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DARK AUTUMN IV

Ort: Bielefeld - Movie

Datum: 07.12.2018

Schwarzbrot Dark Event Solution luden zu ihrer mittlerweile vierten Ausgabe des DARK AUTUMN Festivals und bei den Acts wie SHE PAST AWAY, GUERRE FROIDE und NO TRUST IN DAWN war klar, das Movie wird gut gefüllt sein. Aber der Spätherbst machte seinen Namen alle Ehre, denn es war ein regnerischer und stürmischer Freitag und selbst der kürzeste Weg in die Location am Bahnhof war dementsprechend ungemütlich.

Überpünktlich enterten NO TRUST IN DAWN die kleine Bühne des ehemaligen Kinos und schon vom ersten Song an wurde klar, wer ihre großen Vorbilder sind. Rio Black (voc) und Soykut Gür (git) sind CURE-Fans und das spiegelt sich auch in ihren Songs wider. Aus ihrem im letzten Jahr erschienen Debüt-Album „As We Fall“ gibt das 2016 gegründete Duo einen Einblick in den Klangkosmos ihres Schaffens, das irgendwo zwischen THE CURE und NEW ORDER liegt. Kein Wunder also, das neben eigenen Songs wie „Drag Me Out“, „Trash“ und „Matthew“ auch das THE-CURE-Cover „10:15 Saturday Night“ gespielt wurde. Während des Gigs verließ Rio kurzzeitig die Bühne, um sich etwas zu trinken zu besorgen. Hatte man doch glatt vergessen für Getränke auf der Stage zu sorgen. Passiert halt mal. Nach mehr als einer halben Stunde verabschiedeten sich NTID mit „Trust Me“ von den Zuhören. Einige im Publikum werden sich gefragt haben: „Moment mal, den einen habe ich doch schon einmal gesehen“. Stimmt, der Rio war vor gar nicht allzu langer Zeit mit seiner anderen Formation ATOMIC NEON zu Gast im Movie.

Setlist (ohne Gewähr)

  • The Preacher
  • Drag Me Out
  • The Lost Tree
  • Trash
  • All This
  • Matthew
  • Come Closer
  • 10:15 Saturday Night (THE-CURE-Cover)
  • Trust Me

Für einen kleinen Schockmoment sorgte der Auftritt der französischen Band GUERRE FROIDE bestimmt nicht nur bei mir. Für einen Augenblick sah es so aus, als stehe da oben am Micro der HEINO. Strohblonde Haare, schwarze Sonnenbrille und einen Trenchcoat, ja Frontmann Yves Royer sah dem deutschen Barden zum Verwechseln ähnlich. Seit den frühen 80ern veröffentlichte der Franzose mit diesem Projekt in unterschiedlicher Besetzung einige Alben. Zusammen mit seinen jetzigen Mitstreitern Docteur Fabrice (guit,synth), Samuel Druon (bass) und Sabatel (voc) spielten sie das 2017 veröffentlichte Werk „Coruscant“ ein, von dem sie das erste Viertel ihres Sets absolvierten. Aber auch Songs wie „Le Regard“ und „Les Fils De Cassandre” vom Vorgängeralbum „Avant-Dernière Pensée“ kamen nicht zu kurz. Immer im Fokus war das ungleiche Duo Royer/Sabatel, während Samuel seinen Bass zupfte und Fabrice sich hinter seinen Bildschirmen versteckte und nur ab und zu mit seiner Gitarre dahinter hervorkam. Wie auch schon die erste Band des Abends haben sich GF dem Cold Wave und Post Punk verschrieben und es ist ungewöhnlich und witzig zugleich, die Songs in fränzösischer Sprache zu hören. Nach knapp einer Stunde ging es mit „Ersatz“ noch einmal zurück zu den Anfängen von Yves Royer, als er diesen Song 1981 erstmalig veröffentlichte. Zu erwähnen wären auch die Nebenprojekte des Bandleaders wie POUR L`EXEMPLE und GEGENACHT. Auch Chanteuse Sabatel hat ihre Finger in anderen Bands wie CHESHIRE CAT (THE BOUNCING) und DEAR DEER im Spiel und das im wahrsten Sinne des Wortes: hier greift sie zum Bass. Mit den lautstark geforderten Zugaben „Les Film De Garrel“ und „Aliènès“ verabschiedete sich das Quartett vom Bielefelder Publikum und gaben die Bühne frei für den Headliner des heutigen Abends.

Setlist (ohne Gewähr)

  • La Chienne
  • La Balance
  • Le Voyeur
  • Ça Moins Ça
  • Le Regard
  • Jeunesse
  • L`Expèrience
  • Les Fils De Cassandre
  • Saint Ex
  • Sauvage
  • Moralitè
  • Berlin
  • Ersatz
  • Les Film De Garrel
  • Aliènès

Schon beim Aufbau ihrer Gerätschaften wurden SHE PAST AWAY mit viel Applaus begrüßt, denn die beiden sind in Bielefeld keine Unbekannten mehr. Bereits zum dritten Mal gastierten sie in der Leineweberstadt und man muss es leider ironisch sagen: Sie sind auf ihrer nicht enden wollenden Tour immer noch mit den beiden Alben „Narin Yalnizlik“ und „Belirdi Gece“ unterwegs. Ist ja fast so wie bei THE CURE und den SISTERS. Doruk Ozturkcan (voc, programming) und Volkan Caner (voc, git) begannen ihr Set mit „Belirdi Gece“ und „Sanrı“ vom Debüt aus dem Jahr 2012, gefolgt von „Katarsis“ vom Nachfolger der vor drei Jahren veröffentlicht wurde. Das scheint im ersten Moment wie die Wiederholung ihres letzten Auftritts an gleicher Stelle zu sein, aber nein, die Jungs präsentierten am heutigen Abend mit „Disko Anksiyete“ und später „Renksiz“ zwei brandneue Songs. Laut Doruk ist das neue Album zur Hälfte aufgenommen und sie arbeiten an den restlichen Tracks. Es gibt dadurch noch keinen offiziellen Veröffentlichungstermin, aber ich schätze ab Mitte 2019 wird es erhältlich sein. Bis dahin werden die anwesenden Fans mit Songs wie „Ritüel“, „Soluk“ und „Ruh“ vorlieb nehmen und weiterhin abtanzen. Nach mehr als anderthalb Stunden verließ das Duo die Bühne, aber das Publikum hatte noch lange nicht genug von SPA. Nach kurzer Zeit kehrten sie auf die Stage zurück, denn „Kemir Beni“ und „Hayaller“ fehlten noch. Weit nach Mitternacht war dann doch endgültig Schluss auf der Bühne und wenn die beiden das nächste Mal in Bielefeld sind gibt es hoffentlich einiges mehr an neuem Material, fleißig daran gearbeitet wird ja mittlerweile.

Setlist (ohne Gewähr)

  • Belirdi Gece
  • Sanrı
  • Katarsis
  • Disko Anksiyete
  • Soluk
  • Uzakta
  • Asimilasyon
  • Ritüel
  • Kasvetli
  • Kutlama
  • Ruh
  • Monoton
  • Renksiz
  • Bozbulanık
  • Yanımda
  • İnsanlar
  • Kemir Beni
  • Hayaller

Nach dem Konzert ging die Party weiter, denn es war eine Aftershowparty mit DJane Sally Shadowplay & DJ Aubi und dem Gast DJ Connor OF Gordon angesetzt und für alle die, die nicht mitfeiern wollten, hatte sich das Wetter mittlerweile gebessert und man kam trockenen Fußes nach Hause.

Copyright Fotos: Jörg Rambow

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