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DEEP PURPLE – PETER FRAMPTON

Ort: Dortmund - Westfalenhalle

Datum: 01.11.2013

Man muss ja mittlerweile sehr vorsichtig mit dem inflationär benutzten Begriff „Legende“ umgehen, aber wenn Bands sich diesen Namen verdient haben, so gehören DEEP PURPLE ganz bestimmt zu diesem Kreis. Neben BLACK SABBATH und LED ZEPPELIN gehören sie sicherlich zu den prägendsten Bands des Hard Rock und kaum ein Riff ist so prägnant wie das von „Smoke on the water“. Umso größer die Freude, dass DEEP PURPLE auf ihrer aktuellen Tour für mehrere Termine nach Deutschland kamen und auch in Dortmund Station machten.

Da im Gegensatz zu den anderen Formationen DEEP PURPLE jedoch noch regelmäßig touren und zudem wenige Tage zuvor bereits in Düsseldorf gespielt hatten, war die Dortmunder Westfalenhalle an diesem Abend alles andere als ausverkauft und lediglich knapp 4000 Fans hatten den Weg zu diesem Konzert gefunden. Für volle Parkplätze und Chaos auf den Straßen sorgte da eher der im benachbarten Stadion spielende BVB. Der Stimmung tat die eher geringe Besucherzahl aber keinen Abbruch und die überwiegend männlichen und etwas älteren Herren, die den Großteil des Publikums ausmachten, empfingen den als Support spielenden Briten PETER FRAMPTON pünktlich um 19 Uhr mit großem Applaus.

Musikalisch war die nun folgende Stunde (eine sehr faire Spielzeit für einen Opener) eher einige Nummern seichter als DEEP PURPLE, konnte aber dennoch überzeugen. Das Publikum bejubelte bekanntere Songs wie „Show me the way“ und dem wohl größten Hit „Baby I love your way“ und sang sogar über weite Teile textsicher mit. Eine Überraschung und zumindest nach „Baby I love your way“ ungleich rockiger war dann die Coverversion des SOUNDGARDEN-Hits „Black Hole Sun“. FRAMPTON beging dabei nicht den Fehler, die markante Stimme Chris Cornells nachahmen zu wollen und spielte diesen Song als Instrumental-Version, sang lediglich den Refrain am Ende und auch nur über ein verzerrtes Mikro. Die Frage und zugleich Ankündigung des Songs „Do you feel like we do“ läutete dann das Ende des Sets ein und PETER FRAMPTON machte somit nach 60 Minuten unter großem Applaus die Bühne frei für DEEP PURPLE.

Setlist PETER FRAMPTON
Something´s happening
Doobie wah
Lines on my face
Show me the way
Double nickles
Baby I love your way
Black hole sun (SOUNDGARDEN Cover)
Do you feel like we do

Nach einer gerade einmal 30-minütigen Umbaupause fiel dann zu den Klängen des Intros “Mars, the bringer of war” der weiße Vorhang – DEEP PURPLE kamen auf die Bühne und starteten mit „Apres vous“ direkt mit einem Song des 2013 erschienenem Album „Now what?!“. Insgesamt spielte die Band an diesem Abend gleich 5 neue Stücke und stellte somit selbstsicher klar, dass man sich eben nicht auf den Klassikern und alten Erfolgen ausruhen und als Nostalgie-Band über Oldie-Feten tingeln will, sondern auch heutzutage noch in der Lage ist, großartige Rocksongs zu schreiben und damit die Fans zu begeistern. Auch wenn es wie bei jeder Band, bei der einflussreiche Bandmitglieder aussteigen, Fans gibt, für die DEEP PURPLE nach dem Ausstieg von Ritchie Blackmore gestorben ist, so zeigten sich DEEP PURPLE das komplette Konzert über als zusammen-geschweißte Band, die untereinander agierte und spaßte und zudem bestens aufeinander eingespielt war. Das Bühnenbild war ebenso schlicht gehalten und zeigte, dass es DEEP PURPLE nicht nötig haben, mit großartigen Bühnenaufbauten zu prahlen, sondern auch hier ihre Songs in den Vordergrund stellen. Lediglich einige LED-Wände gab es untermalend im Hintergrund sowie 2 Leinwände rechts und links der Bühne für die weiter hinten stehenden Fans. Für die längeren Instrumentalpassagen hatte man Sänger Ian Gillan einen mit schwarzen Vorhängen abgetrennten Bereich im hinteren Teil der Bühne gebaut, in den er sich zurückzog, wenn er nicht gebraucht wurde.

Egal wie lange die einzelnen Mitglieder bereits Teil von DEEP PURPLE sind (zur Urbesetzung gehört eh streng genommen nur noch Drummer Ian Paice), jeder bekam im Set von DEEP PURPLE einen Platz für sein eigenes Solo. Das begann bei Steve Morse, der optisch mit seinen langen grauen Haaren auch in jeder älteren Metal-Band gut unterkommen würde (in Sachen Gitarrenspiel ebenfalls) und im Scheinwerferlicht ein langsames Solo startete, dass dann immer intensiver wurde. Danach folgte Paice mit einem großartigen Schlagzeugsolo, ab dessen Mitte auf einmal das Licht ausging und er mit am Ende leuchtenden und die Lichtfarbe wechselnden Drumsticks spielte. Einige Songs später war dann der „neue“ Keyboarder (immerhin auch schon seit 2002 in der Band) Don Airey an der Reihe. Es war ein besonders ergreifender Moment, als DEEP PURPLE den Song „Above and beyond“ ihrem verstorbenen langjährigen Keyboarder Jon Lord widmeten und dazu Fotos von ihm auf den LED-Leinwänden zeigten. Direkt im Anschluss folgte das Keyboard-Solo als schöne Geste, dass man den 2012 verstorbenen Jon Lord im Gedächtnis behält, es aber mit dem ebenso versierten Don Airey nun weitergeht und man nach vorne blickt. Das Publikum wusste diese Geste zu schätzen und spendete besonders großen Applaus. Auch wenn die neuen Songs gut angenommen wurden, natürlich wurden Klassiker wie „Strange kind of woman“ noch ein wenig mehr abgefeiert. Sobald dann auch noch am Ende des regulären Sets die ersten Töne von „Smoke on the water“ erklangen fand der Jubel seinen Höhepunkt und die Band verließ nach ca. 90 Minuten die Bühne.

Selbstverständlich nicht, ohne angelockt durch großen Applaus und der lautstarken Forderung nach einer Zugabe noch einmal zurückzukehren. DEEP PURPLE begannen die Zugabe mit dem BOOKER T. & THE MG‘S Song „Hush“ für den sich Sänger Ian Gillan in ein funkelndes weißes Sakko geworfen hatte. Danach war dann auch endlich Roger Clover mit seinem Bass an der Reihe, ein Solo zu performen, bevor sich DEEP PURPLE mit dem Klassiker „Black night“ endgültig verabschiedeten.

Setlist DEEP PURPLE
Intro: Mars, the Bringer of War
Apres vous
Into the fire
Hard lovin´ man
Vincent price
Stange kind of woman
Contact Lost
Guitar Solo (Steve Morse)
Uncommon man
The well-dressed guitar
The mule
Above and beyond
Lazy
Hell to pay
Keyboard Solo (Don Airey)
Perfect strangers
Space truckin´
Smoke on the water

Hush (BOOKER T.THE MG´S Cover)
Bass Solo
Black night

Copyright Fotos: Karsten Rzehak

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