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DARKNESS OVER X-MAS 2007

Ort: Münster - Skaters Palace

Datum: 27.12.2007

Da kam noch mal ein richtig fettes Package in den Skaters Palace, um zum Jahresabschluss den Laden in Schutt und Asche zu legen. Dementsprechend groß war der Andrang und die Veranstalter konnten schon Wochen vor dem Konzert „ausverkauft“ melden.

THE SORROW

Die Halle war pünktlich zum frühen Konzertbeginn um 17 Uhr prall gefüllt und leicht verspätet wurden dann auch gleich THE SORROW aus dem österreichischen Vorarlberg auf die Bretter geschickt. Der Newcomer konnte dann auch schon ordentlich einheizen und zeigte, dass die Songs des gerade erschienenden Debütalbums „Blessings from a blackened sky“ auch live wunderbar funktionieren. Der versuchte Circle Pit wollte zu so früher Stunde noch nicht wirklich funktionieren, die Bühnenpräsenz war für eine so junge Band dennoch bereits recht beachtlich, man poste, was das Zeug hielt und ein Kumpel sagte anerkennend das Bier Richtung Bühne streckend „Der Sänger ist ein Typ, dessen Arme auch mal Beine werden sollten!“ Nach einer knappen halben Stunde knallte man mit „Knights of Doom“ den letzten Song ins Publikum und konnte durchweg positives Feedback verbuchen.

MISERY SPEAKS

Es folgten MISERY SPEAKS aus Münster, die den Heimvorteil dann auch gleich perfekt ausnutzen und furios loslegten. Bereits der zweite Song wurde als letzte Möglichkeit zum Circle Pit angekündigt und diesmal konnten schon einige Leute mehr animiert werden. Musikalisch ging’s ein bisschen mehr Richtung melodischer Death Metal. Natürlich folgten noch weitere Stücke und bei einer ruhigen Stelle begann das Publikum sogar von sich aus rhythmisch mitzuklatschen. In Sachen Posing musste man sich auch nicht hinter den Kollegen aus Österreich verstecken, wenn auch das Gepose, bei dem der Gitarrist sich nicht selten mit dem Fuß auf dem Oberschenkel des Bassers abstütze, schon etwas arg einstudiert wirkte. Spaß machte es allemal und auch hier war aufgrund der Masse an Bands (6 Stück an diesem Abend) eine halbe Stunde Spielzeit völlig gerechtfertigt.

SONIC SYNDICATE

Ich persönlich hatte mich an diesem Abend am meisten auf den Auftritt der nun kommenden Schweden von SONIC SYNDICATE gefreut. Deren zweites Album „Only Inhuman“ gehörte für mich im Metal-Bereich auf jeden Fall zu den Alben des Jahres 2007 und auch live konnte mich die Band auf dem Wacken Open Air vollends überzeugen. SONIC SYNDICATE wollten auch an diesem Abend nix anbrennen lassen und ballerten gleich 3 Songs am Stück, u.a. das grandiose „Aftermath“ in die Menge. Bereits danach hatten sie das Publikum überzeugt und auf ihrer Seite und konnten bei der nun folgenden Ballade „Enclave“ zum mitklatschen animieren. Die musikalische Nähe zu den großen Vorbildern und Landsmännern von IN FLAMES erfreute mich eher, als dass sie mich störte und die überall bangenden Fans machten deutlich, dass es nicht nur mir alleine so erging. Der Sänger sprang dann kurzerhand ins Publikum und divte lustig vor sich hingrunzend durch die Menge. Erstaunlich fand ich, dass SONIC SYNDICATE an diesem Abend auf ihren mehr als überzeugenden Cover-Song von TATU „All about us“ verzichteten und gänzlich bei den eigenen Titeln blieben, die locker für einen grandiosen Auftritt ausreichten, der nach einer guten dreiviertel Stunde viel zu früh zuende ging.

NEAERA

Hatte mich die frühe Platzierung von SONIC SYNDICATE im Line Up zunächst etwas verwundert, machten NEAERA nun deutlich, warum sie einen Platz weiter oben standen. Auch sie genossen Heimvorteil und konnten diesen nun noch besser nutzen als MISERY SPEAKS. Spätestens beim zweiten Song „Let the tempest come“ wo das Publikum bereits die Ansage lautstark mitgrölte, gab es kein Halten mehr. Die Fans divten derart enthusiastisch los, dass die Fotografen bereits nach wenigen Sekunde aus dem Graben geschickt wurden, da es nun Diver hagelte. Die Band schien begeistert von dem großartigen Feedback und heizte die Stimmung beständig an. Selbst ein angestimmter Spiderschwein-Sprechchor funktionierte genauso gut, wie die WALL OF DEATH oder der obligatorische Circle-Pit. Einzig die initiierte Polonaise wollte nicht so reicht klappen. Als Sänger Benny beim Song „Walls instead of Bridges“ zum Mitsingen aufforderte, erwies sich das Publikum als textsicher, so dass auch er kurzerhand ins Publikum sprang. Die Band bedankt sich bei allen anderen Kapellen und schritt nach ca. 1 Stunde kurzweiliger Spielzeit mit „Definition of love“ zum letzten Song des Abends. Unter lautstarken Zugaberufen verließen NEAERA dann sichtlich erschöpft und mehr als zufrieden die Bühne.

HEAVEN SHALL BURN

Während ich noch darüber nachdenke, dass ich nicht in der Haut der nun spielenden HEAVEN SHALL BURN stecken möchte, die Schwierigkeiten haben dürften, die Menge weiterhin zu begeistern, zeigte sich die Band erst mal von ihrer bescheidenen Seite und hisste als Backbanner ein T-Shirt. Als Intro wählte man Wolfgang Petry und um zu erkennen, warum, bedurfte es doch einigen Nachdenkens, bis sich mir erschloss, dass „Wenn der Himmel brennt“ gar wunderbar zu HEAVEN SHALL BURN passt. Um so wunderbarer, als der Quatsch prompt unterbrochen wurde und HEAVEN SHALL BURN losballerten, was das Zeug hielt. Optisch aufeinander abgestimmt in weißem Hemd und schwarzer Krawatte (was mich wieder an IN FLAMES erinnerte) zeigte die Band eindrucksvoll, warum sie die Speerspitze des deutschen Metalcores bildet. Bereits beim dritten Song schaffte man den größten Circle Pit des Abends. Die Frage, ob denn überhaupt noch genug Energie für den Rest des Festivals vorhanden sei, wurde mit frenetischen Jubel beantwortet. Auch die beiden vorgestellten neuen Kompositionen kamen sehr gut an und ließen auf ein großartiges neues Album hoffen. Gerade das bereits bekannte „Endside“ konnte vollends begeistern. Noch derber wurden die alten Hits abgefeiert und als das Intro von Antigone erklang, wurde im andächtigen Warten die Spannung deutlich, die sich dann kurzerhand im kollektiven Durchdrehen entlud. Als letzter Song wurde „Of no avail“ gespielt, allerdings konnte das Set dann doch nicht so einfach nach nur 45 Minuten enden und die Band wurde mit lauten Zugabeforderungen zurück auf die Bühne beordert. „Behind the wall of silence“ schien dann genau das, worauf die Meute gewartet hatte und ein letzter Circle Pit beendete dann den Gig von HEAVEN SHALL BURN endgültig.

CALIBAN

Blieben also nur noch CALIBAN, um den Abend würdig abzurunden. Sicherlich nach so vielen grandiosen Bands keine leichte Aufgabe. 2 fette Backbanner mit hellen Leuchten an beiden Seiten wurden aufgebaut und die Band hatte sich einfallen lassen, auf weißen Hemden an verschiedenen Stellen blutige Verletzungen aufzumalen. Der Sänger hatte also ein knallrotes Einschussloch am Herzen, dem Gitarristen lief das Blut rot einmal um den Kragen runter usw. Eine nette Idee, aber eben nur optisch. Musikalisch fand ich persönlich die Formation wieder einmal zu durchschaubar. Der Auftritt war sicherlich nicht schlecht, auch das Publikum schien überzeugt, allerdings konnte der Funke nicht so recht überspringen und die Begeisterung war nicht so überschwänglich wie bei HEAVEN SHALL BURN oder NEAERA. Vielleicht fehlte nach 5 Bands dann doch einfach die Kondition. Als Sänger Andy mit den Worten „keine Müdigkeit vortäuschen“ einen Circle Pit forderte, war dieser dann doch eine Nummer kleiner und recht kurz. CALIBAN machten ihre Sache den Umständen entsprechend aber dennoch gut und waren ein netter Abschluss eines großartigen Abends.

Copyright Fotos: Karsten Rzehak

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