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DIARY OF DREAMS – NOYCE TM

Ort: Magdeburg - Factory

Datum: 09.02.2008

Nach 6 wunderschönen DIARY OF DREAMS-Konzerten auf der diesjährigen Nekrolog 43-Tour, die uns nach Hannover, Bremen, Hamburg, Rostock, Albertslund in Dänemark und Berlin führte, sollte nun das 7. und letzte Konzert in der Magdeburger Factory stattfinden. Voll mit schönen Erinnerungen an das 2005er Konzert in dieser tollen Lokalität, machten wir uns unter strahlend blauem Himmel auf den Weg nach Sachsen-Anhalt. Bereits um kurz nach 19.00 Uhr hatte sich eine Schlange an diesem kühlen, klaren Abend vor den Toren der Factory versammelt.

Um 20.30 Uhr betrat Support-Act NOYCE TM die Bühne des gut gefüllten Clubs. NOYCE TM, das sind die Düsseldorfer Florian Schäfer (Sänger), Oliver Goetz (Keyboard) und Thomas Krupatz (Drums), die bereits seit den 90iger Jahren (als Duo ohne Thomas) mit ihrem Electro/ Synthie Sound unterwegs sind. Unter anderem reisten sie in den letzten Jahren als Support von VNV NATION und FUNKER VOGT durch die Lande. Während dieser aktuellen Tour konnte ich feststellen, wie das Zusammenspiel und die Präsenz von Abend zu Abend immer besser wurde. Den Höhepunkt bildete aber wahrlich Magdeburg. Schon beim Betreten der Bühne wurde das Trio laut umjubelt. Viele Fans hatten die Band, ebenso wie wir, schon mehrere Male auf dieser Tour erlebt. Nach dem Intro und einem älteren Stück namens „The white room“ folgte „Sleepwalker“ vom 2006er Output „Coma“. Das Publikum tanzte zu dem melodischen Song, genoss den Gesang und den eingängigen Refrain des Sängers Florian, der mit Mimik und Gestik ganz viel Gefühl in den Song steckte. Mit „Tagwerk“ folgte ein ganz neuer, noch unveröffentlichter Titel, der richtig Lust auf das kommende Album „un:welt“ (VÖ Mai 2008) machte. Eher ruhig beginnend besticht das Stück durch seinen wunderschönen, deutschen Text und den eingängigen Refrain, den wir mittlerweile schon mitsingen konnten. Der aufkommende Beifall bestätigte, dass es auch den Einheimischen/ Magdeburgern gut gefiel. Ebenso abgefeiert wurde „Karmacoma“ und „Our World“. Ummalt wurde das Ganze von einer wirklich tollen Lichtshow. Irgendwann landete eine überdimensionale Unterhose auf der Bühne, die liebevoll mit den Städtenamen beschriftet war, auf denen die Werfer NOYCE auf dieser Tour live gesehen hatte. Gelächter und Gejubel und eine sich freuende Band waren das Ergebnis. Drummer Thomas zog sich diese Unterhose sogleich über und ließ sich feiern. Das sorgte für weitere Sympathiepunkte und Auftrieb für die weiteren Stücke. Dazu gehörten das clubbige „Headland“ und ein wahrer NOYCE-Klassiker: „Panique“. Stillstehen konnte da niemand mehr und so hatte die Band ihre Aufgabe als Support Act bereits übererfüllt. Die Menge jubelte und klatschte so laut, dass Florian für etwas Ruhe sorgen musste, indem er den letzten Song „Year 03“ ankündigte. Dieser entwickelte sich während der Tour zu meinem absoluten Lieblingssong. NOYCE TM bedankten sich für den Applaus, kündigten den Hauptact des Abends an und verließen freudestrahlend die Bühne. Daumen hoch für diese Neuentdeckung und hoffentlich hört man noch ganz viel von dem sympathischen Trio!

Setlist NOYCE TM
Coma/ Intro
The white room
Sleepwalker
Tagwerk
Hypnotized
Karmacoma
Our world
Headland
Panique
Year 03

Nach kurzer Umbaupause und aufgeregter Stimmung im Publikum ging es um 21.30 Uhr los. Jeweils in schwarzen Mänteln und Kapuzen kamen zuerst D.N.S. (Drums), Taste (Keyboard), Gaun:A und zuletzt Adrian Hates auf die Bühne. Das Intro bestand aus gesprochenen Worten, worauf nacheinander die Bandmitglieder einstiegen. Mit zwei in die Luft steigenden Feuerflammen im Hintergrund und noch immer in Kapuzen gehüllt ging es nahtlos zu „Nekrolog 43“ vom gleichnamigen, aktuellen Album über. Taste und D.N.S. nahmen ihre Positionen ein. Geradezu rockig und explosiv ertönten die ersten Gitarrenklänge von Gaun:A und Adrian im Vordergrund der Bühne. Eine wunderschön ausgeleuchtet Bühne in den unterschiedlichsten Farben plus Nebel ergaben ein perfektes und stimmiges Bild. Bereits während dieses ersten Songs sah man in die Luft gestreckte Arme und tanzende Menschen. Ich hatte einige sehr stimmungsvolle Konzerte auf dieser Tour gesehen, wobei besonders Hamburg hervorzuheben ist, aber in Magdeburg ging das Publikum von der ersten Minute an mit. Ein echter Klassiker vom 94er Album „Cholymelan“ folgte mit „False Affection, False Creation“, der hier viel aggressiver und rockiger dargeboten wurde. Adrian wirbelte um seinen kreativ und interessant aussehenden, verschnörkelten Mikroständer herum und animierte das Publikum zum Mittanzen. Etwas schade war, dass es in Magdeburg den mittigen Bühnensteg nicht gab. Dieser ermöglichte Adrian und Gaun:A während den vorherigen Konzerten noch näheren Kontakt zum Publikum. Weiterhin mit zwei Gitarren ertönten die ersten Klänge von „The Plague“, einem genialem Livesong, der jetzt schon aus dem Set nicht mehr wegzudenken ist. D.N.S. und Taste gaben im Hintergrund alles. So war unglaublich mit anzusehen, wie gut es sich noch beim Keyboardspielen abrocken ließ. Die Kapuzen und Mäntel waren mittlerweile abgelegt und Adrian stand nun ohne Gitarre hinter dem Mikro, um die ebenfalls neu arrangierten Titel „She“ und „Chemicals“ darzubieten. Dabei legte er, wie schon so oft beobachtet, alle Energien und Gefühle in die Worte und verzauberte die Anwesenden mit seiner unvergleichlichen Stimme und Ausdruckskraft. „Son of a Thief“ ist einer meiner absoluten Lieblingssongs des aktuellen Albums und auch live überzeugte der emotionale Titel mit wunderschönen Lyrics. Wieder wurden die Band mit heftigem Applaus belohnt, was sie zu ungläubigen Kopfschütteln bewegte und ein sehr entspannter Adrian Hates bedankte sich mehrfach an diesem Abend für das tolle Feedback. Erwähnt wurde auch noch, dass man nicht umsonst diese Location für den DVD-Dreh im Jahre 2005 ausgewählt hatte und man immer wieder gerne nach Magdeburg käme. „UnWanted?“ vom aktuellen Album reihte sich in die Setlist ein und wurde vom allseits bekannten „Butterfly:Dance!“ abgelöst. Durch Adrian animiert, stimmten wir alle in laute „Hello?“-Chöre ein und ein Meer aus Armen streckten sich der Band entgegen. Was für ein schönes Bild und breit grinsende Gesichter wohin man blickte. Wütend, aggressiv und mit ganz viel Energie auf der Bühne intonierte Adrian „Hypo)crypticK(al“. Das sonst eher schnell und rockige „MenschFeind“ hingegen, war etwas ruhiger arrangiert und wurde erst beim Refrain wieder schneller, in den natürlich wieder alle mit einstiegen. „UnMensch“ überraschte durch die tief gesungen bzw. geschrienen „Fight, Fight“-Rufe, die eindringlich und aggressiv rüber kamen und durch Gaun:A´s Growls noch bedrohlicher wirkten. Blicke, Mimik und Bewegung der beiden bei diesem Song beeindruckten mich auch an diesem Abend wieder. Ebenfalls eine Riesenüberraschung war „AmoK“, welcher zum Refrain richtig losrockte und durch wiederkehrende Feuerfontänen zusätzlich ein Highlight darstellte. Viele sangen den Text komplett mit und tanzten was das Zeug hielt. Wer bis dahin noch nicht mitsang, tat es spätestens bei „Traumtänzer“, bei dem die Besucher der Factory mal wieder ein Zeichen setzten und perfekte und vor allem lautstarke Gesangseinlagen lieferten. Die Belohnung folgte mit ohrenbetäubenden Jubel und Beifall, worauf es ohne Pause mit einem Block aus tanzbaren und energetischen Songs weiterging. Den Anfang machte „Soul Stripper“, welcher erst in Bremen mit ins Set aufgenommen wurde. Der Titel löste „Retaliation“ ab und sorgte bereits an besagtem Abend in Bremen für große Begeisterung. Spätestens bei diesem Song wurde immer der Zopf des Sängers geöffnet, was gerade bei den weiblichen Gästen für Entzücken sorgte. Auch die Magdeburger zeigten sich dankbar für „Soul Stripper“ und bewegten sich schweißtreibend. Das reguläre Set beendeten „Kindrom“ und „The Curse“. Beides Songs, die auch die Letzten aus der Reserve lockten. Ein entzücktes Publikum bedankte sich mit Schreien und Beifall bei der gelösten Band, die sich tief verneigte und die Bühne verließ. Laute Zugabe-Rufe und Pfiffe, ließen es nur einen kurzen Moment dauern, bis Taste wieder hinter sein Keyboard zurückkehrte und Gaun:A und Adrian mit Akustikgitarren auf der Bühne erschienen. Adrian bat um zwei Minuten Zeit, um die Gitarre zu stimmen, woraufhin das Publikum noch mal aufdrehte und weiter Lärm machte, was Gaun:A ziemlich witzig fand und uns noch mehr anstachelte. Adrian bat nun das Publikum um Ruhe für den anstehenden Akustikblock, der mit „The Curse“ begann. Einfach nur traumhaft, diesen Titel mal so zu erleben. Nur sanfte Gitarren- und Pianoklänge, sowie Adrians einfühlsamer Gesang schafften eine Wahnsinnsatmosphäre. Das Publikum schien verzaubert und starr vor Ehrfurcht. Heftiger Applaus belohnte das Trio auf der Bühne, jedoch wurde es im Anschluss gleich wieder ruhig für „Giftraum“ und „O’ Brother Sleep”, ebenfalls in den Akustikversionen. Unbeschreiblich schön und etwas ganz Besonderes auf dieser Tour. Wieder wurde eine Zugabe verlangt und diesmal betraten nur Taste und Adrian die Bühne. Als Gute-Nacht-Lied wurde „She and her darkness“ angekündigt. Taste begleitete Adrians puren Gesang am Piano, der wieder mal eine Gänsehaut nach der anderen bei mir verursachte. Ein letztes Mall kamen alle vier Bandmitglieder auf die Bühne, um sich ihren verdienten Beifall abzuholen. Bei der folgenden Aftershow-Party zeigten sich beide Bands wie gehabt fannah und nahmen sich Zeit für Gespräche, Autogramme und Fotos.

Für uns ging an diesem Abend, mit dem siebten DIARY OF DREAMS Konzert in diesem Jahr eine wunderschöne Zeit zu Ende. Jedes der Konzerte bleibt einmalig und unvergesslich in Erinnerung!

Setlist DIARY OF DREAMS
Intro
Nekrolog 43
False Affection, False Creation
The Plague
She
Chemicals
Son of a Thief
UnWanted
Butterfly:Dance!
Hypo)crypticK(al
MenschFeind
UnMensch
AmoK
Traumtänzer
Soul Stripper
Kindrom
The Curse

The Curse (akustik)
Giftraum (akustik)
O’ Brother Sleep (akustik)

She and her Darkness

Copyright Fotos: Cath Niemann

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