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DARK FUNERAL – ZONARIA – CARACH ANGREN – NEFARIUM

Ort: Hannover - Musikzentrum

Datum: 09.03.2010

Als DARK FUNERAL letztmalig in Hannover gastiert und dabei mit NAGLFAR und ENDSTILLE zwei populäre Supportacts im Gepäck hatten, brummte im Musikzentrum der sprichwörtliche Bär. Am 09. März 2010 kehrten die skandinavischen Black Metaller zurück nach Hannover… und dieses Mal sah die Sache (leider) etwas anders aus….

Für ihre aktuelle Tour hatten sich DARK FUNERAL weniger bekannte Vorgruppen ausgesucht, so dass die meisten Zuschauer ausschließlich wegen dem Headliner gekommen waren und die Sätze „Ey, kennste eigentlich die Vorgruppen? Neee, ich auch nicht!“ häufiger am Abend fielen. Das merkten wohl auch NEFARIUM, die nahezu pünktlich um 19:30 Uhr ihren Gig vor achtzehn Anwesenden beginnen durften. Zwar kamen noch ein paar Nasen im Verkauf des Auftritts dazu, aber dennoch war es verdammt leer im Musikzentrum (den oberen Bereich der Location hatte man vorsorglich gar nicht erst geöffnet). Wer nicht dort war, hat allerdings nicht wirklich etwas verpasst. NEFARIUM versuchten die hässliche Fratze des Black Metals zu zeigen und möglichst böse und räudig zu sein, allen voran der in eine rote Mönchskutte gekleidete Frontmann, konnten aber zu keiner Minute überzeugen. Das lag zum einen am langweiligen und uninspiriert wirkenden Songmaterial der Schwarzmetaller, zum anderen am Zusammenspiel der Kapelle, welches alles andere als tight war. Gelegentlich fragte man sich, ob die Bandmitglieder wirklich gerade alle denselben Song performen…

CARACH ANGREN waren dann das genaue Gegenteil. Zwar hatten die Symphonic Black Metaller aus den Niederlanden, die stilistisch irgendwo zwischen frühen CRADLE OF FILTH, frühen DIMMU BORGIR und KING DIAMOND liegen, mit ein paar technischen Problemen zu kämpfen, wofür die Band aber nichts konnte, aber sie spielten musikalisch in einer ganz anderen Liga, als es NEFARIUM taten. Klar, die Grundausrichtung ist auch eine ganz andere. Hier waren eher Black Metal-Schönlinge am Werke, die in hübschen Gothic Klamotten Horror Metal offerierten und die eine Show fürs Auge und fürs Ohr boten. Dabei war die Unterhaltungswert aber extrem hoch. Die Band präsentierte sich tight aufeinander eingespielt und hatte einen hohen Unterhaltungswert und wirklich tolle Songs zu bieten. Im Mittelpunkt des Auftritts stand natürlich das unlängst veröffentlichte Album „Death Came Through A Phantom Ship“, dessen Gruselgeschichten-Konzept gut umgesetzt wurde und welches Fans der ersten beiden CRADLE OF FILTH Alben unbedingt einmal anchecken sollten. CARACH ANGREN überzeugten durch ein energisches Stageacting, auf wirklich engem Raum, und einen Frontmann, der von seinen Bewegungsabläufen irgendwie an ein Erdmännchen erinnerte, wie er so auf dem Podest, welches alle Sänger nutzten, stand und sang und dabei hektisch seinen Kopf hin und her drehte. Inzwischen hatte sich der Raum auch ein wenig mehr gefüllt, wenngleich es immer noch ein ziemliches Trauerspiel war, wie wenig Leute sich zu diesem Konzert begebeben hatten.

Nach zweimal Black Metal war es an der Zeit für eine Portion Death Metal. ZONARIA sollten ja nun wirklich keine Unbekannten mehr sein, haben sie doch schon einiges an guter Musik unters Volk gebracht. Musikalisch liegen sie irgendwo zwischen HYPOCRISY und frühen FEAR FACTORY und lieferten den wohl professionellsten Gig des Abends ab. Wenngleich sich das Musikzentrum noch immer nicht sehr gefüllt hatte, legten die Jungs los, als spielten sie in einem randvollen Stadium. Was die Buben da an Power und Spielfreude entzündeten, war einfach nur mitreißend und so kam direkt mal ein wenig Stimmung auf, was aber auch daran lag, dass die Band wusste, wie man mit der Meute vor der Bühne umgeht und im Gegensatz zu den anderen Bands den direkten Kontakt mit der Menge suchte. Ja, ja, es bringt doch etwas, wenn man mit den Leuten vor der Stage kommuniziert. Das energiegeladene Stageacting der Band und ihr sympathisches Erscheinen sorgte dafür, dass die Jungs es schafften, beim eher auf Black Metal ausgerichteten Publikum durchaus einen Achtungserfolg erzielen zu können und dafür, dass zum ersten Mal so richtig was los war auf der Bühne, wenngleich das Publikum noch immer etwas lahm war. Daumen hoch für ZONARIA!

Dann kam die Band, auf die wohl alle gewartet hatten. Es war etwas voller geworden, aber die Reihen waren trotzdem noch immer sehr licht. DARK FUNERAL begannen ihr Set und eigentlich hätte jetzt was passieren müssen, aber da war nicht viel. Der Sound war gut, die Performance Klasse, der Bühnenaufbau recht eindrucksvoll, aber das Publikum stand mehr oder weniger nur rum und zeigte kaum eine Reaktion. Egal ob man nun neues Material wie „My Funeral“ spielte, oder alte Hits und Klassiker. Ja sogar uralte Nummern von „Secrets Of the Black Art“ weckten die Meute nicht aus der Lethargie. Keine Ahnung, woran es lag? DARK FUNERAL legten allerdings eine völlig überzeugende Show hin. Dennoch schien ihr Frontmann sichtlich verwirrt davon zu sein, dass sich im Publikum nichts tat. Und dann kam es – sichtlich angepisst ging man nach einer Spielzeit von fünfzig Minuten von der Bühne und kehrte nicht zurück. Was soll man dazu sagen? Terrorverlag-Kollege Sascha gab sich als Bandversteher und meinte, dass er es schon nachvollziehen könne, dass die Jungs angepisst seien und so keine Zugabe spielten… Ich – und weite Teile des Publikums – teilten diese Meinung nicht. Klar, es ist sicherlich ätzend, wenn man keine großartigen Reaktionen auf seinen Auftritt bekommt und die Halle kaum gefüllt ist, aber mit einer Spielzeit von nicht einmal einer Stunde die Leute ins Gesicht zu schlagen, die 23 Euro Eintritt zahlen, die sich aufgerafft haben, den Gig zu besuchen und die vielleicht dennoch Fans der Band sind, ist alles andere als professionell und schlau. Einige Leute bemerkten nach dem Gig, dass sie kein DF-Konzert mehr besuchen würden und nun auch definitiv kein Shirt kaufen werden… Nein, mit der Aktion haben sich DARK FUNERAL trotz eigentlich guten Auftritts keine Freunde gemacht. Man sollte so professionell sein und sein Ding durchziehen und zumindest einen angemessen langen Gig runterspielen (man muss ja dann keine Riesenparty davon machen) und das ganze wie eine Dienstleistung sehen. Unser einer muss ja seinen Job auch tagtäglich erledigen und sein bestes geben…

Ein schöner Gruß von Sascha und mir geht hiermit an die Jungs von ZONARIA, mit denen wir noch ein wenig gefeiert haben!

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