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DEMON HUNTER – TODAY FOREVER

Ort: Köln - Underground

Datum: 05.11.2010

„Göttlich“, um die erste theologische Plattitüde schon mal zu Beginn zu bemühen zum Start eines Berichtes eines (DES!) Konzertes einer christlich orientierten Metalcore-Band. Aber zu DEMON HUNTER und den ihnen zu Recht gebührenden Superlativen später mehr. Erstmal ein riesiges DANKESCHÖN (ironisch gemeint selbstverständlich) wieder an unsere speziellen Freunde von der DB, welche es auch an Tagen mit normalem Wetter schaffen, Züge so verspätet fahren zu lassen, das man wiederholt, wie auch an diesem Abend, den ersten Support verpasst.

Jener war wohl die Mönchengladbacher KinderCore Krabbelgruppe ELEONORE, und wenn man sich deren Myspace-Seite anschaut, darf man sich eigentlich darüber freuen, verspätet gewesen zu sein. Auch nicht wirklich viel positiver fällt die Wertung des zweiten Supports aus, zu dessen Auftakt man pünktlich das größere Wohnzimmer, welches die „Halle“ des Undergrounds ausmacht, betrat. Im Großen und Ganzen wurde zwar zu ordentlichem Sound viel geschrien und geschwitzt von TODAY FOREVER, aber bei mir kam Nichts an. Man hat sich zwar die Genre-typischen Posen bei den Großen schon recht gut abgeschaut und wurde von einer Handvoll Leute (evt. auch ein paar mehr) abgefeiert, aber meine Baustelle ist diese Art von Musik (von alten Männern gespielter „new-school“ Hardcore mit Pop-Appeal) nur bedingt und daran änderten auch die 5 aus Kassel kommenden Musikanten nichts. 5-wöchige US-Tour hin oder her, die mehrstimmigen Melody-Vocals waren trotzdem fast immer schief…

Dann mal nach dem mauen Einstieg in das Event (man fragt sich rückblickend: wer sucht eigentlich für ein solches Gastspiel einer solchen Band die Supports aus? So viele coole, geile Acts und man kommt ausgerechnet auf die 2, die man in Köln anbietet? Da kann doch was nicht stimmen… ganz schlimm) mit Riesen-Schritten zum Headliner, und nie war der Qualitätsunterschied zwischen Vorband(s) und Hauptattraktion so klar wie am 5.11.2010 im Underground zu Köln. Ob es göttliche Fügung war, dem Beistand von Oben zu schulden? Egal, Seattle’s finest 5 kamen, schauten böse und siegten. Nach kurzem Intro drischte man ein Start-Duo (u.a. „LifeWar“) ins hungrige Volk, welches zu glasklarem druckvollem Sound extrem steil ging. Knapp 200 füllen so nach und nach die Halle und begleiteten das Ami-Quintett auf einer weiteren verdienten Station ihres ersten Europa-Siegeszuges nach fast 8 Jahren/ 5 Studioalben. Der beleibte Drummer Yogi trieb von seinem spartanischen Kit aus die Truppe von Showhöhepunkt zu Showhöhepunkt, waren es nun Brecher wie „Storm The Gates Of Hell“ oder die eher ruhigeren Momente (Gänsehaut!) wie beim Ober-Hammer „Carry Me Down“. Eigentlich egal, welche Schaffensphase oder welchen Härtegrad die Christen bedienten, fast ALLE Besucher sangen oder schrien ALLES(!) mit, Band und Fans peitschten sich gegenseitig hoch und keiner wird unglücklich das Underground verlassen haben. Warum auch? Endlos energetisch zelebrierter „Christian“ Metalcore macht gute Laune, und wer Band-Hits wie „Undying“, „Collapsing“ oder „My Heartstrings come undone“ in der Hinterhand hat, kann nur gewinnen. Wenn man die Augen schloss, hatte man abwechselnd den Eindruck, man würde entweder einer PANTERA, SOILWORK (die guten, also zu früheren Zeiten) oder aber SLIPKNOT-Performance beiwohnen. Ja, so gut war es und besser. Ok, anfangs wackelte bei Sänger Ryan mal der eine oder andere hohe Ton, aber man fing sich und brachte das Ding schnell auf Kurs Richtung Start-Ziel Sieg… mit den Zwischenstopps „Not I“, „Infected“ (vom Debüt!) , „Not Ready to Die“ oder „Tie this around your Neck“. Bin immer noch beseelt und hoffe, der nächste BRD-Besuch lässt diesmal nicht so lange auf sich warten. 10 von 10 Rosenkränzen.

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