Konzert Filter

DANKO JONES – EAT THE GUN

Ort: Bielefeld - Ringlokschuppen

Datum: 23.04.2011

Ostern 2011: ungewöhnlich warme Temperaturen für deutsche Breitengrade und dicke Eier im Ringlokschuppen. Ersteres genossen wir an diesem Samstag Ende April tagsüber und abends erwarteten uns besagte ausgebeulte Jeans à la Sexprotz DANKO JONES.

Aber bevor wir uns den musikalischen Ergüssen der Kanadier widmen konnten, war natürlich erst einmal Zeit für die Anheizer des Abends: EAT THE GUN aus Münster. Dabei passten sie sehr gut zu dem eigentlichen Hauptact, hauten die Westfalen in eine ähnliche Kerbe wie Danko: straighter, melodiöser Hardrock. In der kleinen Halle des Ringlokschuppens befanden sich bereits ca. 250 Leute, bei denen die drei Münsteraner ziemlich gut ankamen. Sicher war auch der ein oder andere „mitgereiste“ Fan oder Bandfreund dabei, denn Münster ist ja quasi „um die Ecke“. Im Gepäck hatten die seit 2002 in teilweise wechselnder Besetzung bestehenden EAT THE GUN aber auch zwei Alben: das 2006 erschienene „Cross The Fingers“ und den vor zwei Jahren veröffentlichten Silberling „Super Pursuit Mode Aggressive Thrash Distortion“. Und da ich leider nicht alle Songs diesen beiden Alben zuordnen konnte, werden wohl die restlichen vom dritten Silberling, der dieser Tage erscheinen soll, stammen: „Runner“, dessen Titelsong wir als dritten Beitrag des Abends um die Ohren gehauen bekamen. Fronter Hendrik, der wie die jüngere Version von Heaven („DIE ANGEFAHRENEN SCHULKINDER“) aussieht, merkte man an, dass er sich tierisch freute, den Support für DANKO JONES machen zu dürfen, schließlich – laut Band-Homepage – eine der Vorbilder von Hendrik Ücüncü (Gesang + Gitarre), Phil Hüls (Bass) und Gereon Homann (Schlagzeug). Nach gut 45 Minuten war das Publikum ordentlich heiß gemacht und es folgte die obligatorische Umbaupause und Gelegenheit, den Flüssigkeitshaushalt wieder auszugleichen

Setlist EAT THE GUN (ohne Gewähr)
The Remedy
Tendency To Sin
Runner
I´m Obsessed
Down In The Fire
Blood Running Black
The Evil In You And Me
My Retribution
Solitary Sinners
Viva La Insane

Zu den ersten Klängen von „The Rules“ kehrten auch die letzten Anwesenden dem gemütlichen kleinen Biergarten des Ringlokschuppens und der untergehenden Sonne den Rücken, um mit ungefähr 600 Gleichgesinnten kanadischen Rock und deren Protagonisten abzufeiern. Dabei war ab dem ersten Moment klar, wer Dreh- und Angelpunkt dieses Konzerterlebnisses werden sollte: Sänger und Gitarrist DANKO JONES, der der Combo natürlich auch seinen Namen verliehen hat. Fast immer im Spotlight, alle Augen auf ihn gerichtet. Und aller Ohren waren auch auf ihn gerichtet, denn zwischen den einzelnen Liedern bewies er immer wieder, dass er ein Macho wie aus dem Bilderbuch ist und angeblich seinen Worten auch immer Taten folgen lässt. Er nahm ständig Zurufe aus dem Publikum auf, teils, um den Rufer lächerlich zu machen, teils, um zu betonen, was ein toller Hecht er doch sei. Aber wer DANKO JONES kennt (und so erging es wohl den meisten am heutigen Abend), der weiß, dass bei ihm ausgiebiges Geprotze dazu gehört. Klappern gehört zum Handwerk. Dabei waren seine beiden Mitstreiter, John Calabrese am Bass und Dan Cornelius an den Drums, nicht zu Statisten verdammt. Denn den Job an Ihren Geräten machten sie außerordentlich gut und bretterten gut gelaunt und munter drauf los. Musikalisch gab es einen repräsentativen Querschnitt der bisher erschienenen Alben (immerhin bereits 10 an der Zahl), mit einem Schwerpunkt auf neuem Material und der zuletzt veröffentlichten CD „Below The Belt“.

Nach knapp einer Stunde war der Auftritt auch schon vorbei und Danko kündigte den letzten Songs des Abends „Code Of The Road“ an. Allgemeiner Unmut kam auf, dem der Shouter mit dem Argument begegnete, es sei immerhin Samstagabend, dies eine Disco, und der Discobetrieb solle pünktlich beginnen. Na ja, Rock´n´Roller und Sexprotze, die auf die Uhr schauen und sich an Vorgaben eines Veranstalters halten? Ich vermute eher, da war vielleicht ein wenig Lustlosigkeit am Werk, aber die merkte man den Jungs an diesem Abend eigentlich während des Auftrittes nicht an. Natürlich kamen sie noch einmal für eine Zugabe von drei Songs zurück und suhlten sich in den „DANKO JONES“-Rufen. Aber um ca. 22:30 war dann tatsächlich Schluss mit Hardrock, das Licht ging an und die ersten Discogirls dekoriert mit Hasenohren(!) enterten die Halle.

Selist DANKO JONES (ohne Gewähr)
The Rules
Play The Blues
Active Volcanoes
Forget My Name
Sticky Situation
First Date
I Think Bad Thoughts
Mango Kid
Full Of Regret
Sugar Chocolate
Sugar High
Way To My Heart
Lovercall
Had Enough
Cadillac
Mountain
Code Of The Road

I Want You
She’s Drugs
Samuel Sin

Copyright Fotos: Jörg Rambow

Es ist noch kein Kommentar vorhanden.

Hinterlassen Sie einen Kommentar.

Mehr zu DANKO JONES auf terrorverlag.com

Mehr zu EAT THE GUN auf terrorverlag.com