sollten die weißen Hemden nicht lange bleiben, denn „Bullet“ vom 2002er „Northern Light“ und das noch ältere „Go Film“ forderten gleich zum Tanz auf. Nach „20 Hz“ in der 2008er Version stellte Eskil einen neuen Song mit dem (Arbeits?-)Titel „Come“ vor, der bereits auf der COVENANT-Myspace-Seite zur auditiven Begutachtung bereit steht und im Publikum gut ankam. Nach dem Ausscheiden von Knöpfchendreher Clas Nachmanson ist nun Tausendsassa Daniel Myer der dritte Mann an Bord, der nun nicht nur den folgenden Stampfer „Figurehead“ durch sein Drumspiel bereicherte, sondern offensichtlich auch bei einigen anderen Songs (wie z.B. dem bereits erwähnten „20Hz“) Einfluss auf das aktuelle Arrangement hat. Mit dem hektisch – lärmigen „Storm“ fiel für meinen Geschmack die Stimmung ein wenig ab, doch nachdem die Fans zu „Invisible & Silent“ innig mitsingen durften (irgendwie haben ja Songs, die am Ende einen Halbton höher weitergehen, immer ein gewisses Kitsch-Potential – egal in welchem Genre), ging es zum Glück mit der tanzbaren Abteilung weiter. „The Men“ und „We stand alone“ wurden erwartungsgemäß abgefeiert und ließen Eskil in gewohnt großen Gesten ein ums andere Mal seine Hand gen Decke strecken, während sich Joackim Montelius in die Nähe eines Stimmbandabrisses schrie. Weitere Klassiker wie „Stalker“ oder „Call the Ships to Port“ peitschten die Stimmung weiter an, ehe sich das Trio eine kurze Verschnaufpause gönnte. Es folgten drei weitere Titel, u.a. das putzige “Happy Man” und mit dem Wunsch, doch alle auf dem Amphi-Festival im Sommer wiedersehen zu wollen, verließen die Drei zum ersten Mal die Bühne. Im Zugabenteil ging man dann mit „Wall of Sound“ nochmals weit in die Bandhistorie zurück, derweil die Fans lautstark den „Leiermann“ einforderten. Doch stattdessen durfte zu „One World, One Sky“ noch einmal kräftig getanzt werden, was auch zur besten Zeit in jeder Mallorca-Disco funktioniert hätte.

So fand gegen 23 Uhr ein gelungener Konzertabend sein Ende, der sicherlich durch die Zusammenarbeit mit Daniel Myer einige neue Akzente setzte. Techno-Einflüsse lassen einmal mehr starre Genre-Grenzen aufweichen, was hier und da vielleicht nicht jedermanns Geschmack ist. Doch im Vergleich spielen COVENANT einfach in ihrer eigenen Klasse und haben an diesem Abend einmal mehr die Konkurrenz in ihre Schranken gewiesen.
(CS)

Setlist COVENANT
Intro
Monochrome
Bullet
Go Film
20 Hz (08 Liveversion)
Come
Figurehead
Rising sun
Storm
Invisible & Silent
The Men (longer)
We stand alone
Stalker
Call the Ships to Port
Improv

Ritual noise
Happy Man
Dead stars

Theremin
Wall of sound

One world, one sky

Copyright Fotos: Karsten Thurau

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