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DARK TRANQUILLITY – AMORAL – ACYL – THE LEHMANN PROJECT

Ort: Münster - Sputnikhalle

Datum: 22.11.2014

DARK TRANQUILLITY kommen im Rahmen ihrer „Uniformity Tour 2014“ unter anderem auch nach Münster. Mit dabei sind AMORAL aus Finnland, ACYL aus Algerien (!) sowie THE LEHMANN PROJECT mit Mastermind Matteo Lehmann aus Italien. Im Vorfeld äußerten DARK TRANQUILLITY schon Ihre Vorfreude auf die anstehenden Gigs : „The trek, which also features Amoral, Acyl and Lehmann, will take us to some places that we didn’t reach during the previous European tour as well as giving us the chance to make some creative new/old additions to the setlist. See you there!“

Samstagabend, Sputnikhalle Münster – die Plakate und Eintrittskarten verkünden den Beginn mit 20 Uhr, als ich gegen 19:30 Uhr eintreffe, sind leider THE LEHMANN PROJECT schon auf der Bühne und haben wohl schon den ein oder anderen Song gespielt, denn nach 3 weiteren Liedern ist der Abend um Herrn Lehmann auch schon gelaufen. Die Sputnikhalle ist jedoch auch schon vor Beginn halbwegs gut besucht. Trotz allem hat man den Eindruck, dass der Funke nicht so richtig überspringen will, wenngleich die Band sich Mühe gibt. Nach besagten drei Songs war es das dann auch schon gewesen und ACYL beginnen mit dem Aufbau. Neben zahlreichen Mikroständern werden auch zwei Trommeln auf die Bühne gebracht. Die Mitglieder von ACYL stammen ursprünglich aus Algerien und stellen sich dem Publikum auch so vor, auch wenn ein Teil von Ihnen in Frankreich lebt. Sie präsentieren orientalisch angehauchten Folk-Metal, bei dem sie sowohl auf Englisch wie auch Arabisch singen. Neben Gitarren, Bass und Schlagzeug kommen auch besagte Trommeln zum Einsatz. Der Auftritt ist definitiv außergewöhnlich und ACYL schaffen es gekonnt, einen großen Teil des Publikums mitzureißen und verbreiten gute Laune in den ersten Reihen. Jedoch wirkt der ungewöhnliche Sound auf andere offenbar auch relativ eintönig. Nach etwas mehr als 30 Minuten beenden sie ihr Set, um an die Finnen von AMORAL zu übergeben.

Diese haben während Ihrer Existenz schon den einen oder anderen Wandel durchlebt. Angefangen haben sie als technische Death-Metal Kombo, die dann über Death/ Thrash nun beim (Power-)Metal gelandet ist. Die Songs der Herrschaften können die harte Vergangenheit nicht wirklich verleugnen, immer wieder gibt es groovende Riffs und akzentuiertes Drumming, leider driften die Stücke dann immer wieder in wirklich sehr ruhige Parts ab. Sänger Ari kann mich persönlich auch nicht überzeugen – in Zeiten von Youtube schaut man sich ja doch durchaus mal an, was einen so am Abend erwarten möge, wenn man die Musiker live noch nicht kennt. Hier hatte ich irgendwie mehr erwartet. Und auch beim restlichen Publikum können AMORAL irgendwie nicht so recht landen. Man klatscht zwar artig Beifall, aber die Stimmung. die ACYL gerade noch zumindest bei Teilen des Publikums entfacht haben, ist meiner Meinug nach wieder dahin. Auch die Bewegung in der Menge ist stetig – allerdings wandern die Leute zur Bar oder verlassen den Raum, kaum wirkliche Aktion im Publikum. Dabei ist die Halle wirklich gut gefüllt, was aber definitiv an DARK TRANQUILLITY liegen muss. Denn auf die Frage ob das Publikum bereit sei für den Headliner, kommt auch die entsprechende Resonanz. Nach etwas mehr als 40 Minuten verabschieden sich AMORAL dann auch für den Abend und der große Umbau auf der Bühne beginnt. Nicht nur das Drumkit der Vorbands muss abgebaut werden, sondern auch Mikroständer und Boxen weichen. Dafür werden jede Menge zusätzliche Scheinwerfer auf die Bühne gebracht und angeschlossen.

Nach einer gut halbstündigen Umbaupause startet dann ein 5minütiger Countdown – per Beamer hinter das Schlagzeug projiziert. Wer DARK TRANQUILLITY schon einmal live gesehen hat, weiß, dass die Schweden sehr viel mit Videoinstallationen arbeiten und nach dem Countdown starten die Herrschaften auch direkt mit Vollgas. Mit „The Science of Noise“ von der aktuellen Langrille „Construct“ geht es los, direkt gefolgt von „Damage Done“ vom gleichnamigen Album. DT zeigen wie eigentlich immer eine unglaubliche Spielfreude und insbesondere Sänger Mikael war mehr als überwältigt von der überkochenden Sputnikhalle. Und so wechselten die Schweden fröhlich von aktuellen Songs zu Stücken aus der Anfangszeit und zurück und präsentierten dabei auch den ein oder anderen Track, den man sonst nicht unbedingt live zu Gehör bekommt. Die Verbindung aus Videoeinspielern und den zusätzlichen Lichtern generierte eine unglaublich grandiose Show. In der zweiten Hälfte drehten die Jungs dann nochmal richtig auf und ballerten den Fans einen grandiosen Song nach dem nächsten entgegen. Auf „Terminus (Where Death is Most Alive)“ folgte „Focus Shift“ direkt gefolgt von „Uniformity“. Und um nicht zu viel kostbare Spielzeit zu vergeuden gingen DARK TRANQUILLITY erst gar nicht von der Bühne sondern legten „Final Resistance“, „Endtime Hearts“ und das grandiose „Misery’s Crown“ nach. Zu Recht verließen die ausgepowerten Schweden nach guten 75 Minuten Spielzeit ein ebenfalls verschwitztes und verzücktes Publikum. Fazit: DARK TRANQUILLITY können es immer noch – und sie werden wieder kommen – genau wie ich!

Setlist DARK TRANQUILLITY
The Science of Noise
Damage Done
The Silence in Between
The Lesser Faith
The Wonders at Your Feet
The Mundane and the Magic
The Treason Wall
Through Smudged Lenses
State of Trust
ThereIn
Terminus (Where Death Is Most Alive)
Focus Shift
Uniformity
Final Resistance
Endtime Hearts
Misery’s Crown

Copyright Fotos: Oliver Janka

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