Konzert Filter

CRADLE OF FILTH – MOONSPELL – TURISAS

Ort: Hamburg - Markthalle

Datum: 16.04.2009

Das Filthfest holt zum 2. Schlag aus. Nachdem Schreihals Dani Filth und seine Mannen bereits im Dezember Europa mit MOONSPELL und GORGOROTH die übliche Mitteleuroparoute (Deutschland, Niederlande, Belgien) abgegrast hatten, sollte nun eine Ost-und Südeuropatour folgen, bei der Hamburg als einziges Deutschlandkonzert auf dem Plan stand. Da GOROGOROTH diesmal nicht mehr mit von der Partie waren, nahmen TURISAS denselbigen Platz ein.

Obwohl der Konzertbeginn für 20 Uhr angesagt worden war, fand man dann am eigentlichen Eingang zur Markthalle einen Verweis, dass Einlass erst um 20.30 sei, bis dahin mussten sich die Anwesenden die Zeit im Foyer vertreiben. Geduldig wartete man also, bis sich gegen 21 Uhr dann endlich mal die Türen öffneten, Grund war wohl eine verspätete Backline. Daher fielen die eigentlichen Opener DEAD SHAPE FIGURE auch gleich ganz aus. Dies störte zu diesem Zeitpunkt sicher kaum jemanden mehr, da schon die ersten Kürzungen bei den Spielzeiten befürchtet wurden.

Bei dem doch leicht gotisch angehauchten Billing stachen TURISAS mit ihrem Wikingermotiv etwas heraus, wobei die Finnen daran nach zahlreichen Supporttouren bereits gewöhnt sein dürften. Am heutigen Abend hatten sie es jedoch schwerer als sonst, die Fans in der gerade mal 1/3 Drittel gefüllten Halle wollten einfach nicht so recht warm werden. Der wirklich unterirdische Sound wirkte hier auch nur kontraproduktiv, wobei sich aber keines der Bandmitglieder aus der Ruhe bringen ließ und wie üblich eine energiegeladene Show ablieferte, so dass man gegen Ende des Sets sogar einen Moshpit entfachen konnte. Sänger Mathias agierte routiniert und charismatisch wie immer, wobei er vielleicht einen Tick zu überrascht tat, als die Hamburger Fans wie sonst auch ihr „Bier her, Bier her oder ich fall um“ Lied anstimmen, denn mittlerweile sollte er den Text dazu doch beherrschen. Nichtsdestotrotz stimmte seine Band wieder einen mittlerweile gar nicht mehr so improvisierten Humppa dazu ein. Mit „Rasputin“ und „Battle Metal“ verabschieden sich TURISAS dann für längere Zeit vom deutschen Publikum, da angekündigt wurde, dass man bis zum nächsten Album auf weitere Touren verzichten werde!

Selist TURISAS
To Holmgard and Beyond
A Portage to the Unknown
The Dnieper Rapids
One More
In The Court of Jarisleif
Rasputin
Battle Metal

Auch MOONSPELL hatten nicht mehr Glück mit dem Sound, doch immerhin bietet man den Fans in Form einer Diaprojektion einen ganz besonderen Augenschmaus. Von der ersten Sekunde an bestach vor allem Sänger Fernando durch sein charismatisches Auftreten, mit viel Leidenschaft schmetterte er seine Songtexte ins Mikro, doch auch seine Band stand ihm in punkto Spielfreudigkeit in Nichts nach. Songmäßig lag der Schwerpunkt natürlich auf dem letzten Album „Night Eternal“, wobei bei der Single-Auskopplung „Scorpion Flower“ Anneke van Giersbergens Part leider nur vom Band kam. Die befürchteten Spielzeitkürzungen schlugen nun aber doch zu, 3 weitere Songs („Luna“, „Vampiria“ und „Invaded“) hätten MOONSPELL nämlich noch auf der Setlist gehabt. Schade eigentlich!

Setlist MOONSPELL
At Tragic Heights
Night Eteneral
Finisterra
The Southern Deathstyle
Opium
Scorpion Flower
Alma Mater
Full Moon

Schlechter Sound, Klappe 3! Wenn so etwas bei einer Band ins Gewicht fällt, dann bei dem bombastischen Klanggewand der Briten. Wenn Dani Filths Musiker dann stellenweise gnadenlos nebeneinander herspielen, nagt das schon ein wenig an so einer Darbietung. Die Menge schien sich daran aber nur wenig zu stören und feierte ausgelassen zu den üblichen Hits wie „Gilded Cunt“ oder „Cthulhu Dawn“. Dani kreischte sich wie üblich in allen Tonhöhen die Seele aus dem Leib und konnte dabei nur selten stillstehen und auch Alt-Neugitarrist James Mcilroy, der aus unerfindlichen Gründen wieder (oder nur ersatzweise?) die Axt schwingt, gab mit seiner Prachtmähne alles! Herrlich! Sarah Jezabel Deva hatte man wie schon auf dem ersten Teil der Tour zu Hause gelassen, stattdessen hatte man einen Statisten im SM-Lederoutfit dabei, der die halbe Show lang mit einer Flex auf seinem Bauch Funken erzeugte. Weniger originell dagegen waren Danis Ansagen, von denen gefühlte 90% aus „Make some fucking noise“ bestanden. Leider fiel die Spielzeit mit ca. 1 Stunde doch etwas kurz aus, die anwesenden Fans hätten sicher noch 2-3 Songs mehr weitergerockt!

Setlist CRADLE OF FILTH
Shat out of Hell
Gilded Cunt
Dusk and Her Embrace
13th Ceasar
The Principle of Evil Made Flesh
Honey and Sulfur
Under Huntress Moon

Cthulhu Dawn
Cruelty Brought Thee Orchids

Copyright Fotos: Juliane John

Es ist noch kein Kommentar vorhanden.

Hinterlassen Sie einen Kommentar.

Mehr zu CRADLE OF FILTH auf terrorverlag.com

Mehr zu MOONSPELL auf terrorverlag.com

Mehr zu TURISAS auf terrorverlag.com