Konzert Filter

DELLÉ – REEFER MADNESS

Ort: Dortmund - FZW

Datum: 17.12.2009

Während es an diesem Donnerstag temperaturmässig weit unter die Null Grad ging, draußen der Schnee vor sich hinfiel und für weiße Weihnachtsstimmung sorgte, wartete am Abend im FZW in Dortmund die denkbar unpassendste Veranstaltung zum eben beschriebenen Wetter. Doch wer so langsam keine rot gekleideten Herren mit weißen Bärten mehr sehen konnte und vielleicht auch mal Musik ohne nervig bimmelnde Glöckchen hören wollte, war bei DELLÉ genau richtig aufgehoben. Als letzter der drei SEEED-Sänger hatte DELLÈ vor kurzem sein Soloalbum „Before I grow old“ veröffentlicht und der Abend in Dortmund war bereits das Abschlusskonzert seiner Tournee. Als Vorband konnten sich Newcomerbands für jedes Konzert der Tour bewerben und wurden dann im Netz von den Fans gevotet.

Gesiegt hatten für Dortmund REEFER MADNESS aus Recklinghausen und diese stürmten mit 9 Leuten auf die ausreichend große Bühne des FZW. Ganz um die Farbe rot kam man an diesem Abend dann doch nicht, präsentierten doch REEFER MADNESS ihr neues Bühnen-Outfit im Einheitslook mit karierten Armyhosen und roten REEFER-MADNESS Shirts. Mitgebracht hatte man einen Haufen Fans, die sich dann auch sogleich lautstark bemerkbar machten. Insgesamt war das FZW an diesem Abend, wohl nicht zuletzt wetterbedingt, allenfalls zu zwei Dritteln gefüllt. Der Stimmung tat das aber bereits zu Beginn der Vorband keinen Abbruch. Die deutschen Songs der Recklinghausener konnten durchweg begeistern, die Mischung aus Reggae, Dancehall, Dub und Ska war bestens gewählt und als man dann noch kleine Handtücher massenhaft ins Publikum warf, hatte man die Gewissheit, diese bei jeder etwas schnelleren Passage über den Köpfen kreisend bewundern zu dürfen. Bei einer so großen Anzahl von Musikern wirken synchron einstudierte Tänze immer bestens und damit konnten auch REEFER MADNESS überzeugen und wurden dafür am späteren Abend dann auch noch von DELLE gelobt (auch wenn dieser sich die Bemerkung nicht verkneifen konnte, dass man wohl bei SEEED etwas abgeschaut habe). Wenn man Coverversionen einbaut, kann man sicher eine schlechtere Wahl treffen als „Seven nation army“. Wenn man sichergehen will, dass das Publikum lautstark mitmacht ist der Song eine sichere Bank. Ein durchweg gelungener Auftritt und ein guter Anheizer für DELLÉ.

Setlist REFER MADNESS
Intro
Feuer
Seid laut
All in
Nicht so schlimm
Bullit
Seven Nation Army
Reefer Riddim
Heiss
Pommes
Ready fi Bashment

Nach kurzer Umbaupause kam dann auch DELLÉ mit seiner Band auf die Bühne. Zahlenmässig war man der Vorband um genau eine Person überlegen. Wenn auch der Zuschauerraum an diesem Abend hätte etwas kleiner ausfallen können, die Bühne sicherlich nicht. Es dauerte nur wenige Takte, da war der Winter vor den Türen des FZW vergessen und man konnte zumindest gedanklich für die nächsten 1.75 Stunden auf Sommer umschalten. Nach einem kurzen Intro begann DELLÉ sein Set mit „Fly away“ und „Bad vibes“ und machte das Publikum langsam warm. Begleitet von Percussions, Bläsern und großartigem Background-Sänger sowie einer stimmlich wie körperlich gewaltigen Sängerin, die dann sogleich mit einer Einlage des DAWN PENN Überhits „No,no, no, you don’t love me and I Know now“ begeistern konnte. DELLÉ selbst war auch mehr als begeistert bei der Sache und dankte dem Publikum den ganzen Abend über für ihre Unterstützung. Sicher wird er nicht so durchstarten wie sein Kollege PETER FOX (diesen Vergleichen wird er sich wohl immer stellen müssen, wenn auch sowohl Musik als auch Zielgruppe der Solo-Projekte keinesfalls vergleichbar sind) aber dennoch ist DELLÉ auch bei nicht ausverkauften Konzertsäalen dankbar für jeden Fan und umgekehrt singen und tanzen dafür auch alle Fans den kompletten Abend über mit und spendeten enthusiastischen Applaus. Nicht nur bei DELLÉs erster Single „Pound power“ kamen dann die Handtücher von REEFER MADNESS wieder zum Einsatz und ergaben ein wunderbares Bild, das DELLÉ strahlen ließ. Das gilt auch für private Dinge, die er in seiner Musik verarbeitet und die er dem Publikum gern erklärte, z.B. als er den Song „You’re why I wake up“ seiner kleinen Tochter widmete. Ein weiterer Höhepunkt der Show war der aktuelle Cover-Hit „Power of love“, von FRANKIE GOES TO HOLLYWOOD, dessen grandiose Umsetzung auch live alle begeistern konnte. Besonderen Applaus gab es dann zum Ende des regulären Sets, als er erklärte, er wolle Schluss machen mit den Gerüchten um die Zukunft von SEEED. Die Band gäbe es nach wie vor und 2010 ginge es weiter und man würde auch wieder live zu sehen sein. Details ließ er noch offen, aber die Nachricht an sich reichte, um für großen Jubel zu sorgen.

Nach 80 Minuten war dann auch der reguläre Teil vorbei, natürlich kam die Band, aber noch einmal für Zugaben auf die Bühne zurück, so wie es das Publikum lautstark forderte. DELLE begann dann allein mit seiner Gitarre ein SEEED-Medley, in das die Band später einstimmte und schloss dann mit „Coming home“ auch die Zugabe ab. Doch auch das schien nicht zu reichen und so ließ sich die Band dann noch zu einer letzten Zugabe, „I am leaving“ überreden, bevor es dann doch keinen weiteren Aufschub mehr gab und man zurück in die winterliche Kälte Dortmund musste.

Setlist DELLÉ
Intro
Fly away
Bad vibes
You girl
Waiting on the world
Thou shall not
Be my girl
Aswad
I would fly
Pound power
Cry out „Pull up“
Cry Out
Das Modell Dub
Do your thing
You´re why I wake up
Head over heals
Power of love
Family thing
Before I grow old
SEEED Medley
Coming home

I am leaving

Copyright Fotos: Karsten Rzehak

Es ist noch kein Kommentar vorhanden.

Hinterlassen Sie einen Kommentar.

Mehr zu DELLÉ auf terrorverlag.com

Mehr zu REEFER MADNESS auf terrorverlag.com