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DE/VISION – JANOSCH MOLDAU – LIFE ON MARS

Ort: Rostock - Mau-Club

Datum: 07.03.2009

Seit 20 Jahren gibt es die Elektro-Helden von DE/VISION nun schon und was eignet sich da nicht besser, als dieses Ereignis mit einer ausgiebigen Tour und einem rein elektronischen Set zu feiern. So stand letzten Samstag auch traditionell die Stadt Rostock auf dem Tourplan, wo die Konzerte der letzten Jahre Band und Publikum positiv in Erinnerung geblieben sind. Augenscheinlich waren besonders viele ältere Fans gekommen, um die geliebten, Elektronikstücke aus 20 Jahren Bandgeschichte zu genießen.

Jedoch standen vorher noch zwei spezielle Live-Acts auf dem Programm, darunter auch die aus Recklinghausen stammende Electro-Pop-Formation LIFE ON MARS. Das Duo bestehend aus Martin (Keyboard) und Thorsten (Gesang) hatte sich Live-Unterstützung in Form des REACTIVATE-Keyboarders Marc geholt und begann den schweren Job als erste Band des Abends. Noch etwas skeptisch beobachtete das Rostocker Publikum das Trio auf der Bühne, das mit „The Oceans stands still“ ein erfrischend eingängiges und tanzbares Stück präsentierte und einen überaus sympathischen Eindruck hinterließ. Auch der nächste Song „World without End“ konnte punkten und einige Besucher tanzten vor der Bühne. Die Band freute sich sichtlich über Applaus und Jubel. Mit „Losing your Silence“ folgte ein wunderbarer, melodiöser Titel mit echtem Hitpotential, der offensichtlich noch mehr Leute mitriss, denn der Applaus steigerte sich im Anschluss merklich. Das neue Stück „Stop killing Love“ beeindruckte mich durch seine Intensität und Torstens ausdrucksstarken Gesang. Mit dem härteren und treibenden „Suicide“ endete der gelungene Auftritt, belohnt durch einen herzlichen und verdienten Applaus. Auch wenn es Supportbands nicht immer leicht haben, LIFE ON MARS haben gefallen und bestimmt werde nicht nur ich sie im Auge und guter Erinnerung behalten.

Setlist LIFE ON MARS
Intro: Life on Mars Theme
The Ocean stands still
World without end
Crying unicorn
Losing your silence
Stop killing love
Suicide

Etwas zurückhaltender reagierte das Publikum bei dem nun folgenden Solokünstler JANOSCH MOLDAU, der mit seiner Gitarre, in goldiger Jacke und Kriegsbemalung die Bühne betrat. Der in Ulm lebende Künstler besitzt sein eigenes Label in Birmingham und ist bekannt für perfekte, elektronische Soundtüfteleien. Nach und nach vermochte Janosch das Publikum mit melodischen Klängen, Gitarrenriffs und dem mehr als beeindruckenden Gesang zu verzaubern. Ein bisschen extravagant, theatralisch, außergewöhnlich aber gefühlvoll erspielte er sich mit älteren und neuen Stücken aus dem Album „Motel Songs“ das Interesse und die Aufmerksamkeit des Publikums.

Nun dauerte es nicht mehr lange, bis endlich das Intro erklang und Thomas Adam auf einem Podest hinter dem Keyboard Stellung bezog. Sänger Steffen Keth folgte ihm kurze Zeit später im witzigen „Hauptstadtrocker“-T-Shirt unter Jubel und Applaus auf die Bühne. Ungewöhnlich war es schon, das Duo ohne Live-Drummer und Gitarristen auf der Bühne zu sehen. „Star-Crossed Lovers“ vom Album „Subkutan“ machte den Anfang und brachte den Mau-Club gleich auf Touren. Keine Spur mehr von Zurückhaltung. Die Leute drängelten sich bis dicht vor die Bühne und man hatte kaum Platz zum Tanzen. Immer mit einem Lächeln auf den Lippen und mit eigenwilligen, tänzelnden Bewegungen hatte Steffen das Publikum voll im Griff. Dieses feierte zu neueren Songs wie „What you deserve“ gleichermaßen ab wie zu älteren à la „Bleed me white“ und erwies sich als meist ziemlich textsicher. Thomas schien ebenfalls sehr angetan von der der Stimmung und gab den Takt vor, während er sich eine Zigarette nach der anderen ansteckte. Beide wirkten spielfreudig, sympathisch und aalten sich in den überaus positiven Reaktionen des Publikums. Ein Höhepunkt wurde bei dem Klassiker „Dinner without Grace“ erreicht, wo Steffen den Refrain kaum mitsingen musste. Auch das nachfolgende „Foreigner“ aus dem Jahr 2000 sorgte für Begeisterungsstürme. Es wurde zwar wenig kommuniziert, doch die hohe Anzahl an Hits ließ kaum Zeit zum Durchatmen. Erst nach 16 Stücken, darunter auch „I regret“ und „Your hands on my skin“, erklärte das Duo das Set für beendet und verschwand. Das Rostocker Publikum hatte aber noch keine Lust zu gehen, dafür war das bisher Gesehene einfach zu gut und so wurde ausdauernd nach Zugabe gerufen. Für das ruhige „Back in my Life“ kehrten Thomas und Steffen wieder zurück auf die Bühne. Schon die Anfangsklänge des nächsten Stückes sorgten für Aufregung, denn es gab bisher kein Rostocker Konzert, wo „Blue Moon“ nicht lautstark eingefordert wurde. Mit glücklichen Gesichtern genossen wir den Klassiker und belohnten beide mit überschwänglichem Applaus. Eine Zugabe reichte nicht aus und so betraten DE/VISION ein letztes Mal an diesem Abend die Bühne. Steffens Gesangskünste bei „Love will find a way“ konnten sich trotz fortgeschrittener Stunde und anstrengendem Programm hören lassen und abschließend rief er zum gemeinsamen Hüpfen zu „Try to forget“ auf, dem wir gerne nachkamen. Die letzten mobilisierten Kräfte wurden genutzt, um das sich verneigende Duo ausgiebig und ein letztes Mal begeistert zu umjubeln.

Die Auswahl der Songs, die tolle Stimmung und der perfekte Sound hinterließen zufriedene und glückliche Besucher, die mit Vorfreude auf die nächsten 20 Jahre DE/VISION blicken.

Setlist DE/VISION
Intro + Star-crossed lovers
Strange affection
What it feels like
Addict
What you deserve
Today’s life
Bleed me white
Moments we shared
Digital dream
Dinner without grace
Foreigner
Get over the wall
I regret
Drifting sideways
Your hands on my skin
Flavour of the week

Back in my life
Blue moon

Love will find a way
Try to forget

Copyright Fotos: Cathie Niemann

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