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DAS ICH – GOTHMINISTER

Ort: Osnabrück - Lagerhalle

Datum: 14.04.2009

An diesem sommerlichen Frühjahrstag machten wir uns auf ins nachbarliche Osnabrück, um mal wieder einem Konzert unserer Lieblingsbayern beizuwohnen, die zusammen mit GOTHMINISTER zu ihrer „Happiness With Cannibals“ Tour geladen hatten. Pünktlich in der Lagerhalle angekommen war diese allerdings noch sehr spärlich gefüllt. Mussten die Bands etwa in der leeren Halle spielen? Ganz so dramatisch sollte es nicht kommen, da der Support doch erst eine Stunde später die Bühne betrat und noch Zeit genug war, die Halle zu füllen.

Um die 100 Nasen empfingen dann den GOTHMINISTER samt Drummer und Gitarristen. Viele kannten ihn noch als Opener der LACRIMOSA Tour, die auch 2005 im Osnabrücker Hydepark Station machte, dort standen aber mehr Bandmitglieder auf der Stage. Die Norweger bretterten auch gleich mit „Dusk Till Down“ vom aktuellen Album fulminant los und der Fokus lag beim Gig hauptsächlich bei „Happiness In Darkness“ die Hälfte der Songs stammten von diesem Longplayer. Natürlich stieg der Hobby Wrestler Bjørn Alexander Brem auch wieder auf seine Kanzel (mit einem Tuch umspannte Trittleiter), um von dort aus seine Botschaften unters Volk zu bringen. Mit „Beauty After Midnight“ verabschiedet sich das Trio, doch das Publikum zeigte sich begeistert und forderte mit Nachdruck eine Zugabe, dem die Norweger nicht nach kamen und hinter der Bühne blieben. Bleibt da noch die Frage zu klären, wer denn mehr Nebel auf der Bühne hatte: Die altehrwürdigen SISTERS OF MERCY oder GOTHMINISTER. Ich denke da nehmen sie sich beide nicht viel.

Setlist GOTHMINISTER (ohne Gewähr)
Dusk Till Dawn
Angel
Forgotten
Gothic Anthem
Sideshow
Freak
Devil
March Of The Dead
Darkside
Monsters
Beauty After Midnight

Verwunderung machte sich breit, da auf der Stage zunächst mal nichts passierte. Na gut, die Geräte für DAS ICH standen ja schon vor dem Support bereit an Ort und Stelle, aber dass niemand das riesige GOTHMINISTER Backdrop abnahm und auch die Utensilien, wie z.B. den für Herrn Brem typischen Totenkopfstock und die Leiter nicht von der Bühne genommen wurden, war schon ungewöhnlich. Dafür stürmten jetzt der Metzger Marty, Bruno und Stefan auf die Stage und performten die immer noch aktuelle Single „Kannibale“. Eigentlich alles beim Alten also, wären da nicht die frisurentechnischen Veränderungen. Herr Ackermann hatte sich seines Iros entledigt, den er noch Ende des letzten Jahres trug und ging wieder dazu über, seine Haare platt auf den Kopf zu tragen und Herr Kramm ließ das leuchtende Rot, welches ihm bis dahin noch dämonischer erscheinen ließ, komplett aus seinen opulenten Teufelshörnern. Und jetzt rächte es sich, das die Klamotten von der Vorband nicht weggeräumt worden waren, denn genau nach dem ersten Titel schlug der Totenkopfstock mit einem so lauten Knall auf den Bühnenboden auf , das sich Marty und die erste Reihe heftigst erschreckten. Es folgte ein Querschnitt aus 20 Jahren DAS ICH mit den Songs „Kain Und Abel“, „Garten Eden“ oder „Gottes Tod“. Die Jungs gaben alles, Stefan mit seinen unnachahmlichen Gestiken und die beiden Keyboarder mit ihren fahrbaren Pulten. Alle drei hatten sichtlich Spaß auf der Bühne und es wurde viel mit dem Publikum kommuniziert. Stefan erinnerte sich, dass sie schon vor ganz langer Zeit mal in Osnabrück gewesen wären, aber er hatte die Location vergessen. Nach einer knappen Stunde verließen die drei die Stage, aber die Fans wollten mehr und so ließ man sich nicht lange bitten und der Tanzflächenfüller „Destillat“ wurde performt. Das war leider auch der letzte Titel des Abends, doch die Leute wollten noch mehr. Doch das Licht im Saal ging wieder an und somit wurde klar, dass die Show viel zu früh vorbei war.

Auch ich war erstaunt über die doch recht kurze Show. Es war aber eine Doppel Headliner Show und jede Band spielte eine gute Stunde. Leider – und das haben beide Combos nicht verdient – vor nur wenigen Leuten. Lag es etwa an dem guten Wetter oder wollten die meisten zu Hause das Ausscheiden des FC Bayern München aus der Champions League live verfolgen? Allerdings ist leider gerade das Gebiet Osnabrück und Ostwestfalen für solche Bands ein schwieriges Pflaster. Sei es drum. Außerdem hatten DAS ICH ihr für das Frühjahr angekündigte Album „Ritual“ noch nicht veröffentlicht und damit keinen aktuellen Longplayer im Rücken.

Copyright Fotos: Jörg Rambow

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