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DAF

Ort: Hamburg – Markthalle

Datum: 26.10.2013

DAF 2013: Es herrschte nicht nur vor der Bühne, sondern auch darauf lange Zeit gähnende Leere, und erst kurz vor dem offiziellen Konzertbeginn war die Markthalle mit einer schwarzen Meute gefüllt und oben wurden unzählige Wasserflaschen aufgereiht. Da DAF jedoch in Hamburg ohne Support auftraten, musste das anwesende Publikum noch etwas Zeit überbrücken. Wer Niemanden für eine intelligente Unterhaltung parat hatte, der las halt Zeitung, bis endlich der „Bass“ die Markthalle erfüllte und bis zum Ende des Konzertes auch nicht mehr wegzudenken war.

Mit „Verschwende deine Jugend“ begann der Auftritt der DEUTSCH AMERIKANISCHEN FREUNDSCHAFT und bereits mit dem dritten Stück/ Klassiker „Der Mussolini“ gelang es der Band, die Massen zum Tanzen zu bewegen. Inmitten des vornehmend älteren Auditoriums tauchten nur vereinzelt jüngere Gesichter auf. Aufgrund der vorherrschenden Alterspyramide wunderte es nicht, dass insbesondere zu den älteren Songs die Begeisterung keine Grenzen kannte. Refrains wurden mitgerufen – die alten Leiber tanzten und pgten. Fäuste wurden in die Luft gerissen und Gabi ballte seine Faust zum kommunistischen Gruße. Der Abend war wie bereits erwähnt vom typisch harten EBM-„Bass“ geprägt, der durch den ganzen Körper drang und einen schlussendlich in eine Art körperliche Trance versetzte. Der Combo gelang der Spagat von verspielten Texten wie „Die Lippe“ über Liebessongs wie „ Mein Herz macht Bum“ bis hin zu provokanten Tracks à la „Der Sheriff“ oder „Kebabträume“ problemlos. Für Außenstehende dürfte die Performance zu der Zugabe „Kebabträume“ mit Sicherheit verstörend gewirkt haben, wurde doch der Hitlergruß in abgewandter Form von Seiten Delgado-López und einigen Besuchern gezeigt. Hinzu kommt, dass der Text einen großen Interpretationsspielraum zulässt. Wie auch mit „Der Mussolini“ waren DAF in den 80er Provokation pur und das gelingt ihnen mit „Kebabträume“ selbst heute noch.

Treibend und ruhelos ist der Sound. Gabis Sprechgesang, seine Performance und der Schlagzeugbeat von Roberts Drums hetzten das Publikum durch den Abend. Bis zum jeweils nächsten Song blieb Herrn Delgado-López nur ein herzliches Dankeschön an die anwesenden Jungs und Mädels, ein Strahlen und auf ging es zur nächsten Breitseite. Wassertriefend, mal mit aufgeknöpftem Hemd, dann wieder verschlossener tigerte der Sänger ruhelos von der einen Bühnenseite zur anderen. Zu der Passage „Gibt mir deine Hand“ griff er dementsprechend nach den selbigen im Publikum ansonsten beschränkte sich die Interaktion hauptsächlich darauf, die Fans mit Wasser zu überschütten. Erst zu den Zugaben nahm sich die Band etwas Zeit für ihr Publikum, bevor die DVD erneut eingelegt wurde und Robert Görl am Drumset loslegte. Mittlerweile hatte sich die Anzahl der Wasserflaschen bedenklich reduziert und das kündigte gleichsam das Ende des Abends an. Eine weiße Rose flog auf die Bühne und nach ausgiebigen Zugabe-Rufen betraten die Herren erneut den Raum. Gabi trug die erste Zugabe „Der Räuber und der Prinz“ sitzend auf dem Monitor vor und erinnerte ein wenig an einen Märchenonkel. Mit dem finalen/ wiederholten Kracher „Der Mussolini“ packte man noch einmal die Keule aus und die komplette Markthalle stand Kopf . Es lebe die neue Provokation, auf dass wir alle DAF sind.

Setlist DAF
Verschwende deine Jugend
Ich und die Wirklichkeit
Der Mussolini
Ich will
Muskel
Die Lippe
Mein Herz macht Bum
Algorithmus
Verlier nicht den Kopf
Liebeszimmer
Du bist DAF
Sato Sato
Alle gegen Alle
Nacht Arbeit
Lippenstift (unter Vorbehalt)
Der Sheriff
Die Lüge
Als wär’s das letzte Mal

Der Räuber und der Prinz
Kebabträume
Alles ist gut
Der Mussolini

Copyright Fotos: Sandra Dürkop

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