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COVENANT – FUNKER VOGT – ABSOLUTE BODY CONTROL – S.P.O.C.K.

Ort: Hannover - Capitol

Datum: 26.12.2008

Christmas Ball 2008

Wo 2007 WELLE:ERDBALL und UNHEILIG das Weihnachtsfest musikalisch ausklingen ließen, war es 2008 an S.P.O.C.K, ABSOLUTE BODY CONTROL, FUNKER VOGT und COVENANT, die festliche Atmosphäre des 2. Weihnachtstages im Capitol in Hannover ausklingen zu lassen und mit stampfenden Beats auch die letzten Weihnachtslieder aus den Ohren der Anwesenden zu pusten.

Fast pünktlich zu Beginn hatten wir dann auch endlich im Verkehrschaos den Weg nach Hannover gemeistert und wurden direkt von den klängen der Schweden von S.P.O.C.K. begrüßt, dessen Fronter sich erstmal beschwerte, dass sein Bühnenbier immer noch verschlossen sei, und das das ja mit das schlimmste ist, was einem Musiker passieren könne. Auch wurde darauf hingewiesen, dass heute das 20jährige Bühnenjubiläum gefeiert werden sollte – auch wenn das als Opener nicht ganz so einfach ist, da man nur einen knappen Querschnitt aus 20 Jahren Musikgeschichte darbieten konnte. Das wurde natürlich in allen Facetten geschildert, so dass ca. 5 – 7 Minuten der Spielzeit allein dafür geopfert wurden. Meine Meinung dazu – vielleicht ein bisschen weniger reden und dafür mehr Songs – zwar waren die Ansagen immer durchaus spaßig, aber man hätte in der Zeit auch gut 2-3 Lieder mehr performen können, um eine breitere Auswahl zu bieten. Aber das sei nur am Rande erwähnt – die Show an sich ließ nämlich ganz und gar nicht zu wünschen übrig. Solider Elektropop mit minimalistisch-humorvollen SciFi-Texten – das ganze schön mit Kostümen und einem Hyperaktiven Sänger abgerundet – dazu ein absolutes Best of an Songs – was will man mehr? Lieder sprang der Funke trotz „Wodka – Strahlenkanone“ (mit der Wodka ins Publikum gespritzt wurde) nicht bei allen über, aber dennoch bleibt der Wunsch da, dass es nicht wieder 10 Jahre dauert, bis man die Jungs wieder auf deutschen Bühnen zu sehen bekommt. Diesmal mit mehr Spielzeit – 45 Min. waren doch für ein solches Urgestein etwas knapp bemessen.

Nach dem ersten Musikalischen Erlebnis des heutigen Tages war erstmal Zeit, sich etwas umzusehen – und es fiel direkt auf, dass sich diesmal ein viel älteres Publikum eingefunden hatte als im letzten Jahr, was zur Folge hatte, dass es vor der Bühne um einiges gesitteter und ruhiger zuging. Mir war das nur recht, da bei allen Bands des Abends das Licht während der ersten 3 Songs, die aus dem Graben fotografiert werden durften, so dermaßen schlecht war, dass ich froh war aufgrund der sehr aufgelockerten Menge von dort aus weiter zu machen. Trotzdem fühlte es sich voller an als im letzten Jahr – es dauerte doch seine Zeit, bis man vom Raucherraum wieder unten angekommen war, so das wir beinahe den Einsatz des nächsten Aktes, ABSOLUTE BODY CONTROL, verpassten. Ja ja, wenn man Metal Konzerte gewöhnt ist, muss man sich an die sehr verkürzten Umbaupausen erstmal gewöhnen.

Die Show der nächsten Musiker ließ allerdings zu wünschen übrig – der Sound war zwar klar und auch ohne Ohrenstöpsel sehr gut zu ertragen, aber das eine Show nur aus Mikro umklammern und leicht – ähm – spastisch auf der Bühne rum rennen, besteht ist nicht so der Brüller. Klar, an der Songauswahl gab es nichts zu meckern, man muss dazu aber auch sagen, dass der Sound klar im Vordergrund steht und es wenig eingängige Passagen gibt – das alles macht ABSOLUTE BODY CONTROL zwar zu einer guten Combo, allerdings eher für den heimischen CD Player, denn live ist das ganze einfach zu schwere Kost und kam nicht so rüber wie man es sicht gewünscht hätte. Schade.

Was bei ABSOLUTE BODY CONTROL an Show fehlte, gab es bei FUNKER VOGT, die als nächstes das Capitol zum tanzen bringen sollten, gleich doppelt – aber das war schließlich zu erwarten – schlechte FUNKER VOGT Shows sind wohl Ausnahmen. Bevor es losging, gab es erstmal Geschenke, die Tastenmann Gerrit unter den Anwesenden verteilte. Die Show war FV-typisch: Martialisch. Uniformen, Warnlampen, Tarnnetze, schwarz-orange Warnfarben – die Jungs wirken immer, als wären sie Zeitreisende aus einem futuristischen Hightech-Krieg. Und ja sie machen einfach Spaß! Auch wenn anfangs das Licht wieder dermaßen schlecht war, dass ich gezwungen war auch nach den ersten 3 Songs weiter zu knipsen, so versuchte ich so bald wie möglich die Kamera zu verstauen und zu den – mittlerweile schön Lauten – Beats mein Tanzbein zu schwingen. Dass die Jungs gut tanzbar sind, fand wohl auch ein Großteil der Anwesenden, so dass der Funke recht schnell übersprang und die Show eine Party war, die ausgelassen von Band und Publikum gefeiert wurde. So kennen und so lieben wir die Jungs – dazu gab es auch noch einige ältere Perlen und den neuen Kracher „White Trash“ um die Ohren – weiter so!

Langsam wurde es spürbar voller in den vorderen Reihen und auch das Publikum war irgendwie wieder jünger geworden. Nun sollten bald die Headliner auf die Bretter steigen. Und das war niemand geringeres als COVENANT. Ich muss zugeben – ich hatte mir schon mehr als einmal vorgenommen, die Jungs mal live zu sehen, aber es kam irgendwie immer was dazwischen. So freute es mich umso mehr, dass ich endlich mal die Gelegenheit bekam. Leider schien zunächst alles so, als würde ich bitter enttäuscht werden: Neben dem absolut Fotografen feindlichen Licht (es war teilweise ganz dunkel auf der Bühne) konnte man bei der Musik, die da halb Playback performt wurde, eher einschlafen als irgendwie in Party Stimmung versetzt zu werden. Mein Begleiter sagte schon sehr treffend „ich geh mir erstmal eine rauchen und was zu trinken holen – das kann ja noch was dauern, bis das hier was wird – wenn überhaupt“ ich gab es allerdings nicht auf noch halbwegs brauchbare Bilder zu schießen – außerdem hoffte ich, dass das alles nicht wahr war, was ich da hörte und sah – das sollten die COVENANT sein, die ich so gern höre ? Ne – so aber bitte nicht… Kurz bevor ich es endgültig aufgab und mich schon auf einen verfrühten Heimweg machen wollte, kam aber dann das, was wohl keiner der Anwesenden mehr für möglich gehalten hätte – mit dem Trio „We stand alone“ „Ritual noise“ und „Stalker“ und dem darauf folgenden Clubhit „Call the Ships to Port“ wurde alles auf eine Karte gesetzt – und gewonnen. Man schaffte es, die Stimmung um 180 grad zu drehen und die Meute zum tanzen zu bringen. Auch drehte man die Anlage wohl bis zum Anschlag auf – nach dem Auftritt hatte man schon ne gehöriges Klingeln in den Ohren – dafür gingen die Beats – gerade von „Call the ships to Port“ absolut durch Mark und Bein – Wahnsinn! Auch das Licht besserte sich, so dass man doch das ein oder andere von den Musikern auf der Bühne zu sehen bekam – Sänger Eskil Simonsson ging zum Ende auch erstmal auf Tuchfühlung mit dem Hannoveraner Publikum und bedankte sich für den Herzlichen Empfang. Zwei mal wurden die Schweden zurück auf die Bühne gerufen – bei ersten mal gab es noch eine ganz eigenwillige Version eines bekannten deutschen Weihnachtsliedes, dessen Name mir schon wieder entfallen ist – Na ja, der Gesang dabei ließ arg zu wünschen übrig und bestätigte meine Vermutung, dass es sich bei dem Rest der Show um Halbplayback gehandelt haben muss. Wie auch immer – auch wenn es etwas gedauert hat, bis die Jungs in fahrt gekommen waren, spätestens beim Abschlusssong „One world one Sky“ waren alle Anwesenden sich einig, das man die Show als „gelungen“ bezeichnen kann.

Setlist COVENANT
Intro/ 20hz
Bullet (Club Version)
Come
Figurehead
Storm
Invisible & silent
If I would give my soul
The men
We stand alone
Ritual noise
Stalker
Call the ships to port

“Weihnachtslied”
Happy man
Theremin
Dead Stars

Wall of sound
One world one sky

Zuletzt muss man sagen, dass der Christmas Ball auch dieses Jahr eine willkommene Abwechslung zum alljährlichen Familienwahnsinn und auch in diesem Jahr die Bandauswahl wieder sehr gut gelungen war. Zudem faire Preise und nicht zu voll – nächstes Jahr gern wieder!

Copyright Fotos: Cynthia Theisinger

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