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DE/VISION – L.O.M. – SLAVE REPUBLIC

Ort: Rostock - Mau-Club

Datum: 01.04.2010

Ein konzertreiches Osterwochenende begann für uns schon am Gründonnerstag, wo sich wie (fast) in jedem Frühjahr DE/VISION angekündigt hatten, um ihr neues Album „Popgefahr“ vorzustellen. Nachdem wir von dem Werk mehr als begeistert waren, war die Vorfreude groß und wir kamen pünktlich im Mau-Club an, um auch die beiden Supportbands nicht zu verpassen.

Überraschenderweise machten SLAVE REPUBLIC den Anfang, die ihr Debüt „Electric One“ vorstellten. Die zwei eher unscheinbar, fast schüchtern wirkenden Herren namens Alec Fu und Alex Alice kennen sich schon einige Jahre, musizierten bereits früher zusammen und beschlossen nach einigen Jahren Pause, es noch mal mit der Musik zu versuchen. Der angenehme Indie-Electro-Pop schien auch dem bekannten Label Accession Records zu gefallen, welches das Duo prompt unter Vertrag nahm. Nachdem ich die teilweise sehr hoch gesungenen Töne und auch den Einsatz der Gitarren befremdlich fand, konnte mich der Song „Number Three“ schon mehr begeistern. Ich hatte den Eindruck, dass man auf und vor der Bühne auftaute. Stark 80er Jahre orientiert wippte und tänzelte man im Publikum zu „Less of me“ oder „Truth or Dare“. Dann schon beim letzten Song „My Maker“ angekommen, war (zumindest bei uns) das Interesse definitiv geweckt. Das klang eingängig, melodisch und der Refrain wollte nicht mehr aus dem Kopf gehen. Nachdem die CD zu Hause einige Zeit im Player rotierte, freuen wir uns nun richtig auf den nächsten Live-Auftritt von SLAVE REPUBLIC, die dann hoffentlich mit zunehmender Bühnenerfahrung noch mehr aus sich rauskommen.

Setlist SLAVE REPUBLIC
The Driver
Minimum Regret
Hadron Collider
Number Three
Choking/Drowning
Electric
Less of me
Truth or Dare
My Maker

Vor gut einem Jahr konnte man die nun folgende Supportband L.O.M. (LIFE ON MARS) ebenfall schon mal hier an der Küste im Vorprogramm von DE/VISION live erleben. In gleicher Konstellation mit Martin am Keyboard, Thorsten am Mikrofon und mit Unterstützung des Live-Keyboarders Marc (REACTIVATE) ging es mit einem ganz neuen Stück namens „Snowflakes“ los. Das Debütalbum mit dem Namen „Slow Eye Movements“ befindet sich derzeit in der Produktion unter Mitwirkung von Olaf Wollschläger. Das Rostocker Publikum schien sich an den letzten Auftritt ebenfalls zu erinnern und ging für norddeutsche Verhältnisse richtig gut mit. Die Freude über soviel positive Resonanz war dem Trio anzumerken, was es nur noch sympathischer machte. Die nächsten Stücke „The Ocean stands still“, „World without end“ und „Losing your Silence“ kannte ich bereits, wobei mir ganz besonders das zuletzt genannte gefiel. Thorsten steckte Emotionen und Stimmgewalt in den Song, während Martin links am Keyboard das Publikum zum Mitklatschen animierte. Nach dem brandneuen Song „Forward/ Rewind“ war es schon Zeit für „Suicide“ zum Abschluss. Wie auch im letzten Jahr konnten L.O.M. mit diesem tanzbaren Song punkten und genossen einen anerkennenden Applaus zum Abschied.

Setlist L.O.M.
Snowflakes
The Ocean stands still
World without End
Losing your Silence
Forward/ Rewind
Suicide

Noch eine gute Viertelstunde hieß es warten auf den Hauptact des Abends: DE/VISION. Das kürzlich erschienene Album „Popgefahr“ konnte bei mir deutlich mehr punkten als manch vorangegangene VÖ. Die kraftvollen Songs machen einfach gute Laune und so war ich umso mehr gespannt auf die Live-Wirkung und Umsetzung. Zum Intro und Bühnenauftritt wurden Steffen und Thomas herzlich empfangen und umjubelt. Es folgte mit „Until the End of the Time“ sofort ein neuer Song. Kein perfekter Einstiegssong für meinen Geschmack, da etwas zu schwermütig. Das Publikum war feierwütig und super drauf und wurde dadurch leider etwas gebremst. Viel besser war dann das starke und eingängige „mAndroids“. Steffen glänzte auf der Bühne durch seine tolle Stimme und ansehnliche Tanzperformance. Hinterher geschoben wurde noch ein weiterer neuer Song namens „Plastic Heart“, der schön treibend wirkte und sich zum Herumtänzeln gut eignete. Ich hatte nur ständig den Eindruck, dass das Publikum mehr wollte. Mehr Beats, mehr Energie, mehr Tanzbarkeit. Mit „Aimee“ ging es jedoch auch eher lauer zu. Druckvoller wurde es beim Klassiker „Strange affection“ und auch „What you deserve“ ging prima ab. Wirklich ein geniales Publikum, welches zahlreich erschienen war. Trotzdem konnte man sich entspannt und frei bewegen. Mir fehlte zwischen den Tracks ein bisschen mehr Interaktion seitens der Band, welche wie in den letzten Jahren kaum bis gar nicht auf die fordernden „Blue Moon“-Rufe reagierten. Mitsingen war nun angesagt beim Alltime-Favoriten „Try to Forget“, wo die Arme reihenweise in die Höhe schnellten. Ein sehr schöne Ballade namens „What´s love all about“ vom aktuellen Album brachte ein wenig Entspannung und wurde von „Flash of life“ abgelöst. Mit tollem Refrain, frisch, locker, leicht und eben poppig. Weitere Klassiker der mittlerweile schon als Urgestein geltenden Band wurden mit „I regret“ und „Your hands on my skin“ angestimmt, was wieder zu ganz großer Begeisterung im Publikum führte. Mein Lieblingsstück des neuen Albums „Time to be alive“ durfte glücklicherweise auch nicht fehlen. Auch grandios dann der letzte Song, bevor Thomas und Steffen getrennt voneinander die Bühne verließen: „Twisted Story“.

Als Zugabe dann endlich der Single-Erfolg „Rage“, der trotz eindeutiger DEPECHE MODE Erinnerung eine echte Perle des Albums darstellt. Wie sehr er gefällt, konnte man auch hier an den Reaktionen vor der Bühne sehen und hören. Nach „New Drug“ verschwand wieder zuerst Steffen und dann Thomas von der Bühne, so dass mir klar war, da kommt noch was. Ich sollte Recht behalten. „Ready to die“ und „Flavour of the week“ war dann zwar nicht das, was ich erwartet hatte. Denn für die letzte Zugabe hätte ich mir noch zwei richtige Knaller gewünscht, die ja zahlreich vorhanden gewesen wären. Aber mehr enttäuschte mich dann der Abgang des Duos, welches sich nicht zusammen auf der Bühne vor seinem genialen Publikum verneigte. Schade. Auch wenn es der Tourauftakt war und nach 7 Monaten Live-Abstinenz wenig Routine vorhanden war, gehört das für mich einfach dazu. Das Publikum wirkte trotzdem begeistert und applaudierte noch eine Weile bis das Licht anging.

Setlist DE/VISION
Intro + Until the end of time
mAndroids
Plastic heart
Aimee
Strange affection
What you deserve
Try to forget
What’s love all about
Flash of life
Love will find a way
Addict
I regret
Your hands on my skin
Time to be alive
Twisted story

Rage
New drug

Ready to die
Flavour of the Week

Copyright Fotos: Cathie Niemann

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