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DEICHBRAND FESTIVAL 2009 – TAG 2

Ort: Cuxhaven - Seeflughafen

Datum: 18.07.2009

Die Nacht zum Samstag wurde leider nur ziemlich kurz, da sämtliche Rentner in unserem Hotel anscheinend ab 7 Uhr wach waren und in den Fluren “randalierten”. Senile Bettflucht kann so grausam sein. So hatten wir dann aber immerhin noch genügend Zeit, ein paar Kleinigkeiten einzukaufen und dem Cuxhavener Hafen „Alte Liebe“ an der Elbmündung einen kurzen Besuch abzustatten. Wir ließen uns ein bisschen den Wind um die Nase wehen, stellten immer wieder fest, wie schön die Gegend ist und beim Mittagessen mit Blick aufs Wasser wurden dann schon Pläne fürs nächste Deichbrand-Jahr geschmiedet. Das Wetter hielt sich wacker, bis auf ein paar kleine dunklere Wolken war es zunächst trocken und so konnten wir uns dann wieder auf den Weg Richtung Festivalgelände machen.

CHAPEAU CLAQUE

Dort kamen wir dann rechtzeitig zu CHAPEAU CLAQUE an. Die Erfurter konnten wir ja schon vor einiger Zeit im Vorprogramm von NORTHERN LITE, welche ja heute auch noch auf dem Programm stehen sollten, bewundern und auch ihr zweites Album „Fabelweiss“ fand in der Terrorredaktion durchaus Anklang. So enterten die vier Herren an den Instrumenten und ihre Sängerin Maria Antonia gut gelaunt die Bühne und begannen ihr Set mit „Verschlossenes Lachen“ von ihrem Debütalbum „Hand aufs Herz“. Frau Schmidt im senfgelben Flatterkleid machte dabei eine gute Figur und bewegte sich wie gewohnt barfuß und ausnehmend niedlich über die Bühne. Weiter ging es mit „3x Schnee“ und Maria hatte anscheinend nicht mit dem Wind gerechnet, der in Meernähe ja schon mal etwas kräftiger ausfallen kann, so dass ihr Kleid hochgewirbelt wurde, was sie aber nur mit einem breiten Lächeln quittierte. Es folgten „Rot“ und mit „Reykjavik“ mein Lieblingslied der Band. „Zum Tanz“ forderte die Fronterin dann via Megaphon auf und einige kamen dem auch nach. Allzu viel war aber zu dieser Uhrzeit noch nicht los, die meisten schliefen vermutlich noch ihren Rausch vom Vortag aus. Weiter ging es mit „Milchschaum“ und „Pandora (Kiss Miss Tragedy)“ und so langsam ging es damit auch schon wieder dem Ende zu. Nach dem schönen „Unsere Liebe – Ein Storch“, der aktuellen Single aus dem „Fabelweiss“ Album, gab es dann bei „Froschtod“ für alle Zuschauer noch mal die Möglichkeit mitzusingen und beendete so einen ausgesprochen launigen und sympathischen Auftritt.

Setlist CHAPEAU CLAQUE
Verschlossenes Lachen
3x Schnee
Rot
Reykjavik
Zum Tanz
Milchschaum
Pandora (Kiss Miss Tragedy)
25° C im November
Unsere Liebe – Ein Storch
Froschtod

P:LOT

Die nächste Truppe passte zumindest namenstechnisch gut zur gewählten Location. P:LOT (spricht „Piiiiilot“) ist eine 3-köpfige Schrammel Rock Truppe aus Köln, die aber bei Herrn Raabs Song Contest wohl mangels Alternativen für das Saarland angetreten ist. Dort eher in den hinteren Regionen platziert konnte man heute auf der Water Stage ganz ohne Druck vor einer ordentlichen Zuschauermenge musizieren. Sänger Alexander ist Frisurentechnisch recht abenteuerlich unterwegs, musikalisch aber über jeden Zweifel erhaben und durchaus laberfreundlich. Über mangelnde Präsenz des Dreiers musste man sich auch keine Sorgen machen, so unterhielt Schlagzeuger Ben mit seinem Grimassenspiel und man baute auch eine nette, synchrone Percussion Einlage am vorderen Bühnenrand mit ein. Etwas kurios war allerdings die Setlist zusammengestellt. Neben einigen Songs vom neuestem Album „Mein Name ist“ wie etwa „Ihr Versuchungen“, „So oder so“ und „Nur einen Weg“ gab es diverse Cover Versionen auf die Ohren. So wurde beispielsweise „(Sittin‘ on) the Dock of the Bay“ von OTIS REDDING dem guten Wetter gewidmet (Jüngere kennen das Lied möglicherweise aus der Bacardi-Werbung) und eine Collage aus „Enter Sandman“ und „Personl Jesus“ kredenzt. Als krönenden Abschluss entschied man sich dann noch für die Darbietung von RADIOHEADs „Creep“, welche natürlich allen Anwesenden ein Begriff war, doch es stellt sich die Frage, warum man die nicht endlos lange Spielzeit nicht mit mehr eigenem Material auffüllte. Unterhaltsam war’s auf alle Fälle, also wollen wir keine weiteren unnützen Diskussionen führen.

EMIL BULLS

Die Bullen aus München waren an diesem Festival Samstag zweifelsohne die härteste Band und stellten ihre Metal Affinität auch gleich mit dem Intro unter Beweis: „The Crown and the Ring / Lament of the Kings“ von Mighty MANOWAR versetzte die Härtner unter den Anwesenden gleich in eine sakrale Stimmung, bevor ordentlich geschrotet wurde und das teilweise mit 3 Langäxten. Die Bewegungsfreude der Süddeutschen ist allgemein bekannt und so wurde auf der Bühne auch heftigst gemosht und geposed. Andy Bock hat unlängst Chrissy Schneider ersetzt, der ins Bordbüro von EISBRECHER gewechselt ist und somit möglicherweise mit seinen alten Kameraden anstossen konnte. Stichwort „anstossen“: Die jugendliche Fanschar ging nun vorne richtig ab, Crowdsurfer wurden gesichtet und auch eine kleinere „Wall of Death“ konnte initiiert werden. Ein harmloser Regenschauer sorgte so nur für Abkühlung, während die Combo Track wie „Newborn“ oder „Worlds apart“ schredderte. Als besonderes Bonbon enterte Braz von 4LYN zu „Smells like Rock ‚N‘ Roll“ die Stage, um gemeinsam mit Herrn von Freydorf diese liebliche Hymne zu intonieren. Und das endlich mal trockenen Fusses, was für eine Wohltat. Auf jeden Fall haben die EMIL BULLS auch auf „feindlichem“, norddeutschen Terrain mal wieder bewiesen, dass sie schon längst eine ernstzunehmende Metal Band sind!

DÚNÉ

Für viele Besucher schickte sich nun das erste grosse Highlight des Tages an, den Vorschlusslorbeeren gerecht zu werden. Zugleich handelte es sich auch um die erste ausländische Formation des diesjährigen Rock Festivals, wobei Dänemark ja nun nicht gerade eine Weltreise ist. Die Indie Rocker DÚNÉ haben einen fast Kometenartigen Aufstieg hinter sich, ihre Mischnung aus Elektronik, Gitarren und Spielfreude hat zu einer großen Anhängerschar geführt. Gleichwohl war es mir bislang nicht vergönnt, das Septett aus Skive einmal live zu erleben. Auf jeden Fall wurde es nun rappelvoll auf der rechten Anlage, was die Nordlichter nicht von einer agilen Show abhielt. Sänger Mattias ist des Deutschen nicht mächtig, dafür ist ihm der Rockstar Gestus schon perfekt in Fleisch und Blut übergegangen. Die Kommunikation übernahm der hauptamtliche Keyboarder Ole, der laut Bandkollegen schon „besoffen“ war, was ihn aber nicht davon abhielt, die Bühne seitlich empor zu klettern wie sein Kollege von POLARKREIS 18 am Abend zuvor. Ein besonderes Augenmerk lag auf der ebenso süssen wie spielfreudigen Anna Cecilie Dyrberg, die an Gitarre und Synthesizer eine gute Figur abgab und zudem zu allerlei neckischen Scherzen aufgelegt war. Mich würde auch mal interessieren, was Schlagzeuger Malte so für Mittelchen einwirft, seine Grimassen sind geradezu abenteuerlich zu nennen. Musik wurde natürlich auch noch gespielt: Die neue Single „Heat“ z.B. oder auch „Bloodlines“, „Repeat it“, „Final Party of the 21st Century“, „John Wayne vs. Mary Chain“, „Victim of the City“, „Dry Lips“ etc. „Go Go Valentina“ rundete das Ganze dann entsprechend ab und nun war auch mir klar, warum DÚNÉ derzeit im Indie Lager in aller Munde sind. Ein guter Schachzeug der Veranstalter!

SELIG

Weitergehen sollte es jetzt auf der Fire Stage mit einer Band, die sich gerade erst wieder zusammengefunden hat und vor wenigen Monaten, nach ganzen 12 Jahren Pause, ihr neues Album „Und Endlich Unendlich“ auf den Markt gebracht hat. Die Rede ist natürlich von SELIG und endlich sind sie wieder da. Das dachten sich wohl auch viele andere Zuschauer denn es wurde überaus voll vor der Bühne und auch ich freute mich sehr auf diesen Auftritt, gefällt mir die aktuelle Scheibe doch ausgesprochen gut und von Plewkas stimmlichen Live Qualitäten konnte ich mich ja schon im Rahmen eines TEMPEAU Auftritts überzeugen. Und dann ging es los, Jan enterte die Bühne in einer absolut engen und grellroten Hose, die wenig Raum für Phantasie übrig lies. Gestartet wurde mit „Ist es wichtig?“, ein Song, der im Jahre 1995 auf Platz 93 der deutschen Charts eingestiegen war. Mit „Schau Schau“ und „Du siehst gut aus“ folgten dann die ersten (und fast auch einzigen) neuen Stücke, bei denen Herr Plewka wie ein Irrer über die Bühne sprang. Insgesamt stand der charismatische Sänger wenig still während des gesamten Auftritts und das machte sich auch auf seinem Hemd bemerkbar… Weiter ging es mit „Sie hat geschrien“ vom ersten Album „Selig“ und „Bruderlos“, das zunächst nur als B-Seite auf der Single von „Sie hat geschrien“ enthalten war und später dann einen Platz auf dem Album „Hier“ finden sollte. Mit „Die alte Zeit zurück“ gab es dann zunächst wieder etwas Neues auf die Ohren“, bevor man sich wieder (fast) ausschließlich alten Titeln widmete. Ich muss ja zugeben, dass ich die älteren Sachen von SELIG weniger kenne und mir nur die Single „Ohne dich“ ein Begriff ist. Und die durfte natürlich zum Ende hin nicht fehlen. Jeder, der einen Partner dabei hatte konnte, sich jetzt eng an diesen kuscheln und diejenigen die gerade eine Beziehung hinter sich hatten, ihren Schmerz frei herausbrüllen. Ich genoss einfach und freute mich insgeheim schon auf den letzten Titel, der dann endlich wieder ein neuer und gleichzeitig die aktuelle Single war. „Wir werden uns wiedersehen“ knüpfte textlich gut an „Ohne dich“ an und bildete auch so einen schönen Abschluss eines schönen Konzertes. Ich freue mich schon darauf, die Herren im September in Bielefeld sehen zu dürfen und hoffentlich haben sie dort etwas mehr Spielzeit, um noch mehr (und auch neue) Lieder zu präsentieren.

Setlist SELIG
Ist es wichtig?
Schau Schau
Du siehst gut aus
Sie hat geschrien
Bruderlos
Die alte Zeit zurück
Mädchen auf dem Dach
High
Die Besten
Lass mich rein
Arsch einer Göttin
Ohne dich
Wir werden uns wiedersehen

SMOKE BLOW

Jetzt zu einer Band, von der ich bis dato kaum Notiz genommen hatte. Zumindest die Titel klingen teilweise recht abenteuerlich und Untote scheinen ein großes, wenn nicht sogar DAS Thema bei SMOKE BLOW zu sein. Warum ich von dieser Formation bisher noch nie bewusst etwas gehört hatte, erklärte sich dann aber von selbst, als die Herren um Frontsau Jack Letten die Bühne enterten und mit „Zombie aufm Klapprad“ loslegten. Gebrettere vom feinsten – nur leider nicht meins. Was SMOKE BLOW jetzt in keinster Weise abwerten soll. Ihr Auftritt machte durchaus Spaß und man spielte sich einmal quer durch die gut 12jährige Bandgeschichte. So hauten uns die Kieler Titel wie „Dark Angel“, „Dancing with the Dead“, welches übrigens einer Ex-, Ex-, Ex-Freundin gewidmet wurde und „Satan´s Highway“ um die Ohren und mir gefiel, dass die Truppe sich anscheinend selbst nicht so ganz ernst nimmt. So wurde auch immer mal wieder eingestreut, dass man ja gegen “Weltstars” wie SELIG im Grunde genommen nicht anstinken könne, man es aber dennoch versuche… Sympathisch in jedem Falle. Immerhin durfte man im Jahre 2008 zwei Konzerte der „Machmalauter“-Tour der TOTEN HOSEN supporten. Mit „Junkie Killer“ ging es dann auch schon wieder dem Ende zu, aber ein kleines Schmankerl hatte man für die Zuschauer noch parat und so präsentierte man eine aufgemotzte Version von BILLY IDOLs „Rebel Yell“, die gut abging und sogar mir ausgesprochen gut gefiel. Da noch etwas Zeit war, gab es dann noch „Criminal“ vom aktuellen Album „Colossus“ auf die Ohren, bevor dann endgültig Schluss sein sollte.

Setlist SMOKE BLOW
Zombie aufm Klapprad
Dark Angel
?
Unbroken
Dancing with the Dead
Swamp Creature
Satan´s Highway
Sick Kid 85
?
Junkie Killer
Rebel Yell (BILLY IDOL)
Criminal

THE STREETS

Weiter ging es auf der Fire Stage mit dem Engländer Mike Skinner und seiner Band THE STREETS. In Deutschland bekannt geworden mit dem 2004er Album „A Grand Don’t Come for Free“ und den drei Singles, die auch in die einheimischen Charts einsteigen konnten. Danach schafften es nur noch die beiden Alben „The Hardest Way to Make an Easy Living“ und „Everything Is Borrowed“ in die Ranglisten, wobei man im UK damit weitaus erfolgreicher war als hierzulande. Dennoch freute ich mich auf den Auftritt, denn der etwas außergewöhnliche Rap Stil des Briten gefällt mir ausgesprochen gut und auch bei mir zu Hause laufen einige seiner Titel des Öfteren mal. Doch zuerst gab es etwas Irritationen, da ein farbiger Herr mit Dreads die Bühne enterte, anfing zu singen und ich doch eigentlich in Erinnerung hatte, dass Herr Skinner von weißer Hautfarbe ist. Doch dies klärte sich kurz danach, als Mike in kurzen Hosen, gelber Steppweste und riesigen Kopfhörern um den Hals auf die Bühne schlenderte und „Let´s push things forward“ anstimmte. Man legte also gleich mit einem Hit los und auch das folgende „Fit but you know it“ gehörte wohl in diese Kategorie. Immerhin konnte man so das Publikum schnell auf seine Seite ziehen und auch die witzigen Ansagen zwischen den Titeln taten ihr übriges. Weiter ging es mit den zwei aktuelleren Titeln „The Escapist“ und „Everything is borrowed“ vom gleichnamigen 2008er Album, welches es in Deutschland immerhin noch auf Platz 58 der deutschen Album Charts brachte (Wikipedia sei Dank). Faszinierend finde ich dieses näselnde und leicht schleppende Englisch von Herrn Skinner, das machte allerdings einige Ansagen und Lieder schwer verständlich. Aber irgendwie gehört das dazu und seine Musik wäre wohl ohne diesen Habitus weit weniger spannend. Dennoch machten wir erstmal einen kleinen Spaziergang über das Festivalgelände und wärmten uns ein wenig im Zelt auf, da jetzt auf der Bühne nicht so wahnsinnig spannende Sachen passierten. Doch pünktlich zu „Dry your eyes“ hatten wir uns vor selbiger wieder eingefunden und bekamen so noch das schöne „Too late“ zu hören und das abschließende „Blinded by the lights“. Dafür dass man von THE STREETS schon seit geraumer Zeit nichts mehr gehört hatte, legten sie einen würdigen und sehr gefälligen Auftritt hin. Gerne mehr davon.

Setlist THE STREETS (ohne Gewähr)
Let´s push things forward
Fit But You Know It
The Escapist
Everything is borrowed
Turn the page
Don´t mug yourself
Heart
Weak become heroes
Never went to church
Edge of a cliff
Heaven for the weather
Dry your eyes
Too late
Blinded by the lights

APOPTYGMA BERZERK

Nun wurde der gotische Teil des Abends eingeläutet, denn mit APOPTYGMA BERZERK und ASP standen gleich zwei entsprechende Genrebands auf dem Programm. Auch wenn man mit diesen beiden Formationen eher auf Massentauglichkeit gesetzt hatte, freute ich mich diese beiden Shows sehen zu können. Mit APOPTYGMA BERZERK hatte ich zwar dieses Jahr schon das Vergnügen, aber trotzdem immer wieder gerne. Schade eigentlich, dass ihnen nur 40 Minuten Spielzeit zugedacht wurden, hätte ich die Herren aus Norwegen doch gerne noch etwas länger gesehen. Immerhin hielten sie sich nicht mit langen Ansagen auf, sondern versuchten die Spielzeit gut zu nutzen und so viele Songs wie möglich rauszuhauen. So begann man mit dem älteren „Starsign“ und die Zuschauer, welche sich eigentlich recht zahlreich eingefunden hatten, machten von Anfang an Stimmung. Die Band zeigte sich aber auch ausgesprochen spielfreudig und voller Energie (so weit man das bei dem zunächst kaum vorhandenen Bühnenlicht sehen konnte, und das nach einem ausgiebigen Lichtcheck, Anm. des mitgereisten Fotographen). Es folgten „You keep me from breaking apart“, der Kracher „In this together“ sowie „Mercy Kill“, allesamt vom „You and me against the world“ Longplayer. Inzwischen hat man ja mit „Rocket Science“ schon wieder ein neues Werk am Start und von diesem gab es dann auch gleich „Shadow“ und „Apollo (Live on your TV)“ auf die Ohren. Im Großen und Ganzen konzentrierte man sich also eher auf die neueren Stücke, von denen einige vielleicht auch dem gemeinen Festivalbesucher bekannt gewesen sein dürften, ohne jetzt zu sehr in der Szene verhaftet sein zu müssen. Es folgten „Shine on“, bei dem noch mal alle kräftig mitsingen konnten und immerhin hatte man sich für den Abschluss mit „Until the end of the world“ einen alten Klassiker aufgehoben, der auch bei mir sofort Anklang fand. Erinnerte mich dieser doch an meine ersten schwarzen Discobesuche. Schade, dass es dann aber so schnell wieder vorbei war, ich hätte gerne noch das ein oder andere Stück mehr gehört. Vielleicht dann beim nächsten Mal. Immerhin freute ich mich auch auf den folgenden Auftritt der Herren von ASP.

Setlist APOPTYGMA BERZERK
Starsign
?
You keep me from breaking apart
In this together
Mercy Kill
Shadow
Apollo (Live on your TV)
Shine On
Until the end of the world

ASP

ASP hatte ich zuletzt auf ihrer Akustiktour im letzten Herbst gesehen und freute mich jetzt natürlich, mal wieder ein Rockset von ihnen auf Augen und Ohren zu bekommen. Und natürlich war da auch die Hoffnung auf den einen oder anderen neuen Titel, wenngleich das neue Album nicht wie versprochen im Herbst fertig sein wird. Immerhin will man die Fans dann mit einer Double-Feature Single/ EP beglücken und bei Laune halten. Aber nun ging es endlich los, das Backdrop mit dem riesigen Schmetterling wurde schon verheißungsvoll angestrahlt und es wurde gemunkelt, dass es diverse Pyroeffekte geben sollte. Und so war es dann auch. Man legte mit „Ich bin ein wahrer Satan“ los und als Herr Spreng dann seinen großen Auftritt hatte, ging ein wahrer Funkenregen auf der Bühne nieder. Passte natürlich richtig gut zum Song und ich war jetzt schon beeindruckt von der Show, die ASP da auffuhren. Da kann man nur gespannt sein, was die Band auf der Tour im Herbst noch alles für Überraschungen parat hat. Weiter ging es mit „Duett – Minnelied der Incubi“ und dem treibenden „Kokon“. Man konnte sehen, dass die ASP Fans in den vorderen Reihen richtig mitgingen, die vermutlich zum Teil eigens dafür angereist waren. Den Damen und Herren neben mir (deutlich weiter hinten) hingegen sagte das Dargebotene wohl nicht ganz so zu, denn sie fabrizierten laute „Halt den Mund“-Sprechchöre. Zum Glück verzogen sie sich recht schnell, als ihr Bier zur Neige ging. Und jetzt kam das Highlight des Abends, man spielte ein neues Stück namens „Wer sonst?“. Premiere feierte dieses übrigens auf dem diesjährigen BLACKFIELD FESTIVAL. Und um es ganz einfach zu sagen: Es klang nach ASP, es roch nach ASP und es schmeckte nach ASP. Es folgten „Sanktus Benedictus“ und „How far would you go“ und ich finde es eigentlich schade, dass Herr Spreng seine älteren Werke, insbesondere die ersten zwei, immer ein wenig wie ungeliebte Stiefkinder behandelt und nur wenige Stücke davon spielt, obwohl sich darauf durchaus die ein oder andere Perle befindet. Immerhin gab es mit „Und wir tanzten (Ungeschickte Liebesbriefe“ und „Besessen“ zwei Titel davon auf die Ohren und inzwischen hatte sich auch der Sound gebessert, welcher zu Anfang doch eher mies war, wodurch man Alexander kaum verstehen konnte. Zum Abschluss des offiziellen Sets gab man noch „Denn ich bin der Meister“ vom aktuellen „Zaubererbruder – Der Krabat Liederzyklus“ und das obligatorische „Schwarzes Blut“ zum Besten und die Zugaberufe ließen dann auch nicht lange auf sich warten. Natürlich ließ man sich dann auch zu dieser hinreißen und es gab noch „Krabat“, eins meiner Lieblingslieder, zu hören. Aber ein Song fehlte da natürlich noch und gehört zu jedem guten ASP Konzert. Natürlich „Ich will brennen“. Dies wurde dann auch gleich noch mal für weitere Pyroeffekte genutzt und so schossen jeweils bei der Textzeile „Ich will brennen“ riesige Flammenfontänen aus dem Bühnenboden. Was ein Spektakel und auf jeden Fall ein Hingucker. Dann war aber Ende und ich freue mich jetzt schon sehr auf die Tour im Herbst. Auch wenn ich das schon mal weiter oben erwähnt habe. Da bin ich Fan.

Setlist ASP
Ich bin ein wahrer Satan
Duett – Minnelied der Incubi
Kokon
Wer sonst?
Sanktus Benedictus
How far would you go
Und wir tanzten (Ungeschickte Liebesbriefe)
Besessen
Denn ich bin der Meister
Schwarzes Blut

Krabat
Ich will brennen

GROSSSTADTGEFLÜSTER

Nun kamen wir zur letzten Band des Abends, denn NORTHERN LITE, so gerne ich sie auch gesehen hätte, hatten wir inzwischen aus unserem Programm gestrichen. Dafür war es uns einfach zu kalt, die Füße und das Kreuz schmerzten und irgendwie war mir mehr nach einer Dusche, einem Bett und viel Schlaf. Man ist ja auch nicht mehr der bzw. die Jüngste. Und so waren damit GROSSSTADTGFLÜSTER unser Abschluss des Tages. Hatten wir sie im letzten November noch hautnah auf unserem eigenen Festival erlebt und uns bereits während des SELIG Auftritts kurz mit dem Trio unterhalten, stand die Kombo aus Berlin nun auf der Bühne und sollte den Festivalbesuchern noch mal so richtig einheizen. Ganz in weiß hatte man sich dort eingefunden und hätte somit gut zu POLARKREIS 18 am Vortag gepasst. Los ging es mit „Komm schon“ und man rockte damit gleich ordentlich nach vorne. Der Elektropop kam beim Publikum sichtlich gut an und stellenweise ging man richtig ab. Weiter ging es mit „Fehler“, welches ich aufgrund des Textes sofort ins Herz schloss und „Lebenslauf“, was die Stimmung weiter zum kochen brachte. Inzwischen war uns auch unsere organisierende Terrorkollegin über den Weg gelaufen und man konnte noch ein kurzes Pläuschchen führen, während im Hintergrund GROSSTADTGEFLÜSTER noch Lieder wie „Overdressed & Underfucked“ oder „Bassboxx“ zum Besten gaben. Zum bekannten „Ich muss gar nix“ machten wir uns dann aber auf den Weg Richtung unseres fahrbaren Untersatzes, denn wir waren wirklich erschöpft und mussten dringend ins Hotel. Ja ja – Weicheier halt.

Dort angekommen wurde geduscht, noch ein wenig TV geschaut und dann innerhalb weniger Minuten das Reich der Träume angesteuert. Immerhin stand noch ein anstrengender dritter Tag auf dem Plan samt 3 1/2 stündiger Heimfahrt. Da kann ein wenig Ruhe nicht schaden, der zweite Deichbrand-Tag hatte inhaltlich indes kaum etwas zu wünschen übrig gelassen und auch das Wetter war fast perfekt!

Copyright Fotos: Karsten Thurau

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