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DARK DARK DARK – LOVE LIKE BIRDS

Ort: Hamburg – Hafenklang

Datum: 13.12.2012

Rotes Licht umhüllte die kleine Bühne im Hafenklang. An diesem Abend wurden die Hamburger durch die Lieblichkeit der belgischen Sängerin Elke de Mey sofort in den Bann gezogen. Eine zierliche Frau im kurzen Paillettenkleidchen hinter großer Gitarre stellte sich zu Beginn in zartem Deutsch als LOVE LIKE BIRDS vor. Sie entführte das Publikum mit ihren kleinen Geschichten, dabei trug sie alle ihre Songs mit geschlossenen Augen vor. Musikalisch wurde sie von dem Kontrabassisten Benne Dousselaere unterstützt. Das Duo begann mit dem neuen Song „ Drink up“ und schon mit den ersten Akkorden ließ sich das Publikum von der mädchenhaften Stimme davon tragen. Im Anschluss stimmte sie „Manic“ an und im Publikum entdeckte man hin und wieder Zuhörer, die mit geschlossenen Augen der klaren und zugleich weichen Stimme der Sängerin lauschten. Schwung erhielt das Stück durch einen Kontrabass. Aufgelockert traute sich dann auch die Menge zum nächsten Lied mit zwei großen Schritten nach vorn, um andächtig näher an der Songwriterin zu stehen. Benne freute sich nun auch Leute zu erkennen und weiter ging es mit dem ruhigen „Cold Ground“ mit unterschwelligem Basssound. Passend auch die Interpretation des Songs „Train“ von VASHTI BUNYAN, der sich nahtlos an die Eigenkompositionen von LOVE LIKE BIRDS anpasste. Schwungvoller, ja fast amüsant wirkte „Cowboy George“, bei dem Benne vorab das Publikum fragte, welchen Schellenrassel-Step er machen solle: den lauten mit flachen Fuß oder den zarteren nur mit der Fußspitze… man muss nicht lange raten, dass Publikum entschied sich für die zarte Version. Das Duo verstand es gut, mit dem Publikum zu interagieren, so bat Elke um Vorschläge für den noch unbenannten kommenden Titel. Übereifrig gab es Zurufe, bevor der erste Akkord erklang. Ein weiteres Highlight war „Sailorboy“, bei dem Elke nicht nur durch Benne sondern auch durch Nona Marie Invie von DARK DARK DARK gesanglich unterstützt wurde. Mit „ Heavy Hearts“, dem letzten Song, wurde es noch einmal so richtig schwermütig und Elke de Mey stellt fest, dass sie heute mellow sei. Vielleicht lag es daran, dass es sich um ihren vorletzten Auftritt mit DARK DARK DARK handelte?

Setlist LOVE LIKE BIRDS
Drink Up
?
Manic
Cold Ground
Train
?
ohne Titel, da den Elke noch finden muss
Cowboy George
Sailorboy
Heavy Hearts

Die Stimmung wurde dann durch den Auftritt von DARK DARK DARK aufgegriffen und die fünfköpfige Band aus Minneapolis führte das Publikum mit ihren folklastigen Songwriter-Qualitäten weiter in tiefe melancholische Stimmung. Besonders trug die warme, etwas gebrochen klingende Stimme der Sängerin Nona Marie Invie dazu bei. Die Schwermütigkeit wurde gekonnt mit lebhaften New Orleans Elementen vermengt, dabei kam die Band ohne den Einsatz von Gitarren aus. Mit Ausnahme des Basses, gespielt von Adam Wozniak, und dem wohldosierten Einsatze des Banjos, verantwortlich: Marshall La Count. Angereichert wurde der Sound durch eine Trompete und das Akkordeonspiel von Walt Mc Clements sowie der Klarinette von Marshall La Count. Beeindruckend am Schlagzeug Mark Trecka, der durch Sticks auf seinem Instrument ein Reiben und Scharren erzeugte und den Songs ihre eigene Dynamik verlieh. Den Auftakt an diesem Abend machte „ Bright Bright Bright“ vom Album „Wild g“o. Bei diesem Stück lag zu Beginn der musikalische Schwerpunkt auf Nonas Klavierspiel und dem Akkordeon. Unterstützt wurde das Ganze durch das zarte Schlagzeugspiel – Melancholie machte sich breit.

Zu „The Great Mistake“ griff Walt zur Trompete und bei „Hear Me“ überraschte er das Publikum, indem er seine beiden Instrumente parallel spielte. Aber zurück zum dritten Song „Meet Me In The Dark“. Passend zum Titel trauten sich die Hamburger nun bis fast an die Bühne, um ihre Band im roten Bühnenlicht zu treffen. Mit ihrer Tasse Tee am Klavier sitzend, erklang Nonas klagende Stimme zu „It`s A Secret“, wobei der Einsatz des Akkordeons und der Klarinette diese Wirkung unterstützten. Das darauf folgende Stück „Hear Me“ begann mit wabernden Soundeffekten und einem „tiefen“, dominanten Schlagzeug, bis nach einer Weile der Gesang einsetzte und die Zuschauer in Gedanken davon trug. „Tell Me“ in Anschluss kam durch den im Vordergrund klingenden Rhythmus des Schlagzeugs und der klaren Stimme von der Sängerin lebendig und klar daher und das abrupte Ende gab dem Song eine besondere Note. Weiter ging es mit „The Last Time I Saw Joe“, in dem deutlich der musikalische Einfluss aus New Orleans zu hören war. Zum nächsten Lied „What I Need“ verließ Nona ihr Keyboard und stand mit dem Mikro sehr nah am Bühnenrand. Die beengten Verhältnisse auf der Bühne, das kleine Hafenklang, wie auch die geringe Schar an Zuschauern ließen den Abend sehr intim und „nah“ wirken. Leichter und lockerer wurde es mit „How It Went Down“, wobei nun Walt Mc Clements den leeren Platz am Klavier füllte. Zu „Robert“ nahm Nona wieder ihren Platz am Keyboard ein, wobei sie etwas Zeit benötigte, um den verstellten Stuhl wieder zurecht zurücken, um dann erneut das Publikum mit ihrer Stimme zu dem ruhigen „Robert“ in den Bann zu ziehen.

Endlich kam es bei „Who Needs Who“ zu einer etwas längeren Ansage von Seiten Nonas, die sich bis dato mit ihren Ansprachen zurückhielt. Kern des Gesagten war allerdings nur, dass sie sich auf Promotour für ihr neues gleichnamiges Album befänden. „Who needs who“ brillierte dann durch den Rhythmuswechsel zum Ende des Stückes und erhielt dadurch eine spannende atmosphärische Wendung. Endlich hatte sich Nona Marie Invie warm gesprochen und man erfuhr, dass DARK DARK DARK nun seit einem Monat auf Tour wären und es ein Vergnügen für sie sei, wieder in Hamburg zu spielen. Extrem melancholisch und verträumt wurde es mit „Love Lies“, dem Bonustrack auf „Who needs Who“. Bei der Ansage zur ersten Zugabe „Celebrate“ ließ sich die Sängerin noch zu einer Anekdote von ihrem letzten Hamburgbesuch hinreißen. Es war Brunchzeit zu Ostersonntag und ihr Hotel befand sich unweit der Prinzenbar (Reeperbahn) und wie auch in Minneapolis gehen die Leute zum Brunch und in die Kirche. In Hamburg begegneten ihr am Morgen Leute, die nicht zur Kirche gingen, sondern Leute im Raveroutfit und Hangover… was ihr sehr gefiel! Mit der nun folgenden Zugabe „Without You“ entstand ein Gefühl, als ob man mit Liebeskummer durch Paris schlendern würde. Der Abend klang mit „Daydreaming“ aus und DARK DARK DARK entließen ihr Publikum raus in die Kälte, vorbei am verwaisten Fischmarkt und den beleuchteten Kränen im Hafen Hamburgs.

Setlist DARK DARK DARK
Bright Bright Bright
The Great Mistake
Meet In The Dark
It`s A Secret
Hear Me
Tell Me
The Last Time I Saw Joe
What I Need
How It Went Down
Robert
Who Needs Who
Loves Lies
Celebrate
Without You
Daydreaming

Copyright Fotos: Sandra Dürkop

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