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DIARY OF DREAMS – A SPELL INSIDE

Ort: Bremen – Tivoli

Datum: 19.12.2014

Fünf Tage vor Weihnachten kann man die Innenstädte nach Geschenken durchstöbern, Weihnachtsmärkte unsicher machen, in die Plätzchen-Produktion einsteigen oder auf ein Konzert gehen. Ich habe mich für Letzteres entschieden und bin nach Bremen gefahren, wo erstmals DIARY OF DREAMS im Tivoli, dem kleines Ableger des alterwürdigen Aladins, spielten. Im März hatten die Dunkel-Rocker ihr elftes Studioalbum „Elegies In Darkness“ veröffentlicht und waren im Frühjahr bereits auf Deutschland-Tour, um im Anschluss die neue Platte europaweit auf Festivals und bei Clubkonzerten zu präsentieren. Das Jahr beenden Adrian Hates (Gesang), Gaun:A (Gitarre), Flex (Gitarre) und Dejan (Drums) jetzt mit ein paar Gigs in heimischen Gefilden, worüber sich auch die Fans in und um Bremen freuen konnten.

Mit dabei waren alte Bekannte, denn A SPELL INSIDE standen vor Jahren schon gemeinsam mit DOD auf einer Bühne. In dem ehemaligen Ballsaal, der insgesamt 700 Personen Platz bietet, zeigten sich bei ihrem Auftritt um 20.00 Uhr allerdings noch deutliche Lücken und die kühlen Hanseaten wollten auch erst einmal überzeugt werden und geizten mit Akklamationen und sonstigem Zuspruch, der sich beispielsweise in beifälliger Bewegung hätte ausdrücken können. Die beiden Gründungsmitglieder Michael Roeder (Mel Row) und Peter Kirchmeyer (Pe Kirk) wurden von Mar Cell am zweiten elektronischen Tasteninstrument unterstützt und servierten Electro-Pop, der nett anzuhören, aber auch nicht sonderlich spektakulär war. A SPELL INSIDE konnten in diesem Jahr 25-jähriges Bestehen feiern und taten dies mit einer Langrille namens „Autopilot“, von der Songs wie „Kampfbereit“, „Thorn“ oder auch die aktuelle Single „Ewig“ stammten. Aber auch altes Material wie „Boundary“ hatten die Herrschaften in petto und brachten damit ein gerüttelt Maß an Goth-Synthie-Pathos zu Gehör. Mit „Windstärke 10“ drückte das Trio dann erneut aufs Gaspedal und zum finalen „Wrong Spell“ durfte auch noch einmal getanzt werden. Weil Weihnachten vor der Tür stand, gab’s zudem noch Geschenke: Jeder, der am Merch A-SPELL-INSIDE-Stuff kaufte, erhielt zusätzlich einen Download-Coupon für die bereits erwähnte Single und der 1.000ste Facebook-Freund Sascha durfte sich über ein kühles Bier freuen, nachdem ihm das Liken bereits eine Einladung zu diesem Konzert verschafft hatte.

Setlist A SPELL INSIDE
?
Kampfbereit
Keener
Ewig
Thorn
Boundary
Windstärke 10
Wrong Spell

Nun hieß es jedoch zunächst einmal schnell die Bühne für die Hauptakteure des Abends zu präparieren. Das große Backdrop hing ja bereits und auch Dejans Schießbude war schon vorab in Position gebracht worden. Nachdem dann auch die speziellen DoD-Mikrofonständer ihren Platz gefunden und die Technik korrekt verkabelt war, konnte es kurz nach 21.00 losgehen: DIARY OF DREAMS enterten die Stage und legten mit „House of Odds“ vom aktuellen Silberling gewohnt knackig los. Vorweihnachtlichte Besinnlichkeit lag dem Vierer an diesem Abend ganz offensichtlich nicht am Herzen, denn es wurde ordentlich gerockt – wozu bei der Formation um Mastermind Adrian Hates natürlich immer auch jede Menge Emotionen zählen. Deshalb ging „Nekrolog 43“ vom gleichnamigen Longplayer aus 2007 auch durch und durch. Flex wurde bereits nach zwei Stücken zu warm, weshalb er sich schnell seiner Jacke entledigte und auch die Zuschauerschaft, die inzwischen die Konzertstätte gut füllte, war in Fahrt gekommen. Gemeinsam wurden die krachenden Sounds von „Malum“ und das druckvolle „Haus der Stille“ abgefeiert – wobei von einem „Haus der Stille“ selbstverständlich in diesem Moment keine Rede sein konnte. „The Wedding“ legte noch einen oben drauf und mit „Mein-Eid“ ging es Schlag auf Schlag weiter. Dank „StummKult“ war erneut ein frischer Track an der Reihe, der eifrig beklatscht wurde, ehe Gaun:A mit seiner durchdringenden Stimme mehrfach „Psycho-Logic“ skandierte und so eben dieses eindringliche Lied vom 2004er „Nigredo“ einläutete. Auf der Setlist stand nunmehr ein Lieblingssong des Bandleaders, bei dem das Tempo ein wenig rausgenommen wurde: „Daemon“ büsste deshalb nichts an Druck ein und kam gut bei den Nordlichtern an, die sich als nächstes über das selten live gespielte „Killers“ freuen durften. „Dogs of War“ und „Butterfly:Dance!“ wurden eifrig mitgeklatscht, was erst recht für den Klassiker „King of Nowhere“ galt, der mit fetten Gitarren einherging. „Undividable“ ließ sich da ebenfalls in keiner Weise lumpen und derart in Fahrt gekommen, beschloss „A Dark Embrance“ das reguläre Set nach etwa 85 Minuten mit viel Wumms.

Nach einem ganz kurzen Besuch im Off kehrte der Vierer ins diffuse Rampenlicht zurück und ging erneut in die Vollen, wobei „Kindrom“ zweifellos das Highlight des ersten Zugabenblocks war. „O’Brother Sleep“ lud nach einem weiteren Break nochmals zum Tanzen ein und auf der Zielgeraden war dann auch Zeit für die ganz großen Gefühle: „A Day In December“ passte da nicht nur kalendarisch gut ins Bild und wurde zudem den Gästen aus Russland gewidmet, wo DOD übrigens über eine ansehnliche Fanbase verfügen und im November gerade auch live unterwegs waren. Zum grandiosen Finale stand gegen 23.00 Uhr mit „Requiem“ dann noch einmal das ganz große Emo-Besteck auf dem Programm; hätte die Band mir noch ein Geschenk machen wollen, wäre zusätzlich noch „Traumtänzer“ performt worden, aber Kollege Hates hat ja versprochen, im nächsten Winter mit einer neuer Studio-Langrille wiederzukommen, vielleicht klappt’s dann ja mit der Nummer und ein schöner Abend mit wunderbarer Musik war es so oder so. Auch nach einem Vierteljahrhundert sind DIARY OF DREAMS einfach immer eine sichere Bank für großartigen Live-Genuss!

Setlist DIARY OF DREAMS
House of Odds
Nekrolog 43
Malum
Haus der Stille
The Wedding
Mein-Eid
StummKult
Psycho-Logic
Daemon
Killers
Dogs of War
Butterfly:Dance!
King of Nowhere
Undividable
A Dark Embrance

?
Kindrom

O’ Brother Sleep
A Day In December

Requiem

Copyright Fotos: Daniela Vorndran (aufgenommen beim Konzert in Oberhausen am 16.12.2014!)

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