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DARK X-MAS FESTIVAL 2008

Ort: Augsburg - Rockfabrik

Datum: 29.12.2008

Unser 5. und letztes Weihnachtsfestival 2008 fand im Süden Deutschlands, in der Augsburger Rockfabrik statt. Wie schon am Abend zuvor in Ludwigsburg bestand das Line-Up aus KLOQ, ROTERSAND, DIARY OF DREAMS und NITZER EBB. Trotz eines Montags warteten schon etliche Feierwillige vor den verschlossenen Türen auf Einlass. Eine ungewöhnliche Aufteilung von Sitzplätzen (rechts, links und 2 Meter parallel zur Bühne) erwartete uns im Inneren. Das machte einen gemütlichen Eindruck und so sicherten wir uns einen guten Platz weit vorne.

Die Abräumer des letzten Jahres KLOQ eröffneten den Abend mit einer explosiven Mischung aus elektronischen Sounds. Wie an den Abenden zuvor machte der Song „Ibiza“ (Coverversion des Dance Acts AMNESIA) vom Debüt-Album „Move Forward“ den Anfang. Kopf der Formation Oz Morsley spielte das Instrumentalstück zusammen mit einem Live-Drummer und Gitarristen. Der Song ging sofort in die Beine der Anwesenden. Sänger Greg Cumbers kam im blau-schwarz kariertem Holzfällerhemd zu „We’re just physical“ auf die Bühne und machte mit seinen Shouts Douglas McCarthy (NITZER EBB) Konkurrenz, der das Original auf dem Album eingesungen hatte. Neben einschlagenden EBM-Elektro-Krachern wie „You never know“ oder „Push it“ wurde an diesem Abend auch die Elektro-Pop-Nummer „Connecting“ präsentiert. Greg verstand es die Stimmung anzuheizen und bewegte sich agil auf der Bühne. Das Publikum geizte nicht mit Applaus und schien perfekt eingestimmt auf die nächste Band ROTERSAND.

Setlist KLOQ
Ibiza
We’re just physical
You never know
Connecting
Move forward
I never said
Push it

Das aus dem Ruhrpott stammende Trio um Rasc, Gun und Krischan startete mit „Almost Violent“. Die Musik erklang schon längst, jedoch war kein Sänger weit und breit zu sehen. Kein Wunder, denn der 2-Meter-Mann kam von hinten aus dem Publikum und erfreute sich an den erstaunten Gesichtern um ihn herum, als er anfing zu singen und sich durch das Publikum den Weg nach vorne bahnte. Die oben erwähnte Sitzplatzreihe machte ihm da ein wenig zu schaffen, aber mit seinen langen Beinen kletterte er einfach darüber hinweg und schwang sich auf die Bühne, wo er aufgrund der geringen Höhe ständig auf seinen Kopf aufpassen musste. Nach dieser Aktion brachte auch die aktuelle Single „I cry“ Pluspunkte und ein jubelndes Publikum. Rasc plauderte zwischen den Songs in seiner angenehmen und witzigen Art und brachte uns immer wieder zum Lachen. Neben melodischen, aber tanzbaren Songs wie „Lost“, gab es auch echte Clubkracher wie „Lifelight“ oder „Exterminate Annihilate Destroy“, welches traditionell mit erhobener Faust begann. Krischan und Gun kamen dazu ebenfalls nach vorne. Das Publikum tanzte ganz nach Rascs Pfeife und das überprüfte er persönlich während seiner „Tanzkontrolle“. Wieder gefühlvoller wurde es mit dem Titel „Undone“, der gleichzeitig das Ende des Sets einläutete. Das Publikum wirkte sehr begeistert und jubelte dem sich verneigenden Trio ein letztes Mal zu, bevor es die Bühne räumte.

Setlist ROTERSAND
Almost Violent
I Cry
Dare to Live
Lost
Lifelight
Exterminate Annihilate Destroy
Undone

Viele Fans hatten sich für die Show der Co-Headliner DIARY OF DREAMS ganz nach vorne begeben. Für uns bereits der fünfte Abend in Folge, aber noch immer erfreuten wir uns an dem Anblick des zweiten Keyboards, welches Torben Wendt (DIORAMA) auch an diesem Abend besetzte. Das Schlagzeug von D.N.S stand mittig im hinteren Teil der Bühne, die Keyboards von Taste und Torben jeweils daneben und Gaun:A und Adrian Hates nahmen im vorderen Teil ihre Stellung ein und begannen mit dem düster und aggressiv wirkenden Song MenschFeind“. Ein paar Jahre zurück in die Vergangenheit der Bandgeschichte ging „Chemicals“. Zu der schnellen, tanzbaren und energiegeladen Darbietung war die Stimmung im Publikum bestens. Es wurde getanzt und mitgesungen und nach Ende der Songs lauthals gejubelt. Dem gitarrenlastigem „The Plague“ folgte „Amok“, eine Song aus dem 2002er Album „Freak Perfume“, der für Livegigs schneller und tanzbarer umarrangiert wurde. Insgesamt wirkten die Titel durch das zusätzliche Keyboard und Torbens Stimme zauberhaft verändert. „Traumtänzer“ sangen wir, gut hörbar alle gemeinsam. Auch an diesem Abend hieß es mit allen Sinnen, dem traumhaften Duett von Adrian und Torben bei „Butterfly:Dance“ beizuwohnen. Ausdrucksstark und emotional sangen beide das Stück und rissen uns so mit, dass wir ihnen am Ende zujubelten und wild applaudierten. Energiegeladen folgten die Songs „Soulstripper“ und „Panik“. Beide sprühten vor Leidenschaft aller Musiker auf der Bühne. Der Klassiker „The Curse“ wurde uns wieder in einem Duett von Adrian und Torben präsentiert. Jede Textzeile lebte von Mimik, Gestik und Gesang. Durchgehende Faszination ließ uns weiterhin jeden Song nach allen Kräften umjubeln. Wie auch an den vorherigen Abenden beendete „Kindrom“ den Auftritt der Band und alles Geschrei nach einer Zugabe war umsonst. Jedoch gibt es schon jetzt die ersten Live-Termine für 2009 und das Erscheinen des Albums ist für den 13.03.09 angekündigt!

Setlist DIARY OF DREAMS
Menschfeind
Chemicals
The Plague
Amok
Traumtänzer
Butterfly:Dance
Soulstripper
Panik?
The Curse
Kindrom

Nun sollte die EBM Legende NITZER EBB aus England einen ihrer doch recht raren Auftritte absolvieren und dazu versammelten sich vor der Bühne tanzwütige Fans, größtenteils männlich und über 30. Jason Payne und Bon Harris nahmen hinter ihren E-Drums Platz und kurze Zeit später betrat Douglas McCarthy die Bühne, ganz in schwarz mit Fliegerbrille. Gestartet wurde mit neuem Material, welches noch etwas verhalten aufgenommen wurde, bevor es zu Krachern wie „Let your Body learn“ oder „Lightning Man“ überging. Die ältere Generation flippte total aus und feierte ihre Helden, die seit 1982 bis zum Split 1995 als Kult in ihrem Genre galten. Seit 2006 kann die EBM-Fraktion nun wieder euphorisch zu den alten Songs abtanzen und mit Spannung das neue Album erwarten. Die Wartezeit wurde den Augsburgern noch schwerer gemacht mit weiteren Kostproben, die mit „Payroll“ und „Once you say“ folgten. Live funktionierten alle Stücke ganz gut, obwohl eindeutig und wohl auch normal die Klassiker einfach für mehr Stimmung sorgten. Ob Bon oder Douglas, die von links nach rechts und zurück stampfend über die Bühne tigerten und mit wahnsinniger Ausstrahlung und Präsenz die Halle beben ließen. Aggressive Shouts und heiße Elektro-Beats sorgten für Gedränge und wildes Pogen vor der Bühne. Die Setlist enthielt Perlen wie“Godhead“, „Murderous“ oder „Join in the Chant“ mit einem Mister McCarthy, der ansehnlich wie immer einfach nicht zu altern scheint. Jedoch verwehrte er auch an diesem Abend (wie schon in Düsseldorf und Ludwigsburg zuvor) den Blick auf seinen nackten Oberkörper. 2 Zugaben hielt das Trio für die Augsburger parat, die einem alles abverlangten: „Getting closer“ und „Give to you“ wurden stimmgewaltig vorgetragen und lauthals vom Publikum mitgesungen, während der Schweiß in Strömen floss. Ein krönender Abschluss, ein Hoch auf die guten alten Zeiten und weiterhin gespannte Freude auf das neue Album.

Setlist NITZER EBB
Walk on
Promises
Let your body learn
Hearts & Minds
Lightning Man
Godhead
For Fun
Never known
Once you say
Blood Money
Shame
Payroll
Murderous
Control
Join in the Chant

Getting closer
Give to you

Die Party auf der Tanzfläche in der Rockfabrik ging noch lange weiter und wir feierten den Abschluss eines genialen, kleinen Festivals und das Ende einer ganz besonderen Weihnachtstour.

Copyright Fotos: Cathie Niemann

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