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DEATH IN JUNE – CAMERATA MEDIOLANENSE – SOLBLOT – DIE WEISSE ROSE

Ort: Dresden - Reithalle

Datum: 13.12.2014

Giddy Carousel Tour 2014

Man kann schon fast sagen: Same procedure as every year. Nach Halle, Dresden und Eisleben erfreute der Grandmaster des Neofolk auch zum Ende diesen Jahres die Neofolk-Gemeinde mit einem Auftritt in Mitteldeutschland. Als Location wurde die geschichtsträchtige Reithalle Dresden gefühlt, dem Geburtsort des Runes & Men-Festivals. Im Vorprogramm, vorzüglich gewählt, DIE WEISSE ROSE, SOLBLOT und CAMERATA MEDIOLANENSE. Ab 19 Uhr waren die Tore geöffnet und die Besucher strömten fleißig die geschmackvolle Halle, bis der Saal sehr gut gefüllt war.

Den Opener gab DIE WEISSE ROSE. Wir standen gerade vor dem Eingang, als weihnachtliche Musik ertönte. Was ist denn hier los? Als wir schließlich drinnen waren, gab es aber keine Zweifel mehr. Der Däne Thomas Bøjden in der Mitte und zu seinen Seiten die bewährten Mitstreiter Gary Carey (JOY OF LIFE) und Kim Larsen (:OF THE WAND AND THE MOON:). Drei stattliche Kerle, drei große Trommeln und die tiefe Stimme von Bøjden. Mehr braucht es für ein martialisches Donnerwetter nicht. Dutzende Mal gesehen und gehört, aber immer wieder ein Erlebnis. „Nicht schuldig“ durfte natürlich nicht fehlen. Dazu ein neuer Song von der „Treue um Treue“-EP. Wunderbar. Leider etwas kurz geraten, denn nach wenigen Songs war schon Schluss.

Das nächste Konzert gaben SOLBLOT. Die Jungs aus Schweden machen zwar schon seit mehr als zehn Jahren Musik, haben bisher aber erst ein Album mit dem „einprägenden“ Namen „För Mig Finns Ingen Väg Från Hemmets Dörr“ (zu Deutsch „Für mich gibt es keinen Weg aus der Tür des Hauses“). Das ist sehr schade, denn die Schweden erscheinen sowohl optisch auf der Bühne als auch musikalisch nicht unähnlich den Mannen von JÄNNERWEIN. Feine Lagerfeuermusik … nur auf Schwedisch. Ihre bevorzugten Instrumente sind die Akustikgitarre und Akkordeon. Life wurden sie noch unterstützt von Kim Larsen an den Drums und Iver (ebenfalls OF THE WAND AND THE MOON) am Bass. Ich hatte sie bisher noch nie gesehen, aber mir und auch dem Publikum hat es gefallen. Der beschaulichste Act des Abends.

CAMERATA MEDIOLANENSE muss man wohl nicht mehr erklären. Seit ziemlich genau 20 Jahren verbindet das italienische Kollektiv verschiedenste Stile wie Wave, Post Punk mit Kammermusik des Barock und der Renaissance aber auch experimentellen und elektronischen Klängen. Damit haben sich nicht nur in der Neofolk-Szene einen festen Platz erspielt, sondern dank ihrer musikalischen Klasse auch weit darüber hinaus. Von martialischen Trommel-Orgien bis hin zu ruhigen Arien haben CAMERATA MEDIOLANENSE ein sehr facettenreiches Spektrum, was vor allem ihre Konzerte immer zu einem optischen wie akustischen Genuss werden lässt. Und auch dieses Mal enttäuschte die Gruppe um die ausgebildete Komponistin und Musikwissenschaftlerin Elena Previdi nicht. Von alten Hits bis neuen Stücken, von ruhig bis ekstatisch jagte ein Höhepunkt den nächsten und war hier alles dabei was das Neofolk-Herz höher schlagen lässt. Ein fantastischer Auftritt.

Es wird Zeit für den Headliner. Doch statt Douglas Pearce kommt nur Miro Snejdr auf die Bühne. Zu düsteren Backgrounds und Samples spielt er beschauliche Klavierstücke. Ohne Zweifel wunderschön, aber der Saal will mehr. Nach einer gefühlten Ewigkeit endet dann Teil 1 des Auftritts. Pearce kommt maskiert auf die Bühne und Snejdr wechselt an das Akkordeon. Das Konzert nimmt Fahrt auf und es kommen die ersten Hits wie „Rose clouds of Holocaust“, nur eben mit Akkordeon. Doch in Teil 3 geht es dann richtig los. Snejdr wechselt an die Percussions, John Murphy kommt an die Drums, die Maske fällt, die Akustik-Gitarre wird ausgepackt und wir hören DEATH IN JUNE wie wir sie lieben. Kaum eine der zahlreichen Hymnen wird ausgelassen. Douglas will einfach nicht aufhören, zu spielen. Das Publikum will das natürlich auch nicht. Und so geht es immer weiter und weiter. Schließlich ist dann doch Schluss. Aber nur wenige Augenblicke und „Zugabe“-Rufe später folgt Teil 4. Es wird laut mit „C’Est Un Rêve“. Tosender Beifall. Ein grandioses Konzert mit fast zwei Stunden Spielzeit fand schließlich doch sein Ende.

Und wir hoffen,, dass sich die inzwischen liebgewonnene „Tradition“ auch im kommenden Jahr fortsetzt. Ein sensationeller Jahresabschluss eines umfangreichen Konzertjahres.

Copyright Fotos: Kai-Uve Altermann

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