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DEVILDRIVER – BEHEMOTH – SCAR SYMMETRY

Ort: Bochum - Matrix

Datum: 30.10.2009

Neckbreakers Ball Tour 2009

Enttäuschend. Dieses eine Wort würde für mich den Konzertabend in der Matrix schon treffend und ausreichend umschreiben. Da es sich aber nicht um mich und meine Empfindung dreht, versuche ich mal mehr oder weniger „teilnahmslos“ die Auslöser für diese negative Wahrnehmung aufzählen. Beginnen wir mal mit der immer mehr um sich greifenden Unsitte, dass die auf Eintrittskarten aufgedruckte Anfangszeit quasi keine Gültigkeit hat und neuerdings scheinbar nur als grober Anhaltspunkt gelten soll. Somit war ich nicht der Einzige, der gehetzt kurz nach 19 Uhr nicht nur feststellen musste, dass er ARSIS komplett verpasst hatte, sondern dass auch schon SCAR SYMMETRY mitten im Set befindlich waren. Geht es denn noch? Ich denke, Veranstalter sollten mal schnellstens davon zurücktreten, solche Touren in Discotheken stattfinden zu lassen, welche – am besten vor 23 Uhr – normalen Diskobetrieb folgen lassen wollen. Zum gesehenen Rest-Gig von SCAR SYMMETRY: Man muss den 6 Herren live wie auch auf Platte größtes musikalisches Können attestieren. Mit einem eher mittelmäßigen Sound wurden Songs aller Schaffensphasen ins die Band anfeuernde Publikum geschossen. Einziger Minuspunkt: der Clean-Sänger! Sorry, aber wer den einzigen Band-Hit „The Illusionist“ so verhunzt… grausam. Ansonsten aber überdurchschnittlich.

Nicht wenige warteten dann auf DEVILDRIVER, aber das Backdrop zur „Evangelion“-CD machte in einer eher langen Umbaupause schnell klar, was nun über einen hinein brechen würde: The mighty BEHEMOTH. Von mir bisher noch nie live gesehen war ich voller gespannter Erwartung. Und jene wurden ganz schnell übertroffen. Mit einem für die eher als Krach-Röhre oder Lärm-Tunnel verschrieene Matrix unfassbar klaren und drückenden Sound sowie einer exzellenten Lichtshow pumpten die 4 Geschminkten vornehmlich Songs der letzten Alben ins steil gehende Volk, vergaßen aber auch ihre frühe Periode nicht. Dankbar wurde jede Granate dann auch bejubelt und mitgebrüllt. Für mich ganz klar Sieger des Abends, alleine wegen der von den anderen Acts in keinster Weise erreichten Ton/ Licht-Qualität. Danach folgte wieder eine längere Umbaupause, welche man dann mal zum Sichten des Merch-Angebots nutzte, was man aber nach 10 Sekunden kopfschüttelnd beendete. Denke bei einheitlichen Preisen von 20 (!) Euro für ein normales T-Shirt dürfte da an dem Abend nicht viel gegangen sein mit Umsatz.

Aber zurück zur „Musik“. Oder eher Lärm. DEVILDRIVER legten los, dass die Funken flogen. Aber nicht wenige schauten sich nach ein paar Minuten verdutzt an oder versuchten, imaginären Spontan-Ohrenschmalz aus dem Gehörgang zu popeln. Zu unglaublich war aber auch der Klangunterschied nach der majestätisch-klaren Darbietung BEHEMOTHs. DEVILDRIVER mühten sich und dem Großteil des jungen Publikums war’s scheinbar egal, aber mir verging nach der Hälfte des Sets die Lust, noch weiter Zeuge dieses Klangbreis zu sein und schlich enttäuscht in die Bochumer Nacht. Abschließend kann man wirklich nur den BEHEMOTH-Auftritt als sehr gelungen bezeichnen, den Rest noch wohlwollend als akzeptabel. Und über ARSIS kann ich persönlich dank der dubiosen Einlasszeiten-Politik ja leider nur mutmaßen, es wurde mir aber eher nur positives berichtet von ein Paar Glücklichen…

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