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DARKNESS OVER X-MAS 2008

Ort: Herford - X

Datum: 27.12.2008

LEGION OF THE DAMNED – SONIC SYNDICATE – NEAERA – CALLEJON – LAY DOWN ROTTEN

Was kann’s einen perfekteren Birthday geben, als den an einem Samstag mit einem fetten Lärmpackage quasi vor der Haustür zu begehen? Zumal das angereiste Friends-Package das Konzert eher zur Nebensache degradierte… Doch starten wir vorne und da schienen wohl alle ANIMA verpasst zu haben, wenn sie denn überhaupt gezockt haben, denn Merch war Fehlanzeige.

Das bunte Sammelsurium an Metal-Bands wurde für uns von den Herborner Deathern LAY DOWN ROTTEN eröffnet. Die verpatzten zu Beginn auch mal prompt den Opener „Reconquering the Pit“, starteten allerdings dann zu einer guten halben Stunde donnerndern Todesbleis, der jedem SIX FEET UNDER-Fan eine Freude gewesen wäre. Doch diese waren an diesem Abend nicht unbedingt zahlreich angetreten und so verpufften Dampfwalzen wie „Nihil“, „Sound of Breaking Bones“ oder auch das neue „Hours of Infinity“ relativ wirkungslos. Außer der einen oder anderen rotierenden Matte oder einzeln mitwippendem Genicke war für die engagiert auftretenden Deather nichts zu holen. Da konnten Gitarrist Nils und Basser Uwe noch so fette Riffings loslassen und ihre Monstermähnen schwingen und der mittlerweile kurzgeschorene Fronter Jost noch so tiefe Growls hervor pressen. Maybe next time!

Nach kurzer Umbaupause folgte für viele wohl DIE positive Überraschung des Abends mit CALLEJON. Auf Scheibe doch eher etwas aufgesetzt wirkend, böllerten die 5 Jungspunde gute 45 Minuten alles in Grund und Boden und das mit einer Spielfreude, Action auf der Bühne und enormer technischer Versiertheit, dass es den alten Herren Rezensenten nur die Kinnlade offen stehen ließ! Da muss man ganz generös schwer Respekt zollen für diesen geilen Auftritt, der auch die mit Abstand besten Crowdreactions zu verzeichnen hatte. Der Kindergarten (ja, mittlerweile ist man nicht mehr doppelt so alt wie das restliche Publikum, sondern gleich dreimal!…) im proppevollen Saal ging völlig steil zu den NuCoreMetal-Granaten des neuen Werks „Zombieactionhauptquartier“. Schrecklicher Dresscode inklusive, die sehen echt alle gleich aus. Na ja, wenigstens sind die Kids den harten Sounds zugetan und davon profitieren derzeit ja auch etliche alte Combos nicht unbeträchtlich. Shouter BastiBasti fegte wie ein Wahnsinniger über die Bretter, ein Irrer im positiven Sinne, der die Meute voll im Griff hat. So einen Frontmann wünscht sich jede Band. Der Rest der Combo spielte sich in einen wahren Rausch, besser kann man diese Mucke live nicht darbieten! „Zombified“, „Tanz der Teufel“ und vor allem „Porn from Spain“ räumten mächtigst ab und hinterließen glücksselige Kids sowie erstaunte Rentner, vor allem die Düsseldorfer Fraktion war über ihre Stadtkollegen (positiv)verwundert!

Die Münsteraner Deather NEAERA konnten sich mit ihren starken Alben, besonders dem aktuellen „Armamentarium“, gut aus der Metalcore-Schublade befreien und als feste Größe im Death Metal etablieren. Die diesjährige „Darkness over X-Mas“-Tour nutzten die Westfalen als Pause von den Arbeiten an neuen Songs. So stürmten sie nach einem dröhnenden Intro energiegeladen mit „Let the Tempest come“ die Bühne und machten das, was sie am besten können: Alles in Grund und Boden ballern. Ob nun alte Dampframmen wie „Anthem of Despair“ oder neuere Überwalzen der Marke „Spearheading the Spawn“, bei NEAERA geht trotz sehr matschigen Sounds immer alles. Besonders aktiv war natürlich wieder Front-Derwisch Benny, der schon beim ersten Song über den ungeliebten (für uns Fotografen aber recht hilfreichen) Graben in die Fans sprang und auch sonst wie ein Berserker über die Bretter fegte und dabei noch die fiesesten Screams und Growls von der Kette ließ. Auch seine Kollegen an Bass und Gitarren ließen sich da nicht lange bitten und gaben auch heute wieder ordentlich Gas. So war die Wall of Death zu „Armamentarium“ natürlich nur Form-Sache und auch die Circle-Pits und Mitgröhl-Action bei „Walls instead of Bridges“ wurden von den gut abgehenden Fans nur zu gerne mitgemacht. Leider gab es am heutigen Abend noch keinen neuen Song auf die Ohren, dafür aber natürlich den obligatorischen Abschluss-Knaller „Synergy“. In dieser Form kann man sich nur auf das neue Album von NEAERA freuen!

Nach dem Death Metallischen geil-Geballer folgte wieder Musike für die jüngeren Besucher. Die stylischen Schweden von SONIC SYNDICATE traten wieder an, die Gemüter zu spalten. Optisch geht die Combo mittlerweile gar nicht mehr, musikalisch hat man’s dagegen voll auf der Pfanne – da kann mir einer noch so was von „Hype“ und „Blast“ faseln, ihr Handwerk verstehen die 6.
Das mag man halt mögen oder nicht, MANOWAR, EDGUY oder METALLICA spalten die Metal-Gemeinde ja regelmäßig ebenso. Und es wurde auch wieder eine ganze Ecke voller im Saal, da die Schweden doch eher das jüngere Publikum begeistern. An mir lief der Gig irgendwie relativ vorbei, da die Jungs + Dame mittlerweile etwas zu arg routiniert agieren und die Spielfreude auf der Strecke bleibt. Habe ich schon wesentlich besser gesehen die Band. Zu Hits wie „Denied“, „Double Agent 616“, „Jack of Diamonds“, „Encaged“ oder der viel zu poppigen aktuellen Single „My Escape“ ging die blutjunge Horde vor der Bühne trotzdem ab und feierte ihre Helden lautstark. Leider wird auch weiterhin das überragende Debüt ausgeklammert, schade, ist es doch das mit Abstand beste Werk der Combo.

Dass bei dieser Bandzusammenstellung bei LEGION OF THE DAMNED natürlich nicht mehr Vollversammlung vor der Bühne herrschen würde, war vorher klar. Dennoch spielten die ollen Holländer vor gut gefülltem Haus, allerdings von Beginn an mit einem unterirdischen Sound, der aber direkt vor der Bühne besser gewesen sein soll – nichts desto trotz viel zu laut! So fiel es selbst mir als großem Fan der Band schwer, die einzelnen Songs im scheppernden Soundbrei zu erkennen. Die großen Performance-Wunder waren sie eh noch nie, man lässt halt die immens-imposanten Matten fliegen und bollert ansonsten alles in Grund und Boden. Aber auch hier habe ich die Jungs im abgelaufenen Jahr schon wesentlich besser gesehen. So kam nicht mehr die ganz große Stimmung auf im Publikum. Aber simpel-effektive Geschosse der Marke „Malevolent Rapture“, „Cult of the Dead“, „Werewolf Corpse“, „Sons of the Jackal“, „Pray and Suffer, „Black Templar“ oder der unvermeidbare Hit „Legion of the Damned“ pusten einem immer noch exorbitant die Lauscher frei. Nicht anspruchsvoll, aber tödlich für jeden Nacken.

So ging denn ein komisch zusammengestelltes Package zu Ende, was aber dennoch funktioniert hat und mit einem erfreulich günstigen Eintrittspreis (17 Euro VVK!) glänzen konnte! Im nächsten Jahr gerne wieder…

Copyright Fotos: Michael Werneke

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