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D-A-D – THE BULLETMONKS – NITROVOLT

Ort: Osnabrück – Lagerhalle

Datum: 09.02.2012

Ende 2011 hat das dänische Rock-Urgestein D-A-D sein elftes Studioalbum „Dic.Nii.Lan.Daft.Erd.Ark“ in die Plattenläden gebracht. Passend dazu sind die Brüder Jacob (Gitarre) und Jesper (Gesang & Gitarre) Binzer sowie Bassist Stig Pedersen und Drummer Laust Sonne auf „Fast-On-Wheels“-Tour und machten im 28. Jahr des „Danish Dynamite“ erneut Station in Osnabrück. Mit von der Partie waren die BULLETMONKS aus Franken und die Kölner NITROVOLT. Letztere starteten pünktlich um 20.00 Uhr und heizten ihrem Publikum gleich ordentlich ein. So habe ich es mir zumindest sagen lassen, denn ich musste auf die Jungs ebenso verzichten wie auf die Kugelmönche, die sich nach einem blitzartigen Changeover auf der Bühne einfanden und ebenfalls eine halbe Stunde lang, knackigen Rock’N’Roll zelebrierten. Schließlich haben THE BULLETMONKS gerade erst ihr zweites Werk „Royal Flush On The Titanic“ veröffentlicht und wussten damit auch an der Hase zu punkten. Mir blieben leider nur die letzten Töne der Rotzrocker, aber unser Fotograf war von Anfang an dabei und deshalb lassen wir heute einfach mal Bilder sprechen.

Zu sehen gab es 30 Minuten später natürlich auch bei D-A-D jede Menge, denn selbstverständlich hatte Stig sich wieder ordentlich in Schale geworfen und wartete zudem mit dem Posing nicht lange. Wie gewohnt hatte der Herr eine ganze Batterie von Bassgitarren am Start – wobei Herrn Pedersen durchaus zwei Stahlsaiten reichten, das Hauptaugenmerk lag eindeutig auf der Optik der Instrumente, die mal als blau oder rot beleuchtete Plexiglas-Variante, als schwarzes Heckflossenmodell inkl. Rücklicht und Blinker, in Form einer weißen Rakete oder als umgedrehte Gitarre daherkamen, wobei der Kopf des letztgenannten Basses als Gitarrenkörper gestaltet war, während der Korpus ein riesiger Stimm-Wirbel zu sein schien. Musikalisch starteten die Dänen mit dezenter Marschmusik, die alsbald in das druckvolle „A New Age Moving In“ vom aktuellen Longplayer überging, ehe es mit „Jihad“ altes Material vom 1989er „No Fuel Left For The Pilgrims“ auf die Ohren gab. Mit wummernden Sounds und rauem Gesang schloss sich „The End“ an, bevor „Everything Glows“ mit fetten Gitarren überzeugte. Erster Höhepunkt der Setlist war zweifelsohne „Point of View“, das Ende der Achtziger den internationalen Höhenflug der Skandinavier begleitete. Ursprünglich als DISNEYLAND AFTER DARK gegründet, musste sich der Vierer aufgrund eines Vetos des Disney-Konzerns in D.A.D umbenennen, woraus schließlich das internetfreundlichere D-A-D wurde. Nichtsdestotrotz trägt Stig immer noch gern Westen mit einem „Disneyland“-Logo auf dem Rücken und auch der Titel des jüngsten Studio-Outputs ist am ursprünglichen Bandnamen angelehnt. „Monster Philosophy“ war wiederum der Titel der 2008er Full Lengh und ein temporeicher Kracher, zu dem sich Pedersen arschwackelnd auf eine Verstärkerbox begab, um wenig später die Vocals beim Evergreen „Riding With Sue“ zu übernehmen. Wenig später traf man den Blondschopf beim neuen „Last Time In Neverland“ zum wiederholten Male auf der großen Basstrommel an – der Mann liebt halt die Inszenierung und ist mit seinen 46 Jahren durchaus noch ansehnlich, wenngleich er sich von den doch sehr extravaganten und hautengen Latex-Overalls früherer Tage getrennt zu haben scheint. Musikalisch zählte eindeutig auch „Grow Or Pay“ (1991 – „Riskin’ It All“) zu den Highlights der Show. Grandios das lange Instrumental, zu dem sich Jesper ins Auditorium begab und das nach allen Regeln der Kunst abgefeiert wurde. Im Anschluss haute Jacob (übrigens wie immer gut behütet) in die Tasten und intonierte das vergleichsweise ruhige „We All Fall Down“, dem es jedoch keinesfalls an Schmackes fehlte. Nach einem erneuten Instrumentenwechsel stand „I WantWhat She’s Got“ auf dem Programm, mit dem es sogleich wieder in die Vollen ging und Laust für Singspielchen mit dem Publikum herhalten musste. Lange dauerte es nicht, bis in der gut gefüllten Lagerhalle deshalb lauthals „I Want What Laust Got“ gesungen wurde. Für das krachende Finale mischte sich Jesper bei „Bad Craziness“ erneut unters Volk, doch natürlich war nach diesen 65 Minuten noch lange nicht Schluss.

Stattdessen eröffneten D-A-D den Zugabenreigen mit dem brandneuen „The Place of The Heart“ und boten Gefühlvolles mit jeder Menge Drive für des Rockers Herz, um das es spätestens mit meinem All-Time-Favourite „Sleeping My Day Away“ garantiert warm wurde. Für den morgigen Tag verordnete Jesper (in gut verständlichem Deutsch) Bettruhe und bat erneut zum R’N’R-Tanze, dem sich die Anwesenden gern hingaben. Die Nummer wurde in aller Ausführlichkeit abgefeiert – ganz so wie es sich für eine Hymne eben gehört. Es folgte ein weiterer kleiner Break, die alten Hasen im Zuschauerraum wussten jedoch, dass noch zwei Songs ausstanden. Den Anfang machte „Laugh ‚N’ A Half“, das von den Gebrüdern Binzer im Alleingang mit akustischen Sechssaitern zum Vortrag gebracht wurde, um schließlich mit der gesamten Mannschaft und „It’s After Dark“ erneut in die Vollen zu gehen. Auf diese Weise waren 95 Minuten wie im Fluge vergangen und D-A-D hatten einmal mehr unter Beweis gestellt, dass sie von der Metal-Rente noch meilenweit entfernt sind. Einzig mit seiner Annahme, dass Laust heuer zum ersten Mal in Osnabrück gastierte, lag Jesper falsch. Zwar ist der 37-jährige „erst“ seit 1999 bei den dänischen Superstars (daheim spielt das Quartett vor Zehntausenden und zählt zu den regelmäßigen Headlinern des Roskilde-Festivals), aber er war definitiv schon in der Hasestadt. 2006 habe ich mit ihm und Jesper nämlich im Hinterhof des inzwischen geschlossenen N8 gesessen und ein Interview geführt. Aber das nur am Rande und wenn’s nach mir geht, darf das Quartett gern häufiger in unseren Breiten vorbeischauen. Die zufrieden wirkenden Fans (darunter diverse Kutten- und Langhaarträger sowie die nächste Generation D-A-D-Anhänger) machten ebenfalls nicht den Anschein, als hätten sie etwas dagegen.

Setlist D-A-D
A New Age Moving In
Jihad
The End
Everything Glows
Point of View
Monster Philosophy
Reconstrucdead
Riding With Sue
Last Time In Neverland
Grow Or Pay
We All Fall Down
I Want What She’s Got
Bad Craziness

The Place of The Heart
Sleeping My Day Away

Laugh ‘N’ A Half
It’s After Dark

Copyright Fotos: Karsten Rzehak

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