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DEMONICAL – FERAL – ARROGANZ – GLORIA MORTI

Ort: Bad Oeynhausen – Black Sabbath

Datum: 06.05.2011

Schönes, sommerliches Wetter und das Wochenende vor der Tür, wenn das keine guten Voraussetzungen sind, sich auf den Weg ins beschauliche Bad Oeynhausen zu machen, um den schwedischen Death Metal-Meistern DEMONICAL auf ihrer Club-Tour beizuwohnen? Das dachten sich dann überraschenderweise allerdings nicht all zu viele Todesblei-Anhänger, denn gerade mal rund 50 Nasen fanden die Weg in den urige Biker-Kneipe, in der sich übrigens der Gremium Motorcycle Club (einer der größten Clubs weltweit) gelassen hat. Das ist natürlich bei einer Band von der Qualität DEMONICALs eine ganze Ecke zu wenig. Daher konnte man nur hoffen, dass es dennoch ein guter Abend werden würde!

Den an so einem Abend besonders undankbaren Job des Openers übernahmen die Finnen GLORIA MORTI, die mit ihrem letzten Album „Anthems of Annihilation“ bei uns zu Recht nicht gerade schlecht wegkamen. Die Frage der Live-Umsetzung, vor allem in einer kleinen Location mit kleiner Bühne, stellte sich bei der technisch doch versierten Band recht deutlich. Und so kam es dann auch, wie man es befürchten musste. Der Sound kam über den Matsch-Status nicht wirklich raus, die Gitarren rotierten verwaschen und die Drums undifferenziert. Dazu die brachiale musikalische Ausrichtung, die an sich Fans von BEHEMOTH und ZYKLON ansprechen sollte, und alles versank in einer Flut aus Krach. Alleine die vereinzelten Samples, sowie der Wechsel von Screams zu Growls war gut auszumachen. Schon schade, sind doch Songs wie „Infiltration“, „Cuts from Gaia“ oder das abschließende „Chaos Archetype“ auf Platte sehr amtliche Keulen.

Die „Hellish Horde“ aus Cottbus versuchte dann ihr Glück. So bot das Black Metal-Trio ARROGANZ schon mal einen etwas besseren Sound, was vielleicht auch an den nun besser aufgebauten technischen Begebenheiten lag (bei GLORIA MORTI wurde z.b. die Bassdrum nicht abgenommen). Aber auch hier war eben dieser Sound alles andere als optimal. Und das kam auch den vielseitigen Black Metal-Songs nicht gerade gelegen. So hörte man allen voran die Bass-Lines und kaum Gitarre, während die Drums breiig vor sich hin ratterten. Wiederum schade, bieten ARROGANZ doch vielseitigen Black Metal mit Death-Einschlag, brettern nicht nur alles in Grund und Boden, sondern lassen den Songs Raum zu atmen und den Melodien Platz zur Entfaltung. Dennoch konnte man auch so schon das Potenzial erkennen, überzeugte Sänger/ Basser K durch versiertes Bassspiel und Gitarrist M durch eine gewisse Rock N’Roll-Attitüde. Auf jeden Fall eine Band, die man im Blick behalten sollte!

Angefangen haben FERAL eigentlich nur als Spass-Band. Umso erfeuerlicher ist die Tatsache, dass die Band nun kürzlich ihr Debüt „Dragged to the Altar“ an den Star gebracht hat, denn dieses bietet starken schwedischen Death Metal ohne große Spielereien! Und diesen gab es auch heute Abend auf die Ohren! Der Sound wurde wieder ein wenig besser und so konnten die Riffwände rollen, die Growls röhren, die Drums donnern und die Mähnen fliegen. Und immerhin taten dies nicht nur die Musiker auf der Bühne, sondern endlich auch mal die mittlerweile doch etwas näher gerückten Anwesenden davor! Dazu schien der sympathische Fronter Hook eh eine Froh-Natur zu sein, trank er doch selig sein Bierchen und flachste ein bißchen zwischen Songs rum. Dieser selbstbewusste Auftritt sorgte dann auch dafür, dass sich der ein oder andere nach dem Set die CD von FERAL am Merch-Stand zog. Auf alle Fälle eine gute Investition!

Mittlerweile war Mitternacht durch, als die schwedischen Death Metal-Master die Bühne lässig enterten. Fronter Sverker wirkt eh öfters, als hätte er grad einen geraucht und auch seine Kollegen lassen sich meist durch nichts so schnell aus der Ruhe bringen. Eigentlich ein Vierer-Pack haben DEMONICAL dieses Mal mit dem Uruguayer Pablo Magallanes (u.a. DESULTOR) einen 2ten Live-Gitarristen als Unterstützung für Johan Jansson am Start. Das zusammen mit dem nun deutlich besseren Sound sorgte für eine ordentliche Death Metal-Salve, bei der ein Brecher nach dem anderen folgte. Ob nun neue Songs wie das brutale „Ravenous“ und die Walze „All Will Perish“ oder das geniale „World Serpent“, diese Elchtod-Knaller sind einfach Klasse und so sah man vor der Bühne doch nun verstärkt die Matten rotieren! Auf selbiger war es aufgrund des Platzmangels natürlich etwas schwierig mit großer Action, aber davon und von der mauen Besucherzahl liessen sich DEMONICAL nicht abhalten, ihre Leidenschaft, den groovenden Death Metal, auszuleben. Da durften natürlich die Hits „March for Victory“, „Death Metal Darkness“ und „Götter des Nordens“ nicht fehlen.

So hatten Bands und Fans schlussendlich doch noch ihren Spaß und so einige Leutchen dürften sich zu Recht in den Arsch beissen, dass sie die Jungs live verpasst haben!

Setlist DEMONICAL
The Arrival of Armageddon
Return in Flesh
World Serpent
Ravenous
Unholy Desecration
All Will Perish
Black Inferno
Slain Warriors
Baptized in Fire
March for Victory
Death Metal Darkness
Götter des Nordens
Bow to the Monolith

Copyright Fotos: Michael Werneke

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